Woran Sie eine moderne Buchhaltung erkennen
Acht Merkmale, die sich in jedem Betrieb prüfen lassen – mit der Frage, an der Sie sehen, wo Sie stehen.
| Merkmal | Was es heißt | Prüffrage |
|---|---|---|
| Belege kommen digital an | Rechnungen gehen an eine eigene E-Mail-Adresse, liegen in einem Ordner oder werden mit dem Telefon fotografiert. E-Rechnungen werden strukturiert gelesen. | Gibt es einen Eingang, an den Lieferanten direkt schicken können? |
| Die Bank ist angebunden | Kontoumsätze kommen per Schnittstelle oder als CAMT-, MT940- oder CSV-Datei, nicht abgetippt. | Wie alt ist der jüngste Bankumsatz in der Buchhaltung? |
| Kontierung wird vorgeschlagen | Regeln, Lieferantenhistorie und Fachlogik schlagen Konto, Gegenkonto und Steuerschlüssel vor – mit Begründung. | Sehen Sie, warum ein Konto vorgeschlagen wird? |
| Eindeutiges bucht sich selbst | Wiederkehrende, sichere Vorgänge werden ohne Klick gebucht; alles Unsichere landet in einer Prüfliste. | Können Sie Grenzen setzen, ab wann die Software selbst bucht? |
| Offene Posten gleichen sich aus | Zahlungen werden mit Rechnungen abgeglichen – über Rechnungsnummer, Betrag und Fälligkeit. | Wie viele Zahlungen ordnen Sie jeden Monat noch von Hand zu? |
| Zahlen sind jederzeit da | BWA, Summen- und Saldenliste und Umsatzsteuer lassen sich jeden Tag aufrufen, nicht erst nach dem Monatsabschluss der Kanzlei. | Wie lange nach Monatsende liegt die BWA vor? |
| Festschreibung und Protokoll | Gebuchtes wird festgeschrieben; Korrekturen laufen als Storno und neue Buchung. Jede Änderung ist protokolliert. | Lässt sich eine gebuchte Zeile ohne Spur ändern? Dann ist es nicht ordnungsgemäß. |
| Ein Datenbestand bis zum Abschluss | Die Saldenliste fließt ohne Export in Jahresabschluss, E-Bilanz und Steuererklärungen. | Wie oft wird derselbe Zahlenstand exportiert und wieder eingelesen? |
Was sich nicht ändert
Wer nach § 238 HGB Bücher führen muss – jede GmbH, jede UG, jeder Kaufmann ohne Befreiung nach § 241a HGB –, führt sie auch in einer modernen Software als doppelte Buchführung: jeder Geschäftsvorfall im Soll und im Haben, am Jahresende Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Die Abgabenordnung verlangt, dass Buchungen einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorgenommen werden und Kasseneinnahmen und -ausgaben täglich festgehalten werden (§ 146 Abs. 1 AO). Eine Buchung darf nicht so verändert werden, dass der ursprüngliche Inhalt nicht mehr feststellbar ist (§ 146 Abs. 4 AO).
Auch die Verantwortung wandert nicht in die Software. Für die Ordnungsmäßigkeit steht das Unternehmen ein, bei der GmbH die Geschäftsführung. Eine Software, die Buchungen vorschlägt oder selbst bucht, ist deshalb nur so gut wie ihre Nachvollziehbarkeit: Sie muss zeigen, aus welcher Quelle ein Vorschlag stammt, sie darf Unsicheres nicht still buchen, und jede Korrektur muss als Storno und neue Buchung sichtbar bleiben. Eine amtliche Zertifizierung, die Ihnen das abnimmt, gibt es nicht; die GoBD kennen kein Positivtestat der Finanzverwaltung.
Die moderne Buchhaltung in einer Software
Der erste Jahresabschluss ist gratis — Saldenliste hochladen und ansehen.
Der Ablauf: vom Beleg bis zur Saldenliste
Sechs Schritte, wie sie in der Buchhaltung von jahresabschluss.io laufen.
- 1
Beleg erfassen
Eingangsrechnungen kommen per E-Mail-Weiterleitung, Hochladen, Telefonfoto oder Ordner herein. Das Original bleibt am Vorgang, Dubletten werden gemeldet.
- 2
Daten lesen
PDFs mit Textschicht werden als Text gelesen, Scans per Bilderkennung; E-Rechnungen (XRechnung, ZUGFeRD) strukturiert. Beträge werden gegen den Quelltext geprüft.
- 3
Buchungsmethode und Konto bestimmen
Zuerst eigene Regeln und der Geschäftspartner, dann eine Fachlogik für typische Sachverhalte, zuletzt ein KI-Modell für den Rest. Der Vorschlag nennt Konto, Gegenkonto, Steuerschlüssel und Begründung.
- 4
Prüfen oder automatisch buchen
Sichere Vorschläge bucht die Software innerhalb Ihrer Grenzen selbst; alles andere prüfen Sie im geteilten Bildschirm mit dem Beleg links und dem Vorschlag rechts.
- 5
Bank abgleichen
Der Zahlungseingang gleicht die offene Ausgangsrechnung aus, der Zahlungsausgang die Eingangsrechnung. Eine Bankzeile allein bucht nie Aufwand oder Erlös.
- 6
Auswerten und festschreiben
Umsatzsteuer-Voranmeldung, BWA und Saldenliste kommen aus dem Journal. Abgeschlossene Zeiträume werden festgeschrieben; die Saldenliste trägt den Jahresabschluss.
Klassisch und modern im Vergleich
| Bereich | Klassisch | Modern |
|---|---|---|
| Belege | Papier im Pendelordner, einmal im Monat zur Kanzlei | Digital am Tag des Eingangs, Original am Vorgang |
| Erfassung | Abtippen von Datum, Betrag, Lieferant | Gelesen aus PDF, Scan oder E-Rechnung |
| Kontierung | Von Hand nach Erfahrung | Vorschlag mit Begründung, eindeutige Fälle automatisch |
| Bank | Kontoauszug als Papier oder PDF | Umsätze per Schnittstelle oder Datei, automatisch abgeglichen |
| Aktualität | BWA Wochen nach Monatsende | Zahlen jeden Tag abrufbar |
| Archiv | Ordner im Keller, zehn Jahre | Digital, durchsuchbar, maschinell auswertbar |
Der rechtliche Rahmen bis 2028
Was sich für die laufende Buchhaltung kleiner und mittlerer Unternehmen geändert hat und noch ändert. Stand: Oktober 2026.
| Ab wann | Was gilt | Norm |
|---|---|---|
| seit 01.01.2025 | Unternehmen müssen E-Rechnungen im Inland empfangen können. | § 14 Abs. 1 UStG |
| seit 01.01.2025 | Buchungsbelege sind acht statt zehn Jahre aufzubewahren; Bücher und Jahresabschlüsse weiter zehn Jahre. | § 147 Abs. 3 AO |
| ab 01.01.2027 | Inländische B2B-Rechnungen als E-Rechnung, wenn der Gesamtumsatz des Vorjahres über 800.000 € lag. | § 27 Abs. 38 Nr. 2 UStG |
| ab 01.01.2028 | E-Rechnung für alle inländischen B2B-Umsätze; Übergang für EDI-Verfahren endet. | § 27 Abs. 38 Nr. 2 und 3 UStG |
| unverändert | Buchungen einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet; Kasseneinnahmen und -ausgaben täglich. | § 146 Abs. 1 AO |
| unverändert | Keine Änderung, die den ursprünglichen Inhalt unkenntlich macht. | § 146 Abs. 4 AO |
Was die Buchhaltung von jahresabschluss.io dafür mitbringt
Eigene HGB-Buchungslogik
Autopilot mit festen Grenzen
Bank und Zahlungsabgleich
E-Rechnung in beide Richtungen
Festschreibung und GoBD-Export
Abschluss im selben System
Preise
Je Gesellschaft und Monat, gestaffelt nach Größenklasse. Ein Nutzer ist enthalten, jeder weitere kostet 20 € im Monat. 100 KI-gelesene Belege je Monat sind in Solo und Gesamtpaket enthalten, danach 0,20 € je Beleg; E-Rechnungen zählen nicht.
| Tarif | Preis | Für wen |
|---|---|---|
| Solo | ab 95 € | laufende Buchhaltung; Jahresabschluss, E-Bilanz und Steuererklärungen einzeln zubuchbar |
| Gesamtpaket | ab 125 € | zusätzlich je zwölf Monate ein HGB-Jahresabschluss, eine E-Bilanz und die Steuererklärungen eines Veranlagungszeitraums |
| Buchhaltung & EÜR | 99 € | je Arbeitsbereich, für Einnahmen-Überschuss-Rechner |
Rechtsgrundlagen
Stand: 31. Oktober 2026.
Alle Seiten zur modernen Buchhaltung
Jede Seite beantwortet eine Frage, die beim Umstellen tatsächlich auftaucht.
Was sich ändert
Belege und Archiv
Software auswählen
Buchhaltung selbst machen
Für alle, die ihre Bücher selbst führen wollen – nach Rechtsform, mit Grundlagen und Routinen.
Überblick: Buchhaltung selbst machen
Nach Rechtsform
Grundlagen
Im Alltag
Selbst oder Steuerberater
Buchhaltung automatisieren
Wie Belegeingang, Zahlungsabgleich, Kreditoren, Debitoren und Monatsabschluss automatisch laufen – und wo die Grenzen liegen.
Überblick: Buchhaltung automatisieren
Einrichten
Abläufe