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Laufende FiBu für Mandanten

Mandantenbuchhaltung mit KI: laufende Buchführung für Mandanten organisieren

Mandantenbuchhaltung mit KI funktioniert, wenn jede Mandanten-Gesellschaft ihre eigenen Bücher hat, Belege auf festen Wegen ankommen, die KI Buchungsvorschläge macht und die Kanzlei jeden Monat in derselben Reihenfolge prüft. In jahresabschluss.io ist jeder Mandant ein eigener, technisch getrennter Arbeitsbereich: Der Mandant liefert, die Kanzlei bucht, klärt und schreibt fest. Diese Seite beschreibt zwei Arbeitsteilungen mit dem Mandanten, einen Monatsrhythmus mit Beispielbuchungen und den Weg, auf dem Claude oder ChatGPT in den Büchern eines Mandanten mitarbeiten.

Stand: 2026-10-30

Zwei Arbeitsteilungen mit dem Mandanten

Der Mandant liefert, die Kanzlei bucht

Der Mandant ist im Portal mit der Rolle „Mandant“: Er lädt Belege hoch, beantwortet Rückfragen und bestätigt Aufgaben, bucht aber nicht. Die Kanzlei führt die Bücher seiner Gesellschaft vollständig — mit KI-Vorschlägen, Bankabruf und Festschreibung. Das ist der Normalfall der Kanzlei-Umgebung.

Der Mandant bucht, die Kanzlei sieht mit

Führt ein Unternehmen seine Buchhaltung selbst bei jahresabschluss.io, lädt es die Kanzlei in seinen Arbeitsbereich ein, statt einen eigenen Schlüssel weiterzugeben. Die Kanzlei liest Saldenliste, Journal und offene Posten, stellt Fragen und übernimmt bei Bedarf einen Buchungsstapel aus Kanzlei Software in ihr eigenes System. Als Administrator oder Ersteller kann sie für ihren KI-Assistenten eine eigene Verbindung anlegen, etwa nur mit Leserecht.

In beiden Fällen gleich

Gebucht wird im selben Buchungskern: Soll gleich Haben, kein Löschen gebuchter Sätze, Korrektur per Storno, keine Buchung in festgeschriebene Zeiträume. Wer gebucht hat — Mensch, Autopilot oder Assistent — ändert an diesen Regeln nichts.

Ein Monat je Mandant

Ein Beispielrhythmus für einen Mandanten mit monatlicher Voranmeldung ohne Dauerfristverlängerung:

Beispiel: Monat Oktober 2026
01.–05.11.  Bankumsätze kommen über die Bankanbindung,
            Belege über das Portal und die E-Mail-Weiterleitung
03.–06.11.  KI-Vorschläge: eindeutige Belege sind gebucht,
            die übrigen liegen mit Prüfhinweis bereit
04.–06.11.  Rückfragen als Portal-Aufgabe mit Frist
06.–09.11.  Bank und offene Posten abstimmen,
            Voranmeldung prüfen und vorbereiten
bis 10.11.  Voranmeldung übermitteln (§ 18 Abs. 1 UStG)
10.–14.11.  BWA des Vormonats im Portal, falls eingeschaltet
danach      Oktober festschreiben

Der Rhythmus folgt der Pflicht, Buchungen zeitgerecht und geordnet vorzunehmen (§ 146 Abs. 1 AO). Die automatische Monats-BWA ist je Mandant ein eigener Schalter, standardmäßig aus; eingeschaltet stellt die Software die BWA des Vormonats zwischen dem 10. und 14. als Dokument ins Portal — vorausgesetzt, der Mandant hat einen Portalzugang und im Monat wurde gebucht.

Was die KI je Beleg liefert

Zu jedem Beleg entsteht ein Vorschlag mit Konten, Steuerschlüssel, Betrag, Datum, Gegenpartei, Sicherheitsstufe und gegebenenfalls einem Prüfhinweis. Zwei Beispiele im Kontenrahmen SKR03:

Beispiel 1: Eingangsrechnung Büromaterial, 119,00 € brutto, 19 % USt
Soll  4930  Bürobedarf                    100,00 €
Soll  1576  Abziehbare Vorsteuer 19 %      19,00 €
Haben 70002 Kreditor Bürohandel           119,00 €

Beispiel 2: Kunde zahlt Rechnung 2026-041 über 1.190,00 €
Soll  1200  Bank                        1.190,00 €
Haben 10003 Debitor Kunde               1.190,00 €
(Umsatzsteuer entstand bei Sollversteuerung schon mit der Rechnung)

Beim ersten Beispiel prüft die Software beim Buchen Geschäftsjahr, Festschreibung, mögliche Dubletten, Umsatzsteuer und Kreditor; kommt eine Rechnung erst nach der Frist ihres Voranmeldungszeitraums an, verlangt sie eine ausdrückliche Bestätigung. Beim zweiten wird der Bankumsatz der offenen Rechnung zugeordnet; eine Teilzahlung ließe den Rest offen.

Rückfragen statt E-Mail-Pingpong

  • Rückfragen gehen als Aufgabe mit Frist ins Mandantenportal, das Logo, Farbe und Absendername Ihrer Kanzlei trägt.
  • Fehlt ein Beleg zu einer Bankzeile, antwortet der Mandant mit einem Klick: „Privat bezahlt …“ oder „Kein Beleg“ — beides landet als Nachricht an der Aufgabe.
  • Für größere Anforderungen führt die Kanzlei je Auftrag eine Unterlagen-Checkliste, die der Mandant nie sieht; „Beim Mandanten anfordern“ macht daraus eine einzige Portal-Aufgabe.
  • Hat der Mandant noch keinen Portalzugang, erscheint statt einer Sperre der Hinweis „Zugang einrichten“.
  • Der Posteingang „Rückfragen“ zeigt die Antworten aller Mandanten an einer Stelle.

Mit Claude oder ChatGPT in den Büchern eines Mandanten

Je Mandanten-Gesellschaft eine Verbindung, Buchen nur, wenn bei der Freigabe gewählt. Typische Aufträge und die Werkzeuge dahinter:

  • „Welche Bankumsätze im Oktober sind noch ungebucht?“ — list_bank_transactions mit status=unbooked und dem Zeitraum.
  • „Ordne die Zahlung über 1.190 € der offenen Rechnung 2026-041 zu.“ — list_open_items findet die Forderung, match_bank_transaction ordnet zu; Skonto und Differenzen prüft der Server.
  • „Buche die Belege ohne Prüfhinweis wie vorgeschlagen, die anderen zeig mir.“ — get_receipt_proposal je Beleg, dann confirm_receipt nach Ihrer Bestätigung. Eine erkannte Dublette legt dismiss_receipt mit Begründung ab.
  • „Exportiere den Buchungsstapel aus Kanzlei Software für 2026.“ — export_bookkeeping mit format=datev nennt den Download-Weg, in der App unter „Export“; die Datei selbst geht nicht durch das Modell, weil sie byte-genau bleiben muss.
  • „Ist der September festgeschrieben?“ — list_bookkeeping_periods zeigt den Stand je Monat. Festschreiben selbst bietet die Verbindung über den Konnektor nicht an; das geschieht in der App oder über einen Schlüssel mit eigenem Recht dafür.

Monatsabschluss und Festschreibung

Ist ein Monat abgestimmt und die Voranmeldung übermittelt, wird er datumsgenau festgeschrieben. Danach sind Buchungen in diesem Zeitraum gesperrt; spätere Korrekturen laufen als Storno mit Gegenbuchung, nicht als Überschreibung. In der Kanzlei-Übersicht sehen Sie je Mandant den FiBu-Rückstand und kanzleiweit die unverbuchten Umsätze — die Liste, mit der der nächste Monat beginnt.

Am Jahresende übergibt die Kanzlei die Saldenliste an den Jahresabschluss; aus derselben Buchhaltung entstehen Bilanz, GuV und E-Bilanz in der App. Der Weg von der laufenden Buchführung zum Abschluss bleibt damit ohne Medienbruch.

Grenzen

  • Eine Lohnabrechnung bietet die Software derzeit nicht an.
  • Bankanbindung und Bankverbindungen der Geschäftspartner werden nur in der App gepflegt, nicht über die Schnittstelle.
  • Die Rolle „Mandant“ bucht nicht; wer bucht, ist Mitglied der Kanzlei oder führt die Bücher selbst.
  • KI-Vorschläge sind Vorschläge — Prüfhinweise verlangen eine menschliche Entscheidung.
  • Für die volle Schnittstelle braucht die Gesellschaft das Buchhaltungs- oder EÜR-Modul; Preise für Kanzleien gibt es als Angebot.

Häufige Fragen

Braucht jeder Mandant eine eigene Gesellschaft in der Software?

Ja. Jeder Mandant ist ein eigener, technisch getrennter Arbeitsbereich mit eigenen Büchern. Mitarbeitende der Kanzlei sehen die Mandate, denen sie zugeordnet sind; der Mandant sieht im Portal nur seine eigene Akte.

Was sieht der Mandant von seiner Buchhaltung?

Im Portal zuerst die offenen Aufgaben unter „Was wir von Ihnen brauchen“, dazu den letzten Kontostand je Bankkonto, Umsatz, Ergebnis und seine Belege mit Status. Interne Listen der Kanzlei wie Aufträge oder Unterlagen-Checklisten sieht er nicht.

Wie kommen Belege ohne Portal in die Buchhaltung?

Per E-Mail-Weiterleitung an den Belegeingang der Gesellschaft, über die Schnittstelle mit upload_receipt oder über einen Hochlade-Link, den ein verbundenes KI-Programm mit create_receipt_upload_link erzeugt. Alle nehmen denselben Weg wie der Posteingang: E-Rechnungen werden ohne KI gelesen, andere Belege über die Belegerkennung.

Bucht die KI ohne Prüfung?

Eindeutige Belege bucht der Autopilot, alle anderen liegen zur Prüfung bereit. Jede Buchung lässt sich per Storno korrigieren, und festgeschriebene Zeiträume sind gesperrt.

Erreicht eine Verbindung die Bücher mehrerer Mandanten?

Nein. Eine Verbindung gilt für genau die Gesellschaft, die bei der Freigabe gewählt wurde. Das ist gewollt: Eine falsche Anweisung über diese Verbindung kann nie in die Bücher eines anderen Mandanten wirken. Für einen weiteren Mandanten braucht es eine eigene Verbindung mit dessen Gesellschaft.

Können wir einen bestehenden Mandantenbestand übernehmen?

Ja. Mandantenstammdaten aus Kanzlei Software übernimmt der Bestands-Import als CSV, wobei jeder Mandant seinen eigenen Arbeitsbereich erhält; die Zahlen folgen je Mandat als Buchungsstapel oder als Summen- und Saldenliste.

Vom selben Anbieter: Jahresabschluss nach HGB – der komplette Leitfaden auf jahresabschluss.io.