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Claude und Steuern

Steuererklärung mit Claude machen: was geht, was nicht und wer abgibt

Eine Steuererklärung mit Claude machen können Sie nur zum Teil: Ihre private Einkommensteuererklärung liegt außerhalb der Anbindung und wird von Claude nie abgegeben, während Claude die Umsatzsteuer-Voranmeldung, die Zusammenfassende Meldung, die Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung und die Anlage EÜR Ihres Unternehmens über jahresabschluss.io amtlich prüfen und zur Übermittlung vorbereiten kann. Übermittelt wird derzeit nur in der App, von einem Menschen, mit der ELSTER-PIN, weil das Recht zum Senden über die Anbindung nicht vergeben wird. Berichtigungen sind über die Anbindung ebenfalls gesperrt. Ohne Anbindung bleibt Claude ein Gesprächspartner, der Vordrucke erklärt und Unterlagen ordnet.

In der Software: Jahresabschluss.io führt die doppelte Buchführung nach SKR03 oder SKR04: Belege, Bankumsätze und Rechnungen werden laufend verbucht; die KI kontiert und bucht eindeutige Vorgänge innerhalb Ihrer Freigaben selbst.

Stand: 2026-11-06

Zuerst klären: wessen Erklärung ist es?

Wer „Steuererklärung mit Claude“ sucht, meint oft die private Erklärung. Für die Antwort zählt, wer sie abgibt.

Privatperson ohne Betrieb

Lohn, Rente, Kapitalerträge, Vermietung: Diese Einkommensteuererklärung ist nicht Teil der Software und über die Anbindung gesperrt. Claude kann im Chat Vordrucke erklären und Unterlagen ordnen. Abgeben müssen Sie auf Ihrem gewohnten Weg oder über Ihre Steuerberatung.

Inhaber eines Einzelunternehmens

Für Gewerbe oder freien Beruf gibt es ein eigenes Modul in der App, für die Veranlagungszeiträume 2023 bis 2025; dort erstellen und übermitteln Sie die Einkommensteuererklärung selbst. Claude erreicht dieses Modul nicht, arbeitet aber an dem, was vorher kommt: Belege, Zahlungen, Anlage EÜR und Umsatzsteuer.

GmbH, UG, AG und andere Gesellschaften

Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und E-Bilanz sind Erklärungen der Gesellschaft. Hier kann Claude prüfen und vorbereiten. Ihre persönliche Erklärung als Gesellschafter ist davon getrennt und nicht Teil der Software, auch wenn Sie die Gesellschaft allein führen.

Was Claude über die Anbindung prüft und vorbereitet

Jede Art läuft über dieselben Werkzeuge: check_tax_filing für die amtliche Prüfung ohne Versand, prepare_tax_filing zum Einfrieren der Werte, request_tax_filing_approval für den Link in die App.

Umsatzsteuer-Voranmeldung

Die Kennzahlen kommen aus den Büchern. Claude stellt die Fragen des amtlichen Vordrucks (get_vat_supplementary) und hält nur Ihr ausdrückliches „keine Sonderfälle“ fest.

Zusammenfassende Meldung, Dauerfristverlängerung

Im Regelfall legt Claude den Entwurf selbst aus den Büchern an (create_tax_draft); dabei geht noch nichts hinaus.

Körperschaft- und Gewerbesteuer

Claude schreibt an der Erklärung nicht mit. Sachverhaltsfragen und Freigabe erledigen Sie in der App, danach prüft und bereitet Claude den freigegebenen Stand vor.

Anlage EÜR

Claude liest die Vorschau mit get_euer und arbeitet die Hinweise mit Ihnen ab. Geprüft wird erst, was Sie in der App freigegeben haben; sonst antwortet die Schnittstelle mit freigabe_in_app.

Umsatzsteuer-Jahreserklärung und E-Bilanz

Entwurf und Datei entstehen in der App. Danach prüft und bereitet Claude vor wie bei den übrigen Meldungen.

Was gesperrt ist

Diese Fälle lehnt die Schnittstelle ab, gleich wie der Auftrag im Chat formuliert ist.

  • Einkommensteuer: Das Feld art kennt diese Erklärung nicht. Ein solcher Aufruf endet mit einer Ablehnung, bevor irgendetwas geprüft wird.
  • Feststellungserklärung, Lohnsteuer-Anmeldung und Kapitalertragsteuer-Anmeldung: ebenfalls nicht über die Anbindung.
  • Berichtigungen: Die Schnittstelle lehnt sie ab, etwa mit api_berichtigung_nur_in_app und der passenden Seite der App, oder meldet ein Hindernis, das in die App führt.
  • Gewerbesteuer mit Zerlegung: Hier lautet die Antwort api_zerlegung_nur_in_app.
  • Die Übermittlung selbst: Der Server kennt zwar ein Sendewerkzeug (submit_tax_filing), das Recht dafür wird aber derzeit nicht vergeben. Weder die Freigabeseite noch die Schlüsselverwaltung bietet es an, das Werkzeug erscheint deshalb in keiner Verbindung, und ein direkter Aufruf wird abgelehnt.

Beispiel: Körperschaftsteuer 2025 einer GmbH im Gespräch

So kann es in claude.ai aussehen. In Klammern stehen die Werkzeuge, die Claude aufruft; die Ergebnisse sind Beispiele:

Sie:     Was ist an Steuern noch offen?
Claude:  (list_tax_deadlines, status=offen)
         → KSt und GewSt 2025 sind nicht erledigt

Sie:     Wie weit ist die Körperschaftsteuer 2025?
Claude:  (list_tax_filings, art=kst, year=2025)
         → in der App freigegeben, nicht übermittelt

Sie:     Bitte amtlich prüfen.
Claude:  (check_tax_filing, art=kst, year=2025)
         → valid=true, keine Hindernisse, nichts gesendet

Sie:     Bitte vorbereiten und den Link schicken.
Claude:  (prepare_tax_filing, art=kst, year=2025)
         → zeigt Werte und Prüfwert, wartet auf Ihr Ja
         (request_tax_filing_approval, id=<vorgang_id>)
         → Freigabe-Link, sieben Tage gültig

Sie:     öffnen den Link und übermitteln in der App

Die Hilfe des Herstellers rät, Claudes Anfragen zur Freigabe von Werkzeugen sorgfältig zu prüfen und „Allow always“ nur für Server und Werkzeuge zu wählen, denen Sie ohne Aufsicht vertrauen. Im Modus Research kann Claude Werkzeuge ohne weitere Rückfrage aufrufen; schalten Sie dort ändernde Werkzeuge ab. Für Prüfen und Vorbereiten braucht die Verbindung auf der Freigabeseite den Haken „Buchen“, bei einer Gesellschaft nur mit Steuer-Modul heißt er „Steuern prüfen und vorbereiten“. Ohne diesen Haken sieht Claude Fristen und Stand, prüft aber nichts.

Bei Körperschaft- und Gewerbesteuer bestätigen Sie die Sendewerte zusätzlich auf der Seite der Erklärung, bevor Sie mit Zwei-Faktor-Bestätigung und PIN abschließen. Die PIN gehört nie in den Chat.

Wer welchen Teil übernimmt

Die Software

Sie rechnet Kennzahlen und Erklärungen aus den Büchern, führt die amtliche Prüfung mit ERiC aus und friert Werte mit einem Prüfwert 30 Minuten ein. Die Automatik bucht ausreichend sichere Belege selbst; Reverse Charge nach § 13b UStG, innergemeinschaftlicher Erwerb und Einfuhrumsatzsteuer bleiben Pflichtprüfung; die ersten beiden laufen nur dann ohne Prüfung, wenn die Steuerart im Stammsatz des Lieferanten steht und USt-IdNr. oder Steuernummer zum Beleg passen.

Claude

Es ruft die Werkzeuge auf, erklärt Beanstandungen in normaler Sprache, sucht die Buchungen hinter einer Kennzahl und hält Ihnen Fristen vor. Einen Beleg, den Sie im Chat anhängen, bucht es nicht: Dafür erzeugt es einen Hochlade-Link (create_receipt_upload_link), über den die Datei direkt in die Buchhaltung geht.

Sie oder Ihre Kanzlei

Sie beantworten, was nicht in den Büchern steht, geben Erklärungen frei und schließen die Abgabe in der App ab. Arbeitet Ihre Kanzlei in derselben Software, sieht sie denselben Stand.

Private Erklärung: wobei Claude ohne Anbindung hilft

Ein normaler Chat hat keinen Einblick in Ihre Daten beim Finanzamt und keinen Weg dorthin. Nützlich ist er trotzdem.

  • Begriffe und Vordrucke erklären, etwa den Unterschied zwischen Werbungskosten und Sonderausgaben.
  • Aus Ihren Angaben eine Liste der Unterlagen machen, die noch fehlen.
  • Einen Steuerbescheid in einfachen Worten lesen und Abweichungen zur Erklärung benennen.
  • Fragen für das Gespräch mit Ihrer Steuerberatung sammeln.

Jede Aussage zu Beträgen und Fristen prüfen Sie am Gesetzestext für das richtige Jahr. Steuer-ID, Bankdaten oder Gesundheitsangaben laden Sie nur hoch, wenn Sie die Datenschutzeinstellungen Ihres Tarifs kennen. Welche Fehler ein Chat typischerweise macht, zeigt die Seite zur Steuererklärung mit ChatGPT; für Claude gilt dasselbe Muster.

Rechtlicher Rahmen

Die Angaben in Steuererklärungen sind wahrheitsgemäß nach bestem Wissen und Gewissen zu machen (§ 150 Abs. 2 AO). Diese Pflicht trifft Menschen, kein Programm. Die Einkommensteuererklärung abzugeben ist Pflicht der steuerpflichtigen Person (§ 25 Abs. 3 EStG); wer Gewinneinkünfte hat, übermittelt sie in der Regel nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz (§ 25 Abs. 4 EStG).

Erkennen Sie vor Ablauf der Festsetzungsfrist einen Fehler in einer abgegebenen Erklärung, der zu einer Steuerverkürzung führen kann, müssen Sie das unverzüglich anzeigen und richtigstellen (§ 153 Abs. 1 AO). Bei Erklärungen aus der Software läuft dieser Schritt in der App und nicht über die Anbindung.

Grenzen: was bei Ihnen bleibt

  • Die Software ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Einzelfragen gehören zu Ihrer Steuerberatung.
  • Unterstützung eines Formulars heißt nicht, dass jeder Sonderfall direkt versendet werden kann; gesperrte Fälle nennt die Erklärungsseite mit Grund.
  • Die Sachverhaltsfragen beantworten Sie selbst, auch wenn Claude sie Ihnen erklären kann.
  • Antworten im Chat sind ein Zwischenstand. Maßgeblich sind die Bücher und der Stand, den Sie in der App freigeben.
  • Lohnabrechnungen bietet die Software derzeit nicht an.

Häufige Fragen

Kann Claude meine Steuererklärung machen?

Zum Teil. Erklärungen und Meldungen eines Unternehmens kann Claude über die Anbindung amtlich prüfen und vorbereiten. Die private Einkommensteuererklärung erreicht es nicht. Abgegeben wird in jedem Fall von einem Menschen.

Kann Claude meine private Einkommensteuererklärung erstellen?

Über die Anbindung nicht: Die Einkommensteuer ist dort gesperrt. Im Chat kann Claude Vordrucke erklären und Unterlagen ordnen. Inhaber eines Einzelunternehmens erstellen die Erklärung im eigenen Modul der App; für Privatpersonen ohne Betrieb und für Gesellschafter gehört sie nicht zur Software.

Übermittelt Claude selbst an das Finanzamt?

Nein. Claude prüft und bereitet vor, Sie übermitteln über den Freigabe-Link in der App mit Ihrer PIN. Ein Recht zum Senden ohne die App wird derzeit nicht vergeben.

Was passiert, wenn ich Claude trotzdem um die Einkommensteuer bitte?

Über die Anbindung läuft das ins Leere: Die Schnittstelle kennt nur ihre festen Arten und lehnt alles andere ab. Es entsteht keine Meldung, und es wird nichts geprüft.

Kann Claude die Steuererklärung meiner GmbH fertig machen?

Die Vorarbeit ja, die Entscheidung nein. Körperschaft- und Gewerbesteuer geben Sie in der App frei, danach prüft Claude amtlich und bereitet die Übermittlung vor. Die Bücher dafür kann Claude laufend mit Ihnen führen.

Welchen Claude-Tarif brauche ich?

Einen, der eigene Konnektoren erlaubt. Laut Hilfe des Herstellers ist das auch im kostenlosen Tarif möglich, dort mit höchstens einem eigenen Konnektor. Maßgeblich ist der aktuelle Stand beim Hersteller.

Ersetzt Claude meine Steuerberatung?

Nein. Claude nimmt Vorarbeit ab, die Beratung zu Ihrem Fall bleibt bei Ihrer Kanzlei. Beides passt zusammen, denn die Kanzlei kann in derselben Software mitarbeiten.

Vom selben Anbieter: Jahresabschluss nach HGB – der komplette Leitfaden auf jahresabschluss.io.