Treasury · Szenarien
Was-wäre-wenn: Liquiditätsszenarien realistisch rechnen
Eine einzelne Prognose gaukelt Sicherheit vor, die es nicht gibt. Mit den Szenarien im Treasury-Modul verschieben Sie die entscheidenden Annahmen — späte Zahlungen, Ausfälle, gestreckte Verbindlichkeiten — und sehen, wie robust Ihr Liquiditätspuffer unter Druck wirklich ist.
Drei Presets als Ausgangspunkt
Statt bei null anzufangen, wählen Sie eine von drei vordefinierten Annahmen-Ebenen und passen sie bei Bedarf an.
Basis
Ihre normale Erwartung. Zahlungen kommen wie geplant, keine Sicherheitsabschläge. Das Basisszenario ist der Referenzpunkt, gegen den Sie die anderen beiden vergleichen.
Vorsichtig
Moderat verzögerte Zahlungseingänge und ein leichter Sicherheitsabschlag. Dieses Szenario bildet die typische Realität ab, in der Kunden ein paar Tage später zahlen als vereinbart.
Kritisch
Deutlicher Forderungs-Verzug, spürbarer Haircut und gestreckte Verbindlichkeiten. Der Stresstest für den Fall, dass mehrere unangenehme Dinge zusammenkommen — genau die Konstellation, in der Engpässe real entstehen und in der sich zeigt, ob Ihre Reserve trägt.
Die drei Stellschrauben
Jedes Szenario wird über drei nachvollziehbare Parameter gesteuert.
- Forderungs-Verzug in Tagen — wie viele Tage später gehen offene Forderungen im Schnitt ein?
- Haircut in Prozent — welcher Anteil offener Forderungen fällt ganz aus oder wird nicht realisiert?
- Verbindlichkeits-Verzug in Tagen — um wie viele Tage strecken Sie selbst Ihre Zahlungen?
- Aus diesen drei Größen entsteht der Szenario-Verlauf, der sich gegen das Basisszenario vergleichen lässt.
Wirkung auf Tiefpunkt und Mindestbestand
Jedes Szenario rechnet die wöchentliche Vorschau über 8, 13 oder 26 Wochen neu und weist einen eigenen Tiefpunkt-Saldo samt Kalenderwoche aus. So sehen Sie unmittelbar, wie weit der kritische Punkt im Vorsichts- und im Kritisch-Fall absinkt — und ob er unter Ihren Mindestbestand rutscht.
Diese Gegenüberstellung ist der eigentliche Wert der Szenarien: Sie zeigt nicht eine trügerische Punktzahl, sondern eine Bandbreite. Damit lässt sich begründet entscheiden, wie viel Reserve oder freie Kreditlinie Sie vorhalten sollten. Gerade vor einem Bankgespräch oder einer größeren Investition ersetzt diese Bandbreite das Bauchgefühl durch eine nachvollziehbare Grundlage — und macht deutlich, welcher Puffer im ungünstigen Fall gebraucht wird.
Nachvollziehbar statt Blackbox
Die Szenarien sind keine Zufallssimulation, sondern regelbasiert und deterministisch: gleiche Parameter ergeben denselben Verlauf. Das macht die Ergebnisse reproduzierbar und im Gespräch mit Bank, Beirat oder Steuerberater sauber begründbar.
Ergänzend fasst ein kurzer deutscher KI-Kommentar die Lage zusammen. Er beschreibt, was das jeweilige Szenario bedeutet, und erfindet dabei keine Zahlen — die Annahmen und Ergebnisse bleiben transparent Ihre eigenen.
Rahmen des Moduls
Grundlage der Szenarien sind Ihre offenen Posten, geplanten Zahlungen und der Kapitaldienst. Die Bankumsätze stammen aus dem Buchhaltungs- oder Banking-Import; die Cash-Position wird daraus abgeleitet. Das Modul arbeitet read-only und führt keine Zahlungen aus.
Es kostet 150 Euro pro Monat je Arbeitsbereich inklusive aller Gesellschaften, ist monatlich kündbar, in der Beta und läuft DSGVO-konform auf Servern in Deutschland. Auswertungen lassen sich als CSV exportieren.
Häufige Fragen
Welche Parameter kann ich in einem Szenario verändern?
Drei Stellschrauben stehen zur Verfügung: der Forderungs-Verzug in Tagen, ein Haircut in Prozent auf offene Forderungen und der Verbindlichkeits-Verzug in Tagen. Über diese Größen bilden Sie späte Zahlungen, Ausfälle und gestreckte eigene Zahlungen ab.
Was unterscheidet die Presets Basis, Vorsichtig und Kritisch?
Basis bildet Ihre normale Erwartung ohne Abschläge ab. Vorsichtig setzt moderat verzögerte Eingänge und einen leichten Abschlag an. Kritisch kombiniert deutlichen Forderungs-Verzug, spürbaren Haircut und gestreckte Verbindlichkeiten als Stresstest.
Sehe ich, wie sich der Tiefpunkt je Szenario verändert?
Ja. Jedes Szenario rechnet die wöchentliche Vorschau neu und weist einen eigenen Tiefpunkt-Saldo mit Kalenderwoche aus. So erkennen Sie, wie tief die Liquidität im ungünstigen Fall sinkt und ob sie den Mindestbestand unterschreitet.
Sind die Szenario-Ergebnisse zufällig?
Nein. Die Szenarien sind regelbasiert und deterministisch. Gleiche Parameter ergeben denselben Verlauf, sodass die Ergebnisse reproduzierbar und im Gespräch mit Bank oder Beirat begründbar sind. Es handelt sich nicht um eine Zufallssimulation.
Kann ich die Szenarien exportieren?
Auswertungen lassen sich als CSV exportieren und damit außerhalb der Software weiterverwenden — etwa für eine Präsentation oder als Anlage zu einem Finanzierungsgespräch. Die zugrunde liegenden Annahmen bleiben dabei nachvollziehbar.