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Gewerbesteuer mit Kontist

Kontist Gewerbesteuer: Rücklage, Freibetrag und Erklärung für Gewerbetreibende

Kontist berücksichtigt die Gewerbesteuer in seinen Steuerfunktionen nicht ausdrücklich: Die Echtzeit-Steuerschätzung legt laut Hersteller Geld für Einkommen- und Umsatzsteuer zurück, eine Gewerbesteuer-Rücklage oder eine Gewerbesteuererklärung beschreibt Kontist nicht. Für Freiberufler ist das ohne Bedeutung, sie zahlen keine Gewerbesteuer. Wer dagegen ein Gewerbe betreibt, braucht ab einem Gewerbeertrag von mehr als 24.500 € eine Erklärung und sollte die Zahlungen an die Gemeinde einplanen. Diese Seite rechnet ein Beispiel durch und zeigt, wie die Erklärung hier aus den Kontist-Zahlen entsteht.

In der Software: Jahresabschluss.io erstellt die Gewerbesteuererklärung (GewSt 1 A) mit Hinzurechnungen und Kürzungen.

Stand: 2026-11-01

Freiberufler oder Gewerbe: wer mit Kontist-Konto Gewerbesteuer zahlt

Kontist eröffnet Konten für Freiberufler, Einzelunternehmen, eingetragene Kaufleute und Gesellschaften. Gewerbesteuerpflichtig ist nur der Gewerbebetrieb im Sinne des Einkommensteuergesetzes (§ 2 GewStG). Wer freiberuflich nach § 18 EStG arbeitet, etwa als Übersetzerin, Architekt oder Journalistin, zahlt keine Gewerbesteuer, auch wenn das Kontist-Konto genauso aussieht. Gewerblich sind dagegen zum Beispiel Handwerk, Handel, Agenturen und viele Dienstleister. Eine GmbH oder UG ist kraft Rechtsform gewerbesteuerpflichtig, bekommt aber keinen Freibetrag; ihre Gewerbesteuer entsteht aus dem Jahresabschluss und ist ein eigenes Thema.

Eine Erklärung müssen gewerbliche Einzelunternehmen abgeben, wenn der Gewerbeertrag 24.500 € übersteigt (§ 25 Abs. 1 Nr. 1 GewStDV), außerdem wenn das Finanzamt dazu auffordert. Übermittelt wird sie nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz (§ 14a GewStG). Das Finanzamt setzt daraus den Messbetrag fest, die Gemeinde erhebt die Steuer mit ihrem Hebesatz und zieht Vorauszahlungen ein.

Was Kontist für die Gewerbesteuer vorsieht

Die Kontist-Steuerschätzung berechnet laut Produktseite Einkommensteuer und Umsatzsteuer in Echtzeit, mit 26 % und 19 % als Voreinstellung. Die Gewerbesteuer kommt in der Schätzung, auf der Preisseite und im Hilfe-Center nicht vor. Wer eine Rücklage dafür bilden will, kann ein eigenes Unterkonto anlegen: Kontist erlaubt bis zu fünf, nennt ausdrücklich „zusätzliche Steuerrücklagen“ als Zweck und weist darauf hin, dass ein Unterkonto keine eigene IBAN hat.

Bei der Zahlung hilft eine Unterscheidung: Einkommensteuer und Umsatzsteuer gehen an das Finanzamt, für das Kontist das SEPA-Lastschriftmandat beschreibt. Die Gewerbesteuer zahlen Sie an die Gemeinde, die Vorauszahlungen am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November; jede beträgt grundsätzlich ein Viertel der Steuer aus der letzten Veranlagung und wird nur ab 50 € festgesetzt (§ 19 GewStG). Bei Kontist-Krediten, laut Preisseite bis 50.000 € und als Dispokredit bis 3.000 €, sind die Zinsen gewerbesteuerlich Entgelte für Schulden.

Beispiel: Gewerbesteuer eines Hausmeisterservice

Beispielzahlen; der Hebesatz von 435 % ist frei gewählt. Die volle Ermäßigung setzt voraus, dass genug Einkommensteuer auf die gewerblichen Einkünfte entfällt.

Vom Gewinn der Anlage EÜR zur Gewerbesteuer und ihrer Anrechnung
SchrittBetragVorschrift
Steuerpflichtiger Gewinn laut Anlage EÜR, Zeile 9758.340,00 €§ 7 GewStG
Zinsen für einen Kredit, etwa bei Kontist aufgenommen1.900,00 €§ 8 Nr. 1 Buchst. a GewStG
ein Fünftel der Leasingraten für den Transporter von 7.200 €1.440,00 €§ 8 Nr. 1 Buchst. d GewStG
Hinzurechnung, weil die Summe von 3.340 € den Freibetrag von 200.000 € nicht übersteigt0,00 €§ 8 Nr. 1 GewStG
Gewerbeertrag nach Abrundung auf volle hundert Euro58.300,00 €§ 11 Abs. 1 Satz 3 GewStG
Freibetrag für natürliche Personen− 24.500,00 €§ 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG
Steuermessbetrag: 3,5 % von 33.800 €1.183,00 €§ 11 Abs. 2 GewStG
Gewerbesteuer bei 435 % Hebesatz5.146,05 €§ 16 GewStG
Ermäßigung der Einkommensteuer: das Vierfache des Messbetrags4.732,00 €§ 35 Abs. 1 EStG
Belastung, die nach der Ermäßigung bleibt414,05 €Hebesatz über 400 %

Gewerbesteuer im Kontist-Konto und in der Anlage EÜR

Zahlungen an die Gemeinde laufen vom Kontist-Konto ab und werden im SKR03 auf 4320, im SKR04 auf 7610 gebucht. Für den Gewinn zählen sie trotzdem nicht: Die Gewerbesteuer und die darauf entfallenden Nebenleistungen sind keine Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 5b EStG). In der Anlage EÜR werden sie deshalb wieder herausgerechnet, bevor Zeile 97 den steuerpflichtigen Gewinn ausweist, der zugleich Ausgangswert der Gewerbesteuer ist.

Achten Sie auf gemischte Einzüge. Kontist erlaubt, eine Transaktion aufzuteilen, etwa wenn das Finanzamt Einkommen- und Umsatzsteuer in einem Betrag abbucht. Gewerbesteuer wird gesondert abgerechnet, in aller Regel von der Gemeinde. Erstattet die Gemeinde nach dem Bescheid etwas zurück, ist auch das für den Gewinn ohne Bedeutung.

§ 35 EStG: Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer

Bei Einzelunternehmen ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer um das Vierfache des Gewerbesteuer-Messbetrags (§ 35 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG). Zwei Grenzen gelten: Die Ermäßigung darf den Anteil der Einkommensteuer nicht übersteigen, der auf die gewerblichen Einkünfte entfällt (Ermäßigungshöchstbetrag), und sie ist auf die tatsächlich zu zahlende Gewerbesteuer beschränkt (§ 35 Abs. 1 Satz 5 EStG).

Daraus folgt eine Faustregel: Bei einem Hebesatz bis 400 % kann die Gewerbesteuer weitgehend über die Einkommensteuer zurückkommen, darüber bleibt ein Rest wie die 414,05 € im Beispiel. Sind die gewerblichen Einkünfte im Verhältnis zur gesamten Einkommensteuer klein, etwa wegen Verlusten aus Vermietung, greift der Höchstbetrag früher. Im Einkommensteuer-Modul hier kommen Messbetrag, Gewerbeertrag und Hebesatz aus der Gewerbesteuererklärung desselben Jahres; liegt die nicht in dieser Software, tragen Sie Messbetrag und tatsächlich zu zahlende Gewerbesteuer laut Bescheid ein.

So entsteht die Gewerbesteuererklärung hier

  • Ausgangswert ist Zeile 97 der hier freigegebenen Anlage EÜR. Entsteht Ihre EÜR anderswo, tragen Sie den Gewinn ein und bestätigen, dass er Zeile 97 dieser EÜR entspricht; die Bestätigung gilt für genau diesen Betrag.
  • Hinzurechnungen und Kürzungen haben je Buchstabe eigene Felder. Sie tragen die Ausgangsbeträge ein, Quoten und den Freibetrag von 200.000 € rechnet die Software; welcher Aufwand unter welchen Buchstaben fällt, entscheiden Sie.
  • Messbetrag, Hebesatz und Zahllast werden vorgerechnet, sodass Sie die Belastung vor dem Bescheid kennen und mit Ihrem Kontist-Unterkonto vergleichen können.
  • Direkt übermittelt werden gewöhnliche Fälle gewerblicher Einzelunternehmen für 2023 bis 2025, wenn alle Sachverhaltsfragen beantwortet und die Prüfungen bestanden sind. Ausdrücklich abgefragte Spezialfälle bleiben gesperrt.
  • Das Steuer-Modul ist kostenlos, ebenso Erstellen und Prüfen. Der Direktversand kostet 50 €; im aktiven EÜR-Abo zählt er zu den enthaltenen Steuererklärungen eines Veranlagungszeitraums.

Kontist, Kanzlei oder Software: wer die Gewerbesteuer übernimmt

Kontist allein reicht für die Gewerbesteuer nach den Herstellerangaben nicht: Weder die Erklärung noch die Rücklage sind beschrieben. Wer die Steuer selbst erklären möchte, erstellt sie hier aus dem Gewinn der Anlage EÜR und gibt sie nach eigener Prüfung ab. Eine Kanzlei ist sinnvoll bei mehreren Betriebsstätten in verschiedenen Gemeinden, bei Gewerbeverlusten aus Vorjahren oder wenn unklar ist, ob Ihre Tätigkeit gewerblich oder freiberuflich ist. Kontist nennt dafür Partnerkanzleien, Ihre eigene Kanzlei kann ebenso im selben Arbeitsbereich mitarbeiten.

Häufige Fragen

Berücksichtigt Kontist die Gewerbesteuer in der Steuerschätzung?

Laut Produktseite und Hilfe berechnet die Schätzung Einkommen- und Umsatzsteuer; die Gewerbesteuer wird nicht genannt. Eine eigene Rücklage legen Sie bei Bedarf über ein zusätzliches Unterkonto an.

Muss ich als Freiberufler mit Kontist-Konto Gewerbesteuer zahlen?

Nein. Freiberufliche Tätigkeit nach § 18 EStG ist kein Gewerbebetrieb. Entscheidend ist die Art Ihrer Tätigkeit, nicht das Konto.

Ab wann muss ich eine Gewerbesteuererklärung abgeben?

Als gewerbliches Einzelunternehmen, wenn der Gewerbeertrag 24.500 € übersteigt (§ 25 Abs. 1 Nr. 1 GewStDV) oder das Finanzamt Sie dazu auffordert. Bis zu diesem Betrag fällt wegen des Freibetrags ohnehin keine Gewerbesteuer an.

Ist die Gewerbesteuer eine Betriebsausgabe?

Nein. Nach § 4 Abs. 5b EStG sind Gewerbesteuer und Nebenleistungen keine Betriebsausgaben; die Entlastung kommt über § 35 EStG bei der Einkommensteuer.

Wann sind Gewerbesteuer-Vorauszahlungen fällig?

Am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November, gezahlt an die Gemeinde (§ 19 Abs. 1 GewStG). Festgesetzt werden sie nur, wenn sie mindestens 50 € betragen.

Kann ich die Gewerbesteuer hier erklären, wenn meine EÜR anderswo erstellt wurde?

Ja. Sie tragen den Gewinn ein und bestätigen, dass er dem steuerpflichtigen Gewinn in Zeile 97 Ihrer außerhalb erstellten Anlage EÜR entspricht. Die Erklärung prüft das amtliche Prüfprogramm, bevor Sie über den Versand entscheiden.

Quellen und Rechtsstand

Primärquellen für die zentralen Aussagen dieser Seite. Öffnen Sie im Zweifel immer die aktuelle Fassung.

Vom selben Anbieter: Jahresabschluss nach HGB – der komplette Leitfaden auf jahresabschluss.io.