Import · Drittland
Einfuhrumsatzsteuer buchen mit KI: Zollbescheid und Spediteurrechnung zerlegen
Einfuhrumsatzsteuer buchen mit KI: Die bei der Einfuhr aus einem Drittland entstandene Einfuhrumsatzsteuer ist nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG als Vorsteuer abziehbar und steht im SKR03 auf 1588, im SKR04 auf 1433 („Entstandene Einfuhrumsatzsteuer“). Der gezahlte Betrag ist die Steuer, deshalb gibt es keinen weiteren Steuerschlüssel (V0). Der Zoll ist dagegen keine Vorsteuer, sondern Anschaffungsnebenkosten der Ware; die Abfertigungsgebühr des Spediteurs wird nach ihrer eigenen Rechnung versteuert. Eine Spediteurrechnung hat meist alle drei in einem Beleg.
In der Software: Jahresabschluss.io führt die doppelte Buchführung nach SKR03 oder SKR04: Belege, Bankumsätze und Rechnungen werden laufend verbucht; die KI kontiert und bucht eindeutige Vorgänge innerhalb Ihrer Freigaben selbst.
Stand: 2026-10-31
Drei Posten, drei Behandlungen
Einfuhrumsatzsteuer: 1588 / 1433, V0
Abziehbar ist die entstandene Einfuhrumsatzsteuer für Gegenstände, die für das Unternehmen eingeführt worden sind. Bemessungsgrundlage ist der Zollwert, dazu kommen unter anderem die Zölle und die Beförderungs- und Nebenkosten bis zum ersten Bestimmungsort im Gemeinschaftsgebiet (§ 11 Abs. 1 und 3 UStG). Den Betrag lesen Sie vom Einfuhrbeleg ab, die Software rechnet ihn nicht nach.
Zoll: Anschaffungsnebenkosten
Zu den Anschaffungskosten gehören nach § 255 Abs. 1 Satz 2 HGB auch die Nebenkosten. Der Prüfhinweis des Katalogs verweist für den Zollanteil auf die Konten 3850 (SKR03) und 5840 (SKR04). Eine Vorsteuer steckt im Zoll nicht.
Abfertigungs- und Vorlagegebühr des Spediteurs
Die Gebühr für die Zollabfertigung ist selbst keine Einfuhrumsatzsteuer. Sie gehört als Nebenkosten zum Warenbezug, SKR03 3800, SKR04 5800 („Bezugsnebenkosten“), und betrifft sie ein Anlagegut, wird sie diesem zugerechnet. Der Steuersatz folgt der Gebührenrechnung; für Vorlageentgelte von Kurierdiensten nennt der Prüfhinweis des Katalogs 19 Prozent. Steuerfrei kann eine solche Leistung nach § 4 Nr. 3 Satz 1 Buchst. a Doppelbuchst. bb UStG sein, wenn ihre Kosten in der Bemessungsgrundlage der Einfuhr enthalten sind; maßgeblich ist der Ausweis.
Beispiel: eine Spediteurrechnung, drei Konten
Beispiel: Ein Spediteur verzollt eine Warenlieferung aus einem Drittland und stellt Ihnen in Rechnung: verauslagten Zoll 300,00 €, verauslagte Einfuhrumsatzsteuer 1.995,00 €, Abfertigungsgebühr 85,00 € netto zuzüglich 16,15 € Umsatzsteuer. Gesamt 2.396,15 €.
Auf dem Zollbescheid steht, wie sich die Einfuhrumsatzsteuer berechnet. In diesem Beispiel sind es 19 Prozent auf eine Grundlage von 10.500,00 €: Warenwert 10.000,00 € plus Zoll 300,00 € plus Beförderungskosten 200,00 €. Die Zahlen sind ausgedacht; maßgeblich sind immer die Angaben des Einfuhrbelegs.
SKR03 SKR04 Zoll 300,00 3850 5840 Einfuhrumsatzsteuer 1.995,00 1588 1433 Bezugsnebenkosten 85,00 3800 5800 Abziehbare Vorsteuer 19 % 16,15 1576 1406 an Verbindlichkeiten 2.396,15 1600 3300 Steuerschlüssel: V0 für Zoll und Einfuhrumsatzsteuer, V19 für die Gebühr (in der Voranmeldung: 1.995,00 in Kennzahl 62, 16,15 in Kennzahl 66)
Wie die Software den Importbeleg vorschlägt
- Stichworte wie Einfuhrumsatzsteuer, Zollbescheid oder Einfuhrabgaben führen den Beleg auf das Konto der entstandenen Einfuhrumsatzsteuer mit der Begründung, dass der gezahlte Betrag die Steuer ist.
- Verzollungs- und Zollabfertigungsgebühren, Vorlageprovisionen und Importabwicklung erkennt der Katalog als Bezugsnebenkosten; dieser Eintrag hat Vorrang vor der Einfuhrumsatzsteuer und der Ausgangsfracht.
- Enthält die Abrechnung auch Zoll oder verauslagte Einfuhrumsatzsteuer, bittet der Prüfhinweis darum, die Beträge in der Belegprüfung aufzuteilen. Der Steuerbetrag stammt aus dem Einfuhrbeleg.
- Was auf 1588 / 1433 gebucht ist, rechnet die Software in der Umsatzsteuer-Voranmeldung in Kennzahl 62 (Einfuhrumsatzsteuer) ein, getrennt von der übrigen Vorsteuer.
- Den Steuerschlüssel „EUSt“ verwendet die Software für etwas anderes: Er kennzeichnet die Rechnung des Lieferanten aus dem Drittland über die eingeführte Ware. book_incoming_invoice bucht sie damit ohne Vorsteuer, weil diese Rechnung keine deutsche Umsatzsteuer enthält, und weist sie ab, wenn ein Steuerbetrag mitgeschickt wird. In der Aufteilung eines Belegs ist der Schlüssel nicht zulässig; dort steht die Einfuhrumsatzsteuer als eigene Zeile auf 1588 / 1433 mit V0.
- Ungewöhnliche Steuerschlüssel, etwa für Reverse Charge, innergemeinschaftlichen Erwerb oder Einfuhr, übernimmt die Software nicht ungesehen als gelernte Gewohnheit; sie fragt um Bestätigung.
- Der Beleg kommt per Upload, an die Beleg-Adresse oder per Hochlade-Link aus dem Chat herein.
Nachweis und Zeitpunkt
Der Zollbescheid beziehungsweise die elektronische Zollanmeldung ist der Beleg für den Vorsteuerabzug aus der Einfuhr. Die Rechnung des Spediteurs allein nennt oft nur den Betrag. Heben Sie beides auf. Für die Einfuhrumsatzsteuer gelten die Vorschriften für Zölle sinngemäß (§ 21 Abs. 2 UStG); ist ein Zahlungsaufschub bewilligt, wird sie erst am 26. des zweiten auf den Monat folgenden Kalendermonats fällig (§ 21 Abs. 3a UStG). Abziehbar ist aber die entstandene, nicht erst die bezahlte Einfuhrumsatzsteuer (§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG). Den Voranmeldungszeitraum bestimmt deshalb die Entstehung laut Einfuhrbeleg; achten Sie beim Buchen auf dieses Datum und klären Sie Zweifelsfälle mit Ihrer Kanzlei.
Spediteurrechnung und Zollbescheid im Chat
Ist Ihre Gesellschaft verbunden (Anleitung oben) und hat die Verbindung das Recht „Buchen“, lautet der Auftrag etwa:
Im Belegeingang liegt die Rechnung der Spedition vom 19. Oktober über 2.396,15 EUR und der Zollbescheid. Teilen Sie die Rechnung auf: Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und die Abfertigungsgebühr mit Umsatzsteuer. Zeigen Sie mir die Aufteilung mit den Konten und buchen Sie erst nach meiner Bestätigung.
Das Programm holt den Beleg mit list_receipts, liest den Vorschlag mit get_receipt_proposal und legt die Aufteilung als Korrektur an: gemischt, mit je einer Zeile für Konto, Steuerschlüssel, Steuersatz und Betrag; die Brutto-Summe muss dem Rechnungsbetrag entsprechen. Nach Ihrem Ja bucht confirm_receipt. Fehlt der Zollbescheid, erzeugt create_receipt_upload_link einen Hochlade-Link; get_receipt_inbox_address nennt die Beleg-Adresse. Was Sie nur im Chat anhängen, erreicht die Software nicht als Datei.
Vier Irrtümer beim Import
- Es bucht den ganzen Betrag der Spediteurrechnung mit 19 Prozent und zieht dadurch Vorsteuer aus Zoll und Einfuhrumsatzsteuer, die auf der Rechnung gar nicht als Umsatzsteuer stehen.
- Es zieht die Einfuhrumsatzsteuer gar nicht ab, weil sie als „durchlaufender Posten“ des Spediteurs erscheint.
- Es verwechselt innergemeinschaftlichen Erwerb mit Einfuhr. Lieferungen aus anderen EU-Staaten haben keine Einfuhrumsatzsteuer, sie folgen eigenen Regeln.
- Es bucht den Zoll als allgemeinen Aufwand, etwa als Gebühr oder Abgabe, statt als Nebenkosten des Warenbezugs (3850 / 5840); bei einem Anlagegut gehört er zu dessen Anschaffungskosten.
Die Prüfung des Imports liegt bei Ihnen
- Die Prüfung, wer die Einfuhr angemeldet hat und ob die Steuer für Ihr Unternehmen entstanden ist.
- Der Abgleich mit dem Zollbescheid und der Zeitpunkt des Abzugs in der Voranmeldung.
- Die Zuordnung der Nebenkosten zu Ware oder Anlagegut.
- Die Voranmeldung, in der die Einfuhrumsatzsteuer steht, geben Sie selbst frei; übermittelt wird sie in der App, nicht von Claude oder ChatGPT.
Häufige Fragen
Welches Konto nehme ich für die Einfuhrumsatzsteuer?
SKR03 1588, SKR04 1433, „Entstandene Einfuhrumsatzsteuer“. Der Steuerschlüssel ist V0, weil der gezahlte Betrag bereits die Steuer ist.
Ist die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer abziehbar?
Ja, nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG, soweit die Gegenstände für das Unternehmen eingeführt worden sind.
Wie buche ich Zoll?
Als Anschaffungsnebenkosten der Ware (§ 255 Abs. 1 Satz 2 HGB). Der Katalog verweist dafür auf die Konten 3850 (SKR03) und 5840 (SKR04). Im Zoll steckt keine Vorsteuer.
Wie buche ich die Gebühr des Spediteurs für die Zollabfertigung?
Auf „Bezugsnebenkosten“ (SKR03 3800, SKR04 5800). Der Steuersatz folgt der Gebührenrechnung; steuerfrei ist die Gebühr nur, wenn ihre Kosten in die Bemessungsgrundlage der Einfuhr eingegangen sind.
Gilt das auch für Lieferungen aus der EU?
Nein. Bei Lieferungen aus anderen EU-Staaten entsteht keine Einfuhrumsatzsteuer; es gelten die Regeln des innergemeinschaftlichen Erwerbs.
Welchen Beleg brauche ich?
Den Zollbescheid beziehungsweise die Zollanmeldung mit der Einfuhrumsatzsteuer. Maßgeblich ist der Einfuhrbeleg; die Spediteurrechnung allein nennt oft nur den Betrag.
Wofür ist der Steuerschlüssel „EUSt“ gedacht?
Für die Rechnung des Lieferanten aus dem Drittland über die eingeführte Ware: Die Software bucht sie damit ohne Vorsteuer. Die Einfuhrumsatzsteuer selbst steht mit dem Zollbescheid auf 1588 / 1433.
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