Break-even
Break-even-Punkt berechnen: die Gewinnschwelle in zwei Formeln
Der Break-even-Punkt – die Gewinnschwelle – ist die Menge oder der Umsatz, ab dem ein Betrieb weder Verlust noch Gewinn macht: Ab hier sind alle Fixkosten gedeckt. Die Rechnung ist einfacher, als viele denken, und sie beantwortet die zentrale Planungsfrage: Wie viel muss ich verkaufen, damit sich das Geschäft trägt? Diese Seite erklärt beide Formeln – über die Stückzahl und über den Umsatz –, rechnet ein vollständiges Beispiel durch und zeigt, wie eine Preiserhöhung oder eine Fixkostensenkung die Gewinnschwelle verschiebt.
Die zwei Wege zum Break-even
Der Break-even lässt sich als Menge oder als Umsatz ausdrücken. Beide beruhen auf dem Deckungsbeitrag:
- Break-even-Menge = Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag. Der Stückdeckungsbeitrag ist Verkaufspreis minus variable Kosten je Stück.
- Break-even-Umsatz = Fixkosten ÷ DB-Marge. Die DB-Marge ist der Stückdeckungsbeitrag geteilt durch den Verkaufspreis.
- Beide Wege führen zum selben Punkt: Break-even-Umsatz = Break-even-Menge × Verkaufspreis.
- Oberhalb des Break-even wird jeder zusätzliche Stückdeckungsbeitrag zu Gewinn, unterhalb bleiben Fixkosten ungedeckt.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Ein Betrieb verkauft ein Produkt für 50 € je Stück, die variablen Kosten betragen 30 € je Stück, die Fixkosten liegen bei 200.000 € im Jahr.
- Stückdeckungsbeitrag = 50 € − 30 € = 20 € je Stück.
- DB-Marge = 20 € ÷ 50 € = 40 %.
- Break-even-Menge = 200.000 € ÷ 20 € = 10.000 Stück.
- Break-even-Umsatz = 200.000 € ÷ 0,40 = 500.000 € – identisch mit 10.000 Stück × 50 €.
- Sind 12.000 Stück geplant, entsteht ein Gewinn von 12.000 × 20 € − 200.000 € = 40.000 €; die Sicherheitsstrecke beträgt (12.000 − 10.000) ÷ 12.000 = rund 16,7 %.
Was eine Preiserhöhung bewirkt
Angenommen, der Verkaufspreis steigt um 10 % auf 55 €, die variablen Kosten bleiben bei 30 €. Der Stückdeckungsbeitrag wächst auf 55 € − 30 € = 25 €. Die neue Break-even-Menge sinkt auf 200.000 € ÷ 25 € = 8.000 Stück – ein Rückgang um 20 %, obwohl der Preis nur um 10 % gestiegen ist. Der Grund: Die Preiserhöhung schlägt voll auf den Deckungsbeitrag durch, weil die variablen Kosten gleich bleiben.
Der Break-even-Umsatz sinkt entsprechend auf 8.000 × 55 € = 440.000 €. Preisänderungen wirken also überproportional auf die Gewinnschwelle – ein wichtiger Hebel, den viele unterschätzen.
Was eine Fixkostensenkung bewirkt
Bleibt der Preis bei 50 € (Stückdeckungsbeitrag 20 €), senkt der Betrieb aber die Fixkosten von 200.000 € auf 180.000 €, sinkt die Break-even-Menge auf 180.000 € ÷ 20 € = 9.000 Stück. Jede eingesparte 1.000 € Fixkosten senkt die nötige Absatzmenge um 1.000 ÷ 20 = 50 Stück.
Preis- und Kostenhebel lassen sich kombinieren: Wer den Preis auf 55 € erhöht und die Fixkosten auf 180.000 € senkt, kommt auf 180.000 € ÷ 25 € = 7.200 Stück Break-even – ein Drittel weniger als die ursprünglichen 10.000 Stück. So sehen Sie unmittelbar, welcher Hebel bei Ihnen am stärksten wirkt.
Woher die Zahlen kommen
Für den Break-even brauchen Sie drei Größen: Verkaufspreis, variable Stückkosten und Fixkosten. Preis und variable Kosten stehen in Ihrer Kalkulation, die Fixkosten liefert die Buchhaltung – die BWA trennt die fixen von den variablen Aufwendungen, der Konten-Drilldown zeigt jede Position bis zum Beleg.
Einen interaktiven Break-even-Rechner versprechen wir hier bewusst nicht – die Formel ist eine einzige Division, die Sie mit den Werten dieser Seite in Sekunden selbst rechnen. Was die Software liefert, sind die belastbaren Ist-Fixkosten aus der Buchhaltung (50 € je Nutzer und Monat, zwei Monate gratis) und die Plan-GuV im Modul Finanzplanung, in der Sie Preis, Menge und Fixkosten als Best-, Base- und Worst-Case-Szenario durchspielen und den Plan-Ist-Vergleich laufend verfolgen. Die Finanzplanung lässt sich 14 Tage kostenlos testen.
Häufige Fragen
Wie lautet die Break-even-Formel?
Break-even-Menge = Fixkosten geteilt durch den Stückdeckungsbeitrag (Verkaufspreis minus variable Kosten je Stück). Alternativ als Umsatz: Fixkosten geteilt durch die DB-Marge. Im Beispiel sind das 200.000 € ÷ 20 € = 10.000 Stück beziehungsweise 200.000 € ÷ 0,40 = 500.000 € Umsatz.
Warum senkt eine Preiserhöhung den Break-even so stark?
Weil eine Preiserhöhung voll auf den Deckungsbeitrag durchschlägt, solange die variablen Kosten gleich bleiben. Im Beispiel erhöht ein um 10 % höherer Preis den Stückdeckungsbeitrag von 20 € auf 25 € und senkt die Break-even-Menge von 10.000 auf 8.000 Stück – also um 20 %.
Was ist die Sicherheitsstrecke?
Die Sicherheitsstrecke (Sicherheitskoeffizient) ist der Abstand zwischen geplantem Absatz und Break-even, in Prozent des geplanten Absatzes. Bei 12.000 geplanten und 10.000 Stück Break-even beträgt sie (12.000 − 10.000) ÷ 12.000 = rund 16,7 %. Sie zeigt, wie weit der Umsatz einbrechen darf, bevor Verlust entsteht.
Gibt es einen interaktiven Break-even-Rechner?
Nein, und wir versprechen auch keinen. Die Break-even-Formel ist eine einzige Division. Was die Software beisteuert, sind die verlässlichen Ist-Fixkosten aus der Buchhaltung und die Möglichkeit, Preis-, Mengen- und Fixkosten-Szenarien in der Plan-GuV der Finanzplanung durchzurechnen.
Wie trenne ich fixe von variablen Kosten?
Variable Kosten steigen mit der Menge (Material, Fertigungslohn, Verpackung), Fixkosten fallen unabhängig davon an (Miete, Gehälter, Versicherungen, Abschreibungen). Die BWA in der Buchhaltung hilft bei der Zuordnung, weil sie die Aufwandsarten getrennt ausweist; Mischkosten teilen Sie nach Erfahrung oder dem Verlauf mehrerer Monate auf.