Deckungsbeitrag

Deckungsbeitrag berechnen: von der Formel zur Entscheidung

Der Deckungsbeitrag zeigt, was ein Produkt oder ein Auftrag nach Abzug der variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten übrig lässt. Er ist die wichtigste Kennzahl, wenn Sie über Preise, Zusatzaufträge oder das Sortiment entscheiden – und er ist mit zwei einfachen Formeln gerechnet. Diese Seite erklärt Stückdeckungsbeitrag, DB I, DB II und DB-Marge, rechnet ein vollständiges Beispiel durch und zeigt, wie Sie mit dem Deckungsbeitrag einen knapp kalkulierten Zusatzauftrag oder ein Verlustprodukt richtig beurteilen. Die Zahlen dafür – variable Kosten je Kostenstelle, Erlöse je Position – kommen aus Ihrer laufenden Buchhaltung.

Die zwei Formeln: Deckungsbeitrag I und II

Der Deckungsbeitrag trennt variable Kosten (fallen je Stück an) von Fixkosten (fallen unabhängig von der Menge an). Daraus ergeben sich zwei Stufen:

  • Stückdeckungsbeitrag = Verkaufspreis je Stück − variable Kosten je Stück. Er sagt, was jedes verkaufte Stück zur Fixkostendeckung beiträgt.
  • Deckungsbeitrag I (gesamt) = Umsatz − variable Gesamtkosten, oder einfacher: Stückdeckungsbeitrag × Absatzmenge.
  • Deckungsbeitrag II = DB I − produktfixe Kosten (Fixkosten, die einem Produkt direkt zurechenbar sind, etwa eine eigene Maschine oder Produktwerbung).
  • DB-Marge = Stückdeckungsbeitrag ÷ Verkaufspreis, in Prozent. Sie macht Produkte mit unterschiedlichen Preisen vergleichbar.
  • Betriebsergebnis = Summe aller Deckungsbeiträge − nicht zurechenbare Fixkosten (Verwaltung, Vertrieb, Miete).

Ein durchgerechnetes Beispiel

Ein Betrieb verkauft Produkt A für 80 € je Stück, die variablen Kosten (Material, Fertigungslohn, Verpackung) betragen 50 € je Stück.

  • Stückdeckungsbeitrag = 80 € − 50 € = 30 € je Stück.
  • DB-Marge = 30 € ÷ 80 € = 37,5 %.
  • Bei einer Absatzmenge von 2.000 Stück: Deckungsbeitrag I = 30 € × 2.000 = 60.000 €.
  • Für Produkt A fallen produktfixe Kosten (eine eigene Fertigungsanlage) von 20.000 € an: Deckungsbeitrag II = 60.000 € − 20.000 € = 40.000 €.
  • Diese 40.000 € tragen zur Deckung der übrigen Fixkosten (Verwaltung, Vertrieb, Miete) und zum Gewinn bei.

Produktvergleich und der Engpass

Der höhere Verkaufspreis bringt nicht automatisch den höheren Deckungsbeitrag. Zwei Produkte im Vergleich:

Produkt A: Preis 80 €, variable Kosten 50 €, Stückdeckungsbeitrag 30 €, DB-Marge 37,5 %. Produkt B: Preis 120 €, variable Kosten 96 €, Stückdeckungsbeitrag 24 €, DB-Marge 20 %. Obwohl B teurer ist, trägt A je verkauftem Stück 6 € mehr zur Fixkostendeckung bei.

Entscheidend wird es, wenn eine Ressource knapp ist – etwa die Maschinenzeit. Produkt A benötigt 0,5 Maschinenstunden je Stück, Produkt B benötigt 1 Stunde. Dann zählt der Deckungsbeitrag je Engpassstunde: Produkt A erreicht 30 € ÷ 0,5 h = 60 € je Maschinenstunde, Produkt B nur 24 € ÷ 1 h = 24 € je Maschinenstunde. Bei ausgelasteter Fertigung ist Produkt A also mehr als doppelt so wertvoll. Der relative Deckungsbeitrag je Engpasseinheit ist die richtige Rangfolge – nicht der Preis und nicht der Stückdeckungsbeitrag allein.

Zwei typische Entscheidungen mit dem Deckungsbeitrag

Zusatzauftrag zum Sonderpreis

Ein Kunde bietet 60 € je Stück für 500 Stück – unter den Vollkosten von 70 € (50 € variabel + 20 € Fixkostenanteil). Die Vollkostenrechnung würde ablehnen. Der Deckungsbeitrag entscheidet richtig: 60 € − 50 € = 10 € je Stück, also 500 × 10 € = 5.000 € zusätzlicher Deckungsbeitrag. Solange freie Kapazität besteht und keine zusätzlichen Fixkosten entstehen, erhöht der Auftrag den Gewinn um 5.000 €.

Verlustprodukt im Sortiment

Produkt C wird für 40 € verkauft, verursacht aber 45 € variable Kosten. Der Stückdeckungsbeitrag ist −5 € – jedes verkaufte Stück vernichtet 5 € und macht die Fixkostendeckung schlechter, nicht besser. Ohne strategischen Grund (Lockangebot, Sortimentszwang) gehört ein Produkt mit negativem Deckungsbeitrag aus dem Programm oder auf einen höheren Preis.

Woher die Zahlen kommen

Ein Deckungsbeitrag ist nur so gut wie seine variablen Kosten. Diese Zahlen liefert Ihre laufende Buchhaltung: die Erlöse je Position aus der GuV, die variablen Kosten aus dem Konten-Drilldown und – wenn Sie mit Kostenstellen buchen – die Zuordnung zu Produkten oder Bereichen. Die BWA mit Vorjahresvergleich zeigt, wie sich Erlöse und variable Kosten entwickeln.

Ein fertiges Deckungsbeitrags-Modul mit vorgefertigten Schemata gibt es bei uns bewusst nicht – die Rechnung ist so schlank, dass Sie sie mit den obigen Formeln in Minuten selbst aufstellen. Was die Software liefert, sind die belastbaren Ist-Zahlen aus der Buchhaltung (50 € je Nutzer und Monat, die ersten zwei Monate kostenlos) und – im Modul Finanzplanung – die Plan-GuV, mit der Sie Preis- und Mengenänderungen als Szenario durchspielen, bevor Sie entscheiden. Die Finanzplanung lässt sich 14 Tage kostenlos testen, ohne Zahlungsdaten und ohne automatische Verlängerung.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag I und II?

Der Deckungsbeitrag I ist Umsatz minus variable Kosten. Vom Deckungsbeitrag II werden zusätzlich die produktfixen Kosten abgezogen – also Fixkosten, die sich einem einzelnen Produkt direkt zurechnen lassen, etwa eine eigene Maschine. DB II zeigt damit, ob ein Produkt auch seine eigenen Fixkosten trägt.

Darf ich einen Auftrag unter den Vollkosten annehmen?

Kurzfristig ja, solange der Preis über den variablen Kosten liegt und freie Kapazität besteht: Jeder Euro über den variablen Kosten trägt zur Fixkostendeckung bei. Im Beispiel bringt ein Preis von 60 € bei 50 € variablen Kosten 10 € Deckungsbeitrag je Stück. Auf Dauer müssen die Preise aber die Vollkosten decken, sonst bleiben die Fixkosten ungedeckt.

Was sagt die DB-Marge aus?

Die DB-Marge ist der Stückdeckungsbeitrag im Verhältnis zum Verkaufspreis, in Prozent. Sie macht Produkte mit unterschiedlichen Preisen vergleichbar und zeigt, welcher Anteil jedes Umsatzeuros zur Deckung der Fixkosten übrig bleibt.

Wie berücksichtige ich einen Engpass?

Wenn eine Ressource knapp ist – etwa Maschinen- oder Personalstunden –, rechnen Sie den Deckungsbeitrag je Engpasseinheit: Stückdeckungsbeitrag geteilt durch den Ressourcenverbrauch je Stück. Das Produkt mit dem höchsten Deckungsbeitrag je Engpassstunde wird zuerst gefertigt.

Liefert die Software die Zahlen für den Deckungsbeitrag?

Ja. Die Buchhaltung liefert Erlöse und variable Kosten über die BWA und den Konten-Drilldown, bei Bedarf je Kostenstelle. Die Finanzplanung erlaubt es, Preis- und Mengenänderungen als Szenario in der Plan-GuV durchzuspielen. Die Formeln selbst rechnen Sie mit den Werten dieser Seite.