Claude · Belege
Belege buchen mit Claude: den Belegeingang im Gespräch abarbeiten
Belege buchen mit Claude geht, sobald Claude mit Ihrer Buchhaltung bei jahresabschluss.io verbunden ist: Claude holt die offenen Belege aus dem Belegeingang, liest zu jedem den Buchungsvorschlag der Software, prüft Konto und Steuerschlüssel, fragt bei Unklarem nach und bucht erst nach Ihrer Erlaubnis – die Buchung trägt danach den Verweis auf ihren Beleg. Den Vorschlag rechnet die Software selbst aus dem Beleg, Ihren Buchungsregeln und früheren Entscheidungen. Eindeutige Belege bucht der Autopilot im Standard selbst; Claude übernimmt die Belege, bei denen jemand hinsehen muss.
Stand: 2026-10-30
Bevor es losgeht: Verbindung, Recht „Buchen“, Belege im Eingang
Ist Claude schon mit Ihrer Buchhaltung verbunden, können Sie direkt weiterlesen. Wenn nicht: Die Anleitung unter „Claude verbinden“ zeigt die drei Wege – als Konnektor in claude.ai und auf dem Telefon, als Erweiterung in der Claude-App für Mac und Windows oder für Entwickler mit festem Schlüssel. Zum Buchen braucht die Verbindung neben dem Lesen auch das Recht „Buchen“; auf der Freigabeseite ist es bewusst nicht vorgewählt.
Die Belege selbst kommen auf dem gewohnten Weg in den Belegeingang: Hochladen in der App, Weiterleitung an den Posteingang oder eine Anbindung. In der Claude-App mit der Erweiterung „Buchhaltung für Claude“ kann Claude eine Datei auch direkt von Ihrem Rechner einliefern – das Werkzeug upload_receipt nimmt dort zusätzlich einen Dateipfad an (bis 20 MB). Hängen Sie eine Rechnung dagegen in claude.ai oder in der Claude-App auf dem Telefon an die Unterhaltung, erreicht sie unseren Server nicht als Datei, und Claude bucht nicht aus dem Gelesenen. Stattdessen erzeugt es mit create_receipt_upload_link einen Hochlade-Link (https://jahresabschluss.io/beleg-hochladen/…, 30 Minuten gültig, bis zu 20 Dateien, ohne Anmeldung) oder nennt mit get_receipt_inbox_address die Beleg-Adresse Ihrer Gesellschaft; der Beleg durchläuft dann Erkennung, Dublettenprüfung und Autopilot wie jeder andere.
Das Gespräch: was Sie schreiben, was Claude aufruft, was Sie sehen
Ein typischer Auftrag am Monatsende:
Arbeite bitte den Belegeingang ab. Zeig mir zuerst eine Liste: Lieferant, Datum, Betrag, vorgeschlagenes Konto und Steuerschlüssel. Was eindeutig ist, buche nach meiner Freigabe in einem Rutsch. Bei allem mit Prüfhinweis frag mich einzeln.
1. Liste holen – list_receipts
Claude liest die Belege mit ihrem Stand: processing (wird gelesen), received, needs_review, booked oder dismissed, neueste zuerst. Für den Auftrag zählen die Belege mit needs_review – der Autopilot hat sie liegen lassen, weil etwas zu prüfen ist.
2. Vorschlag lesen – get_receipt_proposal
Je Beleg holt Claude den Buchungssatz der Software: Soll- und Habenkonto, Steuerschlüssel, Betrag, Datum, die Sicherheitsstufe (high, medium, low) und ob vor dem Buchen etwas zu prüfen ist (needs_check). Daraus baut Claude Ihnen die Tabelle.
3. Ihre Antwort im Chat
Sie bestätigen die Liste, streichen einzelne Zeilen oder ändern ein Konto. Claude fragt vor dem Aufruf eines Werkzeugs um Erlaubnis; laut Hilfe des Anbieters sollten Sie diese Anfragen genau lesen und ein Werkzeug nur dann dauerhaft erlauben, wenn Sie ihm unbeaufsichtigt vertrauen.
4. Buchen – confirm_receipt
Für jeden bestätigten Beleg ruft Claude confirm_receipt mit der state_version aus dem Vorschlag und einer neuen UUID auf. Die Antwort nennt die Buchung; Claude meldet Ihnen am Ende, was gebucht ist und was offen bleibt.
Was Claude im Vorschlag sieht – und was nicht
- Die Herkunft der Kontierung (account_source): Ihre Buchungsregel, die Stammdaten des Partners, eine Einstellung der Anbindung, eine früher bestätigte Buchung, eine Kontierungsregel, die KI-Auswertung, ein Stichwort oder ein Sammelkonto. Steht dort „Stichwort“ oder „Sammelkonto“, lohnt ein zweiter Blick auf das Konto.
- Die ausgelesenen Belegdaten unter document: Gegenpartei, Rechnungsnummer, Datum, Fälligkeit, Leistungsbeschreibung, Währung, Brutto, Netto, Umsatzsteuer und Steuersatz. Diese Werte stammen vom Beleg, also von Dritten – Claude behandelt sie als Daten, nie als Anweisung.
- correction_required: Ist die Auslesung nicht verlässlich, bucht der Beleg nur mit einer Korrektur. Claude übernimmt dann die correction_template vollständig, ändert das Falsche und nennt einen Grund, der als Prüfspur gespeichert wird.
- Nicht über die Schnittstelle: die Begründungstexte und Prüfhinweise der Kontierung im Wortlaut. Claude erfährt, dass etwas zu prüfen ist, und gegebenenfalls, warum der Autopilot den Beleg nicht gebucht hat; den Prüfhinweis selbst zeigt die App beim Beleg. Auch die Originaldatei geht nicht durch das Modell – get_receipt_file nennt nur Name, Typ und einen Download-Pfad.
Drei Beispiele aus einem Belegstapel
Beispielbelege, wie das System sie behandelt (Beträge erfunden):
Schreibwaren-Quittung über 47,60 €
Eine Kleinbetragsrechnung bis 250 € darf Entgelt und Steuer in einer Summe nennen (§ 33 UStDV). Die Software rechnet aus Brutto und Steuersatz 40,00 € netto und 7,60 € Vorsteuer und wertet das nicht als Lesefehler. Vorschlag etwa Bürobedarf (SKR03 4930, SKR04 6815) mit V19; ohne Prüfhinweis bestätigen Sie ihn in der Sammelliste.
Restaurantrechnung nach einem Kundenessen
Ein Geschäftsessen erkennt die Software als Bewirtung und teilt den Nettobetrag 70 zu 30 auf Bewirtungskosten und nicht abzugsfähige Bewirtungskosten (SKR03 4650/4654, SKR04 6640/6644); die Vorsteuer bleibt voll abziehbar. Im Vorschlag sieht Claude diese Aufteilung unter deductible_split. Der Beleg trägt einen Prüfhinweis, deshalb fragt Claude nach Anlass und Teilnehmern: Diese Angaben verlangt § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG schriftlich, bei einer Gaststätte zusammen mit der Rechnung.
Dieselbe Rechnung zum zweiten Mal
Der Lieferant hat seine Rechnung per E-Mail und per Post geschickt. Beim Buchen meldet die Software einen Dublettenhinweis. Über die Schnittstelle lässt er sich nicht übersteuern; Claude zeigt ihn Ihnen, und auf Ihr „ist doppelt“ legt es den Beleg mit dismiss_receipt und dem Grund „Dublette“ ab. Er bleibt archiviert und lässt sich in der App wiederherstellen.
Wenn der Vorschlag nicht passt
Sagen Sie Claude im Klartext, was falsch ist: „Das ist kein Bürobedarf, das ist ein Monitor für 520 € netto.“ Claude bucht dann mit correction und übernimmt die vollständige Vorlage aus dem Vorschlag; jedes Feld ersetzt den bisherigen Wert, der Grund steht in der Prüfspur. Bei Belegen mit mehreren Steuersätzen setzt die Korrektur vat_treatment auf mixed und teilt in Zeilen auf, deren Bruttosumme dem Belegbetrag entspricht.
Zwei Rückfragen kommen von der Software selbst. Liegt eine Rechnung erst nach der Frist ihres Voranmeldungszeitraums vor, antwortet die Buchung mit received_on_confirmation_required; Claude zeigt Ihnen den Grund und bucht nur nach Ihrer Bestätigung. Und hat sich der Stand des Belegs zwischen Vorschlag und Buchung geändert, lehnt die Software mit evidence_state_conflict ab – Claude lädt den Vorschlag neu, statt alte Daten zu buchen.
Nach dem Buchen: Storno statt Löschen
Eine Belegbuchung lässt sich nur durch Storno zurücknehmen; nach § 146 Abs. 4 AO darf eine Buchung nicht so verändert werden, dass ihr ursprünglicher Inhalt nicht mehr feststellbar ist. Für eine gebuchte Eingangsrechnung nimmt cancel_incoming_invoice die Buchung per Gegenbuchung zurück, danach liegt der Beleg wieder zur Prüfung bereit. Ist die Rechnung schon bezahlt, löst storno_payment vorher die Zahlung. Eine Belegbuchung ohne Eingangsrechnung, etwa eine Quittung, nimmt storno_journal_entry mit Pflichtgrund zurück.
Für Belege, die gar nicht in diese Buchhaltung gehören, gibt es zwei Wege ohne Buchung: dismiss_receipt legt den Vorschlag mit Begründung als „nicht buchen“ ab, discard_receipt verwirft einen ungebuchten Beleg, dessen Datei nach § 147 AO aufbewahrt bleibt. Endgültig löschen darf Claude nur ein fehlgeleitetes Dokument, das nie geprüft, gebucht oder verknüpft wurde – und erst, nachdem es Ihnen Dateiname und Lieferant genannt hat.
Grenzen beim Belegebuchen: was bei Ihnen bleibt
- Die Entscheidung über den Sachverhalt: ob eine Ausgabe betrieblich ist, ob ein Essen eine Bewirtung von Geschäftsfreunden war, ob ein Gerät ins Anlagevermögen gehört. Claude fragt nach, die Antwort geben Sie.
- Belege, die die KI lesen muss, zählen auf das Kontingent der KI-erkannten Belege – gleich, ob sie in der App hochgeladen, an den Posteingang geschickt oder über Claude eingeliefert werden. E-Rechnungen im XML-Format werden ohne KI gelesen.
- Recherche-Modus meiden: Laut Hilfe des Anbieters kann Claude während einer Recherche Werkzeuge aus Konnektoren ohne weitere Nachfrage aufrufen; für Buchungsarbeit nutzen Sie den normalen Chat.
- Zum Ausprobieren eignet sich die Sandbox, ein Zwilling Ihrer Gesellschaft mit eigenen Schlüsseln: Dort gebuchte Belege berühren die echten Bücher nie.
Häufige Fragen
Muss ich jeden Beleg einzeln bestätigen, den Claude bucht?
Nein. Claude kann Ihnen eine Liste zeigen, die Sie als Ganzes bestätigen; Belege mit Prüfhinweis sollten Sie einzeln ansehen. Claude fragt vor dem Aufruf eines Werkzeugs um Erlaubnis, und eindeutige Belege bucht der Autopilot der Software ohne Claude.
Sieht Claude die Belegdatei?
Über die Anbindung nicht. Claude erhält die ausgelesenen Felder und den Buchungsvorschlag; die Originaldatei bleibt in der Buchhaltung und lässt sich über einen Download-Pfad laden. Wollen Sie, dass Claude das Dokument selbst liest, legen Sie die PDF zusätzlich in den Chat. Gebucht wird trotzdem nur aus dem Original in der Buchhaltung; eine Rechnung, die bisher nur im Chat liegt, bringen Sie über den Hochlade-Link hinein, den Claude Ihnen dafür gibt.
Was passiert, wenn ein Beleg doppelt im Eingang liegt?
Die Software meldet beim Buchen einen Dublettenhinweis, den Claude über die Schnittstelle nicht übergehen kann. Claude zeigt ihn Ihnen und legt den Beleg auf Ihre Antwort mit dismiss_receipt als Dublette ab.
Welche Rechte braucht die Verbindung zum Belegebuchen?
Lesen und Buchen. Zum Versand von Rechnungen oder zum Festschreiben sind eigene Rechte nötig; für Belege brauchen Sie sie nicht.
Kann Claude eine falsche Belegbuchung rückgängig machen?
Ja, per Storno und nach Ihrer Bestätigung, etwa mit cancel_incoming_invoice für eine gebuchte Eingangsrechnung. Gelöscht wird eine Buchung nie; der Beleg liegt danach wieder zur Prüfung bereit.
Kann Claude Belege aus einem Ordner auf meinem Rechner einliefern?
Mit der Erweiterung „Buchhaltung für Claude“ in der Claude-App für Mac oder Windows ja: upload_receipt nimmt dort einen Dateipfad an. Über den Konnektor in claude.ai oder auf dem Telefon erzeugt Claude stattdessen einen Hochlade-Link, über den Sie die Dateien aus dem Ordner selbst ablegen, bis zu 20 je Link.
Vom selben Anbieter: Jahresabschluss nach HGB – der komplette Leitfaden auf jahresabschluss.io.