Unsere Geschichte
Ich arbeite seit mehr als fünfzehn Jahren im Finanzwesen, zuerst in der Wirtschaftsprüfung, später in der Finanzleitung von Unternehmen. Einen großen Teil dieser Zeit habe ich mit Jahresabschlüssen, Steuern und Buchhaltung verbracht. Auf beiden Seiten des Tisches habe ich dasselbe erlebt: Kein Unternehmen hat sich damit leichtgetan.
Das hat mich lange beschäftigt, denn der Jahresabschluss ist kein Sonderfall. Jede Kapitalgesellschaft in Deutschland muss ihn aufstellen, jedes Jahr, nach denselben Regeln und mit denselben Fristen. Er ist die Routine jedes Finanzteams. Und trotzdem wird er fast überall behandelt wie ein Einzelstück: mehrere Excel-Dateien, mehrere Word-Dokumente, immer neue Fassungen. Kommt eine einzige Anpassung, beginnt die Abstimmung von vorn, von der Bilanz bis zum Anhang.
Das liegt nicht an den Menschen, die diese Arbeit machen. Es liegt an den Werkzeugen. Die leistungsfähige Software für Abschluss und Steuern wurde in Deutschland für Kanzleien gebaut. Für die Unternehmen selbst gibt es Rechnungsprogramme, die genau dort aufhören, wo es anspruchsvoll wird. Dazwischen stehen Hunderttausende Unternehmen, die ihre Zahlen haben, ihr Geschäft kennen und am Ende unterschreiben, aber kein Werkzeug, mit dem sie diese Arbeit selbst erledigen können.
Ich halte das für ein echtes Problem, nicht nur für ein lästiges. Ein Jahresabschluss ist mehr als eine Pflicht. Mit ihm legt ein Unternehmen Rechenschaft ab, gegenüber allen, die sich auf seine Zahlen verlassen: Gesellschaftern und Banken, Lieferanten und Kunden, den eigenen Mitarbeitenden und der Öffentlichkeit. Ihn sorgfältig und pünktlich zu erstellen, gehört zur Verantwortung eines Unternehmens. Wer diese Verantwortung ernst nimmt, sollte dafür ein Werkzeug haben, das hilft, statt aufzuhalten.
Lange ließ sich daran wenig ändern. Die Arbeit war zu vielfältig für Software: Saldenlisten aus unterschiedlichen Systemen, Vorjahresabschlüsse als PDF, Texte für Anhang und Lagebericht, die zum Unternehmen passen müssen. Künstliche Intelligenz hat das verändert. Sie übernimmt heute die Vorarbeit, die Regeln des Handels- und Steuerrechts sind fest hinterlegt, und die Entscheidungen bleiben beim Unternehmen. Zum ersten Mal passt der ganze Weg, vom ersten Beleg bis zur fertigen Abgabe, in eine einzige Software.
Deshalb habe ich Jahresabschluss.io gegründet. Angefangen haben wir mit dem Jahresabschluss. Buchhaltung und Steuern kamen dazu, weil unsere Kunden uns darum gebeten haben. Es gibt viele gute Programme, die Belege erfassen und verarbeiten, und sie machen ihre Sache gut. Aber sie hören auf, bevor die Arbeit fertig ist, und am Ende braucht man doch wieder etwas obendrauf. Eine Software, mit der die ganze Buchhaltung bis zu den Steuern und zum Abschluss wirklich erledigt ist, gab es nicht. Heute liegt bei uns alles an einem Ort in der Cloud. Es braucht nichts obendrauf, und ein Unternehmen kann noch am selben Tag anfangen.
Wofür wir stehen, lässt sich in wenigen Sätzen sagen. Unternehmen sollen ihren Abschluss selbst in der Hand haben und verstehen, was sie unterschreiben, allein oder gemeinsam mit ihrer Kanzlei. Was eine Leistung kostet, soll man vorher wissen. Die KI arbeitet vor, der Mensch entscheidet. Und wo die Software an Grenzen stößt, sagen wir es offen.
Steuerberatern nimmt das nichts weg. Kanzleien können mit ihren Mandanten in derselben Software arbeiten. Die Routine wird kürzer, und es bleibt mehr Zeit für die Beratung, für die man sie wirklich braucht.
Unser Ziel ist groß und einfach zugleich: Jedes Unternehmen in Deutschland soll seine Buchhaltung, seine Steuern und seinen Jahresabschluss so im Griff haben, dass niemand mehr mit Sorge auf das Frühjahr blickt. Die Arbeit wird nicht verschwinden. Aber sie kann leichter werden, verständlicher und ruhiger. Daran arbeiten wir jeden Tag.
B. de Jong
Gründer von Jahresabschluss.io, Berlin