Liquidität per Agent
Liquiditätsplanung per KI-Agent: die 13-Wochen-Vorschau aus Ihren Büchern
Ein KI-Agent kann eine 13-Wochen-Liquiditätsvorschau aus Ihren Büchern bauen: Er liest die Kontostände, die offenen Forderungen und Verbindlichkeiten mit Fälligkeit, die Steuerfristen samt Umsatzsteuer-Vorschau und die wiederkehrenden Zahlungen der letzten Monate, verteilt sie Woche für Woche auf Zu- und Abflüsse und legt jede Annahme offen. Die Daten kommen über den MCP-Server oder die REST-API von jahresabschluss.io; die Vorschau selbst rechnet das Modell Ihres KI-Programms, einen fertigen Liquiditätsplan liefert die Software nicht. Für die ganze Planung genügt ein Schlüssel mit Leserecht.
Stand: 2026-10-19
Woraus die Vorschau besteht
Die Datenquellen der Vorschau – jeweils mit dem Werkzeug, das sie liefert.
Anfangsbestand
list_bank_accounts mit fiscal_year_id nennt je Bankkonto die maskierte IBAN, das Sachkonto, den Auszugssaldo und den Buchsaldo zum letzten Auszugsstichtag sowie die Differenz. Unbekannte Werte bleiben leer. Den Kassenbestand liest der Agent aus get_saldenliste vom Kassenkonto.
Erwartete Eingänge
list_open_items mit kind debitor liefert je offener Forderung Partner, Rechnungsdatum, Fälligkeit, Bruttobetrag, bereits gezahlten Betrag, Restbetrag und Status. Ob ein Posten überfällig ist, ergibt der Vergleich der Fälligkeit mit dem Stichtag; zusätzlich lässt sich nach dem Status overdue filtern.
Erwartete Ausgänge
Dieselbe Liste mit kind kreditor zeigt die offenen Eingangsrechnungen mit Fälligkeit und Restbetrag. Das sind die Zahlungen, zu denen Sie schon verpflichtet sind.
Steuern
list_tax_deadlines nennt die Fristen eines Jahres wie im Steuerkalender der App, mit Fälligkeit, Erledigung und Überfälligkeit; Abschlusszahlungen und Erstattungen laut Bescheid tragen einen Betrag. get_vat_return liefert für Monat oder Quartal Kennzahlen und Zahllast der Umsatzsteuer-Vorschau.
Wiederkehrende Zahlungen
list_bank_transactions der letzten Monate zeigt Betrag mit Vorzeichen (Abgang negativ), Gegenpartei und Verwendungszweck. Daraus erkennt das Modell Miete, Gehälter, Leasing, Versicherungen und Abos.
Zahlungsverhalten
list_payments mit kind debitor nennt je Ausgleich die Rechnung und das Ausgleichsdatum. Zusammen mit der Fälligkeit aus list_outgoing_invoices ergibt sich, wie viele Tage ein Kunde bisher typischerweise nach Fälligkeit zahlt.
So baut der Agent die 13 Wochen
- Gesellschaft und Jahr klären: get_entity zeigt unter anderem, ob die Gesellschaft bilanziert oder eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung führt; list_fiscal_years liefert die Kennung des laufenden Geschäftsjahres.
- Anfangsbestand festhalten: list_bank_accounts mit diesem Geschäftsjahr. Der Agent notiert je Konto den Auszugsstichtag und meldet eine Differenz zwischen Auszug und Buchhaltung, statt sie zu übergehen.
- Offene Posten verteilen: list_open_items für Debitoren und Kreditoren, seitenweise mit offset, bis die gemeldete Gesamtzahl (total) erreicht ist. Jeder Posten landet in der Woche seiner Fälligkeit; überfällige Posten stehen in einer eigenen Zeile, statt still in Woche 1 zu verschwinden.
- Zahlungsverzug berücksichtigen: list_payments der letzten zwölf Monate mit list_outgoing_invoices verknüpfen und je Kunde den typischen Verzug bestimmen. Eingänge verschiebt das Modell um diesen Wert – als ausdrücklich genannte Annahme.
- Steuern einplanen: list_tax_deadlines mit status offen für die Termine, get_vat_return für die Umsatzsteuer der laufenden Zeiträume. Für Vorauszahlungen ohne Betrag im Kalender leitet der Agent die Höhe aus den bisherigen Zahlungen im Journal ab (list_journal_entries mit dem Steuerkonto) oder fragt Sie nach dem Bescheid.
- Wiederkehrendes ergänzen: list_bank_transactions der letzten drei bis sechs Monate auf gleiche Gegenpartei, ähnlichen Betrag und regelmäßigen Abstand prüfen und die Muster fortschreiben – soweit sie nicht schon als offener Kreditorenposten enthalten sind.
- Ergebnis ausgeben: je Kalenderwoche Anfangsbestand, Eingänge, Ausgänge nach Kreditoren, Steuern und Wiederkehrendem, Endbestand – als Tabelle im Chat und als CSV.
Beispiel: Auftrag im Chat
Ein Auftrag, der die Annahmen gleich mit einfordert:
Bitte eine Liquiditätsvorschau für die nächsten 13 Wochen ab Montag, 26.10.2026, erstellen. - Anfangsbestand: alle Bankkonten laut Auszug, plus Kasse. - Eingänge: offene Forderungen nach Fälligkeit, verschoben um den durchschnittlichen Verzug je Kunde der letzten 12 Monate. - Ausgänge: offene Eingangsrechnungen, Steuern laut Fristen und Umsatzsteuer-Vorschau, wiederkehrende Abgänge der letzten 6 Monate. - Überfällige Posten getrennt ausweisen. Ausgabe: Tabelle je KW und eine CSV mit den Spalten kw;von;bis;anfang;eingaenge;ausgaenge_kreditoren;steuern;wiederkehrend;ende Danach alle Annahmen als Liste. Nichts buchen.
Der Agent arbeitet die Schritte oben ab und zeigt zuerst die erkannten wiederkehrenden Zahlungen zur Bestätigung: Gegenpartei, Betrag, Rhythmus, nächster erwarteter Termin. Erst danach schreibt er die Wochen fort. Kann Ihr KI-Programm Code ausführen, lassen Sie die Tabelle mit einem kleinen Skript aus den gelieferten Zeilen rechnen – das macht jede Zahl nachprüfbar.
Dieselben Daten per REST
Wer die Vorschau in einer eigenen Tabelle oder einem Skript rechnet, ruft die Routen direkt auf – der Schlüssel kommt aus einer Umgebungsvariable:
export JAB_API="https://api.jahresabschluss.io/functions/v1/bookkeeping-api/v1" export JAB_API_KEY="jab_live_…" # besser aus einem Passwortspeicher laden GJ="<id aus GET $JAB_API/fiscal-years>" curl -s -H "Authorization: Bearer $JAB_API_KEY" "$JAB_API/bank-accounts?fiscal_year_id=$GJ" curl -s -H "Authorization: Bearer $JAB_API_KEY" "$JAB_API/open-items?kind=debitor&status=open&limit=1000" curl -s -H "Authorization: Bearer $JAB_API_KEY" "$JAB_API/open-items?kind=kreditor&status=open&limit=1000" curl -s -H "Authorization: Bearer $JAB_API_KEY" "$JAB_API/tax/deadlines?status=offen" curl -s -H "Authorization: Bearer $JAB_API_KEY" "$JAB_API/vat-returns?period=2026-10" curl -s -H "Authorization: Bearer $JAB_API_KEY" "$JAB_API/bank-transactions?from=2026-04-01&to=2026-09-30&limit=500"
Listen kommen seitenweise mit total, limit und offset. Offene Posten liefert die API bis 1.000 Zeilen je Seite, Bankumsätze bis 500. Bei mehr als 120 Anfragen pro Minute antwortet die API mit 429 und nennt im Kopf Retry-After die Wartezeit.
Annahmen, die offen auf den Tisch gehören
- Stichtag des Anfangsbestands: Liegt der letzte Auszug Tage zurück, nennt der Agent das Datum und die Bewegungen seitdem.
- Unbekannt ist nicht null: Fehlt ein Auszugssaldo, steht in der Tabelle „—“ und ein Hinweis, keine Null.
- Zahlungsverzug je Kunde: Durchschnitt und Spanne, auf wie vielen Zahlungen er beruht, und welche Kunden ohne Historie mit der Fälligkeit gerechnet wurden.
- Steuerbeträge: welche aus der Umsatzsteuer-Vorschau stammen und welche aus Zahlungen der Vorperioden geschätzt sind.
- Wiederkehrende Abgänge: die bestätigte Liste mit Rhythmus. Was Sie streichen, fällt aus der Vorschau.
- Was die Bücher nicht kennen: geplante Investitionen, Kreditraten ohne Bankhistorie, neue Aufträge, Gesellschafterdarlehen. Diese Werte geben Sie vor; der Agent führt sie als eigene Zeile.
Vollständigkeit vor Prognose
Eine Vorschau ist nur so gut wie die offenen Posten. Bevor der Agent rechnet, prüft er deshalb mit list_receipts, welche Belege noch auf Prüfung warten (Status needs_review), und mit list_bank_transactions und status unbooked, welche Bankumsätze noch nicht gebucht sind.
Bei bilanzierenden Gesellschaften entstehen Aufwand und Verbindlichkeit erst mit dem gebuchten Beleg. Eine Eingangsrechnung, die noch im Belegeingang liegt, fehlt also in den Kreditoren – der Agent weist sie als „noch nicht gebucht“ aus und rechnet sie auf Wunsch mit dem Betrag aus dem Beleg ein.
Rechtlicher Rahmen: Früherkennung ist Aufgabe der Geschäftsleitung
Bei juristischen Personen wachen die Geschäftsleiter fortlaufend über Entwicklungen, welche den Fortbestand gefährden können (§ 1 Abs. 1 StaRUG). Eine laufend aktualisierte Liquiditätsvorschau ist dafür ein naheliegendes Hilfsmittel.
Zahlungsunfähig ist, wer nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen (§ 17 Abs. 2 InsO). Für die drohende Zahlungsunfähigkeit ist in aller Regel ein Prognosezeitraum von 24 Monaten zugrunde zu legen (§ 18 Abs. 2 InsO). Eine 13-Wochen-Vorschau ist ein kurzfristiges Steuerungsinstrument und ersetzt weder diese Prognose noch Rechtsberatung. Zeigt sie eine Lücke, sprechen Sie mit Ihrer Steuerberatung.
Grenzen
- Die Software liefert Daten, keinen fertigen Liquiditätsplan. Verteilung, Verzugsannahmen und Fortschreibung rechnet das Modell – prüfen Sie Summen gegen die gelieferten Listen.
- Bankumsätze sind so aktuell wie der letzte Abruf oder Import. Die Bankanbindung richten Sie in der App ein; über die Schnittstelle ist sie nicht verfügbar.
- Planwerte speichert der Agent nicht in der Buchhaltung, und er löst keine Zahlungen aus – im Werkzeugkatalog gibt es kein Werkzeug für Überweisungen.
- Fremdwährungen, Kreditlinien und Termingelder zeigt die Vorschau nur, soweit sie als Konto oder Buchung vorliegen.
Häufige Fragen
Kann ein KI-Agent eine Liquiditätsplanung erstellen?
Ja, eine kurzfristige Vorschau aus den Büchern: Kontostände, offene Forderungen und Verbindlichkeiten, Steuerfristen und wiederkehrende Zahlungen, verteilt auf Kalenderwochen. Die Daten liefert die Buchhaltung, die Rechnung macht das Modell Ihres KI-Programms.
Warum 13 Wochen?
13 Wochen entsprechen einem Quartal. In diesem Zeitraum lässt sich ein Teil der erwarteten Zahlungen direkt aus offenen Posten, Fristen und wiederkehrenden Zahlungen ableiten; je weiter die Vorschau reicht, desto mehr hängt von Annahmen ab, die Sie vorgeben.
Welche Rechte braucht der Schlüssel?
Nur Leserecht, das in jedem Schlüssel enthalten ist. Ein Schlüssel ohne Schreibrecht bekommt keine schreibenden Werkzeuge angezeigt; der Agent kann damit weder buchen noch versenden.
Wie genau ist die Vorschau?
Die Ausgangsdaten sind exakt, die Zukunft ist es nie. Wie gut die Vorschau trifft, hängt vor allem von vollständig gebuchten Belegen und realistischen Verzugsannahmen ab. Deshalb listet der Agent jede Annahme auf.
Kann der Agent die Vorschau jede Woche aktualisieren?
Ja. Derselbe Auftrag lässt sich nach Zeitplan ausführen, etwa mit Claude Code ohne Oberfläche oder einem n8n-Ablauf – wie, zeigt die Seite zum Finanz-Wochenbericht.
Ersetzt die Vorschau eine Fortbestehensprognose?
Nein. Sie ist ein Steuerungsinstrument für die nächsten Wochen. Für die drohende Zahlungsunfähigkeit legt das Gesetz in aller Regel 24 Monate zugrunde (§ 18 Abs. 2 InsO); dafür brauchen Sie fachliche Beratung.
Vom selben Anbieter: Jahresabschluss nach HGB – der komplette Leitfaden auf jahresabschluss.io.