Kennzahlen per KI-Agent
Kennzahlen per KI-Agent berechnen – aus Ihrer Saldenliste
Ihr KI-Agent berechnet Kennzahlen wie Eigenkapitalquote, Liquidität 1. bis 3. Grades, Rohertragsquote, Personalaufwandsquote, Working Capital und EBIT, indem er die Saldenliste mit get_saldenliste liest und die Salden nach Bilanz- und GuV-Posten zusammenfasst. Die Software liefert die Zahlen je Konto samt Posten-Zuordnung; die Formeln wendet das Modell an – deshalb sollte es Ihnen den Rechenweg und die Quelle jeder Zahl zeigen. Unten stehen die gebräuchlichen Formeln, ein durchgerechnetes Beispiel mit erfundenen Beispielzahlen und die Stellen, an denen die Saldenliste allein nicht reicht.
Stand: 2026-10-19
Woher die Zahlen kommen
get_saldenliste
Je Konto account_number, account_name, Eröffnung (opening_debit, opening_credit), Verkehrszahlen (period_debit, period_credit), Schlusssaldo (closing_debit, closing_credit) und hgb_key, den Bilanz- oder GuV-Posten. Dazu totals mit balanced. Mit as_of zu einem Stichtag im Geschäftsjahr.
get_annual_report
Für abgeschlossene Jahre die ausgestellte Bilanz und GuV als Text – mit allen Abschlussbuchungen und den Vermerken, die in der Saldenliste fehlen.
list_hgb_positions
Die Bilanzposten des Kontenrahmens und die Posten des aktiven GuV-Verfahrens, die ein Konto tragen kann. Summen- und Ergebniszeilen stehen nicht darin; sie werden gerechnet.
get_entity
Rechtsform, Größenklasse und Kontenrahmen – wichtig, um Posten richtig zu lesen und zu wissen, wie ausführlich der Abschluss gegliedert ist.
Die Formeln
Gebräuchliche Definitionen. Für jede gibt es Varianten; wichtig ist, eine festzulegen und dabei zu bleiben.
- Eigenkapitalquote = Eigenkapital ÷ Bilanzsumme × 100.
- Liquidität 1. Grades (Barliquidität) = flüssige Mittel ÷ kurzfristige Verbindlichkeiten × 100.
- Liquidität 2. Grades (einzugsbedingte Liquidität) = (flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen) ÷ kurzfristige Verbindlichkeiten × 100.
- Liquidität 3. Grades (umsatzbedingte Liquidität) = (flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen + Vorräte) ÷ kurzfristige Verbindlichkeiten × 100.
- Working Capital = Umlaufvermögen − kurzfristige Verbindlichkeiten.
- Rohertragsquote = (Umsatzerlöse − Materialaufwand) ÷ Umsatzerlöse × 100. Bei Herstellern rechnet man oft mit der Gesamtleistung: Umsatzerlöse plus oder minus Bestandsveränderungen plus andere aktivierte Eigenleistungen.
- Personalaufwandsquote = Personalaufwand ÷ Umsatzerlöse × 100.
- EBIT = Jahresüberschuss + Steuern vom Einkommen und vom Ertrag + Zinsen und ähnliche Aufwendungen − sonstige Zinsen und ähnliche Erträge.
Rechenbeispiel mit Beispielzahlen
Erfundene Beispielzahlen einer GmbH, Geschäftsjahr bis 31.12., Beträge in Euro:
BILANZ (Beispiel)
Aktiva Passiva
Anlagevermögen 120.000 Eigenkapital 100.000
Vorräte 40.000 Rückstellungen 20.000
Forderungen aus L+L 60.000 Verbindl. ggü. Kreditinst. 70.000
Bank 30.000 davon bis zu einem Jahr 10.000
Verbindl. aus L+L 45.000
sonstige Verbindlichkeiten 15.000
Bilanzsumme 250.000 Bilanzsumme 250.000
GUV, Gesamtkostenverfahren (Beispiel)
Umsatzerlöse 800.000
sonstige betriebliche Erträge 5.000
Materialaufwand −320.000
Personalaufwand −280.000
Abschreibungen −25.000
sonstige betriebliche Aufwendungen −115.000
Zinsen und ähnliche Aufwendungen −4.000
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag −18.000
sonstige Steuern −1.000
Jahresüberschuss 42.000
ERGEBNIS
kurzfristige Verbindlichkeiten = 10.000 + 45.000 + 15.000 = 70.000
Eigenkapitalquote = 100.000 ÷ 250.000 × 100 = 40,0 %
Liquidität 1. Grades = 30.000 ÷ 70.000 × 100 = 42,9 %
Liquidität 2. Grades = (30.000 + 60.000) ÷ 70.000 × 100 = 128,6 %
Liquidität 3. Grades = 130.000 ÷ 70.000 × 100 = 185,7 %
Working Capital = 130.000 − 70.000 = 60.000
Rohertragsquote = 480.000 ÷ 800.000 × 100 = 60,0 %
Personalaufwandsquote = 280.000 ÷ 800.000 × 100 = 35,0 %
EBIT = 42.000 + 18.000 + 4.000 − 0 = 64.000Wie stark die Definition zählt, zeigt dasselbe Beispiel mit den Steuerrückstellungen von 20.000 Euro als kurzfristigem Fremdkapital: Dann stehen 90.000 Euro im Nenner, die Liquidität 1. Grades sinkt auf 33,3 %, die 2. Grades auf 100,0 %, die 3. Grades auf 144,4 %, und das Working Capital beträgt 40.000 Euro. Beides ist vertretbar – nur nicht gemischt.
Noch ein Detail aus der Saldenliste: Vor dem Abschluss steht das Jahresergebnis nicht auf einem Eigenkapitalkonto, sondern steckt in den GuV-Konten. Zeigen die Eigenkapitalkonten im Beispiel 58.000 Euro, rechnet der Agent den Saldo aller GuV-Konten, hier 42.000 Euro, hinzu und kommt auf 100.000 Euro.
So ordnet der Agent die Konten zu
Jede Zeile der Saldenliste trägt in hgb_key ihren Posten im Wortlaut des Gliederungsschemas, zum Beispiel „B.II.1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ oder „8. Sonstige betriebliche Aufwendungen“. Debitoren und Kreditoren erscheinen als eigene Zeilen mit dem Posten der Forderungen beziehungsweise Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Der Agent summiert die Schlusssalden je Posten, Soll positiv und Haben negativ.
Weil die Buchstaben A bis E auf Aktiv- und Passivseite vorkommen (§ 266 Abs. 2 und 3 HGB), ordnet er nach dem Postentext, nicht nach dem Buchstaben allein. Die Nummern der GuV folgen § 275 Abs. 2 HGB beim Gesamtkostenverfahren und § 275 Abs. 3 HGB beim Umsatzkostenverfahren. Konten mit ungewöhnlicher Saldoseite, etwa ein Lieferant mit Guthaben, markiert er, statt sie stillschweigend zu verrechnen – der Abschluss weist sie gegebenenfalls anders aus.
Als Skript: Salden je Posten
Ein Agent mit Ausführungsumgebung kann die Summen als kleines Python-Skript bilden, statt im Text zu rechnen:
import os, requests
BASE = "https://api.jahresabschluss.io/functions/v1/bookkeeping-api/v1"
r = requests.get(
f"{BASE}/saldenliste",
params={"fiscal_year_id": "<uuid>"},
headers={"Authorization": f"Bearer {os.environ['JAB_API_KEY']}"},
timeout=60,
)
r.raise_for_status()
daten = r.json()
assert daten["totals"]["balanced"], "Saldenliste geht nicht auf"
salden = {}
for z in daten["lines"]:
posten = z["hgb_key"] or "ohne Posten"
salden[posten] = salden.get(posten, 0) + z["closing_debit"] - z["closing_credit"]
for posten, betrag in sorted(salden.items()):
print(f"{betrag:>14,.2f} {posten}")Wo die Saldenliste allein nicht reicht
- Restlaufzeiten: Ob eine Verbindlichkeit innerhalb eines Jahres fällig ist, steht nicht in der Saldenliste. § 268 Abs. 4 und 5 HGB verlangen Vermerke zur Restlaufzeit bei den Posten der Bilanz; im ausgestellten Abschluss liest der Agent sie dort, sonst fragt er Sie.
- Abschlussbuchungen: Unterjährig fehlen oft Abschreibungen, Rückstellungen und Abgrenzungen. Kennzahlen zu einem as_of-Stichtag sind Zwischenstände und sollten so heißen.
- Vorläufigkeit: Solange das Jahr nicht festgeschrieben ist, kann sich jede Zahl noch ändern. list_bookkeeping_periods zeigt, bis wann festgeschrieben ist.
- Gliederungstiefe: Kleine und mittelgroße Gesellschaften dürfen in der GuV zum Rohergebnis zusammenfassen (§ 276 HGB). Die Saldenliste hat die Einzelposten trotzdem; der Agent rechnet aus ihr.
- Vergleichbarkeit: Branchenwerte und Bankdefinitionen liefert die Schnittstelle nicht. Weicht Ihre Bank in der Definition ab, gilt für das Gespräch deren Definition.
Ein Auftrag im Chat
Der Agent ruft list_fiscal_years und get_saldenliste auf, prüft totals.balanced, fasst die Schlusssalden je hgb_key zusammen und rechnet jede Kennzahl mit der vorgegebenen Definition. Wo ihm eine Angabe fehlt – hier die Restlaufzeit der Bankverbindlichkeiten –, fragt er nach oder liest sie aus dem ausgestellten Abschluss. Am Ende steht eine Tabelle mit Kennzahl, Formel, beteiligten Posten und Ergebnis.
Bitte für 2025 aus der Saldenliste Eigenkapitalquote, Liquidität 1. bis 3. Grades, Rohertragsquote, Personalaufwandsquote, Working Capital und EBIT rechnen. Kurzfristig = Verbindlichkeiten bis ein Jahr, ohne Rückstellungen. Formel und beteiligte Posten je Kennzahl zeigen.
Häufige Fragen
Berechnet die Software die Kennzahlen selbst?
Über die Schnittstelle nicht. Sie liefert die Saldenliste mit Posten-Zuordnung und den ausgestellten Abschluss; die Formeln wendet Ihr Agent an. Lassen Sie sich deshalb den Rechenweg zeigen.
Wie berechne ich die Eigenkapitalquote?
Eigenkapital geteilt durch Bilanzsumme mal 100. Im Beispiel oben sind das 100.000 Euro durch 250.000 Euro, also 40 %. In einer Saldenliste vor dem Abschluss gehört das Jahresergebnis aus den GuV-Konten zum Eigenkapital dazu.
Was unterscheidet Liquidität 1., 2. und 3. Grades?
Der Zähler. Der 1. Grad setzt nur flüssige Mittel ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten, der 2. Grad zusätzlich kurzfristige Forderungen, der 3. Grad zusätzlich die Vorräte.
Warum weicht mein EBIT von dem der Bank ab?
Weil EBIT nicht gesetzlich definiert ist. Manche rechnen das gesamte Finanzergebnis heraus, andere nur Zinsen; manche bereinigen Sondereffekte. Legen Sie die Definition fest, bevor der Agent rechnet.
Kann der Agent Kennzahlen zu einem Stichtag im Jahr rechnen?
Ja, mit get_saldenliste und as_of. Die Verkehrszahlen zählen bis einschließlich as_of. Weil Abschlussbuchungen meist erst zum Jahresende kommen, ist das Ergebnis ein Zwischenstand.
Welche Rechte braucht der Schlüssel?
Nur read. Alle Werkzeuge auf dieser Seite lesen und verändern nichts in Ihren Büchern.
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