Prognosebericht · § 289 Abs. 1 HGB / DRS 20.118 ff.

Prognosebericht erstellen – die Zukunft belastbar darstellen

Der Prognosebericht ist der nach vorne gerichtete Kern des Lageberichts: Er beschreibt die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken. DRS 20 verlangt konkrete, auf das Unternehmen bezogene Aussagen – keine Floskeln und keine bloße Fortschreibung des Vorjahres.

Stand:

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Was der Prognosebericht nach DRS 20 leisten muss

Der Prognosebericht ist mehr als ein Ausblick in Worten. DRS 20 stellt vier Anforderungen, die jede Aussage erfüllen muss:

Prognosezeitraum

Mindestens ein Jahr ab dem Abschlussstichtag (DRS 20.127). Die Prognose knüpft an die Ist-Kennzahlen des Wirtschaftsberichts an.

Leistungsindikatoren

Die wichtigsten finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen werden prognostiziert – mit Richtung und Intensität der erwarteten Veränderung (DRS 20.126 ff.).

Annahmen offenlegen

Die wesentlichen Annahmen zur konjunkturellen und branchenbezogenen Entwicklung, auf denen die Prognose beruht, werden benannt.

Prognosegenauigkeit

Der Grad der Genauigkeit richtet sich nach der Unsicherheit – von der Punktprognose bis zur komparativen Aussage. Vage Pauschalaussagen genügen nicht.

Prognosegenauigkeiten – von der Punktprognose zur komparativen Aussage

DRS 20 verlangt keine Scheingenauigkeit. Je nach Unsicherheit sind unterschiedliche Prognosearten zulässig – solange die Aussage überprüfbar bleibt:

Punktprognose

Ein konkreter erwarteter Wert (z. B. „Umsatz von rund 12 Mio. €“). Nur bei hoher Vorhersehbarkeit sinnvoll.

Intervallprognose

Eine erwartete Bandbreite (z. B. „Umsatzwachstum zwischen 5 % und 8 %“). Bildet Unsicherheit realistisch ab.

Qualifiziert-komparative Prognose

Eine gerichtete Aussage mit Intensität (z. B. „deutlicher Anstieg des Ergebnisses“). Der Bezugswert und die Richtung sind eindeutig.

Komparative Prognose

Eine reine Richtungsaussage (z. B. „leicht steigend“). Zulässig bei erhöhter Unsicherheit – aber mit offengelegten Annahmen.

Wie Jahresabschluss.io den Prognosebericht vorbereitet

Der Workflow verbindet Ihre tatsächlichen Finanzdaten mit strukturierten Fragen – ohne erfundene Zahlen.

Fragebogen zu Annahmen

Strukturierte Abfrage zu erwarteter Entwicklung, Investitionen, Markt und wesentlichen Annahmen – abgestimmt auf Ihre Größenklasse.

Echte Kennzahlen statt Schätzung

Die im Bericht genannten Ist-Werte stammen aus Ihrer Bilanz und GuV. Prozentkennzahlen werden nicht selbst gerechnet oder geschätzt, sondern aus den belegten Daten übernommen.

Vorjahresprognose gesperrt

Die KI darf die alte Prognose nicht recyceln. Fehlt eine Angabe, erscheint ein klarer [BITTE ERGÄNZEN]-Hinweis statt einer erfundenen Aussage.

Prognosebericht im Workflow erstellen

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Häufige Fehler im Prognosebericht

Die Prognose des Vorjahres wird unverändert übernommen – DRS 20 verlangt eine jährlich neue Einschätzung.

Aussagen bleiben vage („die Entwicklung wird positiv erwartet“) ohne Bezug zu konkreten Leistungsindikatoren.

Die zugrunde liegenden Annahmen fehlen, sodass die Prognose nicht nachvollziehbar ist.

Die prognostizierte Entwicklung widerspricht den Zahlen aus Bilanz, GuV und Wirtschaftsbericht.

Weiterführende Seiten

Der Prognosebericht ist Teil des Lageberichts nach HGB. Siehe auch Risiko- und Chancenbericht, Wirtschaftsbericht, DRS 20 erklärt und die Lagebericht-Checkliste.

Häufige Fragen

Kurz und konkret zu Produkt, Ablauf und Einsatzbereich.

Der Prognosebericht beschreibt die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft. Nach DRS 20.126 ff. sind mindestens die wichtigsten finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren zu prognostizieren – jeweils mit Angabe von Richtung und Intensität der erwarteten Veränderung sowie den zugrunde liegenden Annahmen.

DRS 20.127 verlangt einen Prognosezeitraum von mindestens einem Jahr, gerechnet ab dem Abschlussstichtag. Der Prognosebericht knüpft an die im Wirtschaftsbericht dargestellten Ist-Kennzahlen an und macht deren erwartete Entwicklung nachvollziehbar.

DRS 20 kennt abgestufte Prognosegenauigkeiten – von der Punkt- über die Intervall- und die qualifiziert-komparative bis zur komparativen Prognose. Bei erhöhter Unsicherheit sind auch komparative Aussagen zulässig, solange die Annahmen offengelegt werden und die Aussage überprüfbar bleibt.

Nein. Die Prognose ist für jedes Geschäftsjahr neu und auf Basis aktueller Annahmen zu erstellen. Jahresabschluss.io sperrt die Wiederverwendung der Vorjahresprognose bewusst und arbeitet stattdessen mit den aktuellen Finanzdaten und Ihren Angaben aus dem Fragebogen.

Prognosebericht im Workflow erstellen

So verbindet Jahresabschluss.io Ihre echten Kennzahlen, Ihre Annahmen und einen klaren Prüfprozess zu einem belastbaren Prognosebericht.