Körperschaftsteuer · UG
Körperschaftsteuererklärung für die UG (haftungsbeschränkt)
Steuerlich ist die UG eine ganz normale GmbH: § 5a GmbHG regelt die Gründung und die Rücklagenbildung, nicht die Besteuerung. Dieselben Vordrucke, derselbe Steuersatz, dieselben Fristen. Ein Unterschied bleibt trotzdem — und er wird regelmäßig falsch behandelt.
Stand: 2026-07-30
Erstellen, berechnen und mit ERiC prüfen: 0 € · 50 € nur bei serverseitig freigegebener Direktabgabe
Was steuerlich gleich ist
Volle Steuerpflicht ab Eintragung
Die UG ist Kapitalgesellschaft nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 KStG und damit unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtig — unabhängig von der Höhe des Stammkapitals. Eine Bagatellgrenze oder einen Mindestgewinn kennt das Gesetz nicht.
Derselbe Steuersatz
15 % nach § 23 KStG zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag, effektiv 15,825 %. Dass die UG mit einem Euro Stammkapital gegründet werden kann, ändert daran nichts.
Dieselben Vordrucke
KSt 1 mit den Anlagen GK, ZVE, Verluste und WA. Einen vereinfachten Vordruck für kleine Gesellschaften gibt es nicht — die Erklärungspflicht hängt an der Rechtsform, nicht an der Größe.
Der eine echte Unterschied: die Pflichtrücklage
§ 5a Abs. 3 GmbHG
Die UG muss ein Viertel ihres Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage einstellen, bis das Stammkapital 25.000 € erreicht. Das ist eine handelsrechtliche Vorschrift zur Gewinnverwendung — keine Betriebsausgabe.
Sie mindert das Einkommen NICHT
Der häufigste Fehler: die Rücklage wird wie Aufwand behandelt und vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Versteuert wird aber der volle Gewinn; die Rücklage entsteht erst darunter, bei der Ergebnisverwendung.
Folge für die Liquidität
Die UG zahlt Körperschaftsteuer auf einen Gewinn, den sie zu einem Viertel nicht ausschütten darf. Das ist gewollt — die Rücklage soll Stammkapital aufbauen — trifft aber jede junge UG im ersten Gewinnjahr unvorbereitet.
Typische Konstellationen
Verlustjahre am Anfang
Die meisten UGs starten mit Verlusten. Die Erklärung ist trotzdem abzugeben: nur so wird der Verlustvortrag gesondert festgestellt und steht im ersten Gewinnjahr zur Verfügung. Ohne Feststellung ist er verloren.
Gehalt des Gesellschafter-Geschäftsführers
Ein Gehalt ist Betriebsausgabe, solange es angemessen, im Voraus klar vereinbart und tatsächlich ausgezahlt wird. Fehlt eine dieser Bedingungen, liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor und das Einkommen steigt.
Umfirmierung in eine GmbH
Erreicht die Rücklage 25.000 €, kann in eine GmbH umfirmiert werden. Steuerlich ändert das nichts: dieselbe juristische Person, dieselbe Steuernummer, dieselbe Erklärung.
Kapitalerhöhung statt Rücklage
Statt die Rücklage über Jahre anzusparen, kann eine UG das Stammkapital auch durch eine Bar- oder Sachkapitalerhöhung auf 25.000 € anheben. Steuerlich ist die Einlage kein Ertrag; sie fließt in das steuerliche Einlagekonto nach § 27 KStG und ist bei einer späteren Rückzahlung beim Gesellschafter grundsätzlich nicht steuerbar. Wer diesen Weg wählt, sollte den Zugang zum Einlagekonto in der Anlage WA erfassen — sonst existiert der Bestand steuerlich nicht.
In der Anwendung
Zahlen aus dem eigenen Abschluss
Die Anlage GK wird aus der E-Bilanz vorbefüllt; die Rücklagenbildung steht korrekt unterhalb des Jahresüberschusses in der Ergebnisverwendung und nicht im Aufwand.
Was es kostet
Erstellen, Rechnen und die technische Prüfung kosten nichts. 50 € fallen nur bei einer serverseitig freigegebenen direkten KSt-Abgabe an; sonst reichen Sie über das ELSTER-Portal oder die Steuerberatung ein. Zum Vergleich: § 24 Abs. 1 Nr. 3 StBVV ergibt in der Kanzlei 285–570 € allein für diese eine Erklärung.
Auch das Verlustjahr abbilden
Der festgestellte Verlustvortrag wird aus dem Vorjahresbescheid übernommen und fortgeschrieben, statt aus der Buchhaltung geschätzt zu werden.
Gewerbesteuer kommt dazu
Auch die UG ist nach § 2 Abs. 2 GewStG in vollem Umfang Gewerbebetrieb und gibt zusätzlich eine Gewerbesteuererklärung ab — ohne den Freibetrag von 24.500 €, der nur Einzelunternehmen und Personengesellschaften zusteht. Beide Erklärungen arbeiten mit derselben Ausgangsgröße aus dem Abschluss und gehören in einen Arbeitsgang.
Häufige Fragen
Ist die Erklärung der UG einfacher als die der GmbH?
Nein. Dieselben Vordrucke, derselbe Steuersatz, dieselben Fristen. § 5a GmbHG betrifft nur Gründung und Rücklagenbildung, nicht die Besteuerung.
Mindert die Pflichtrücklage die Steuer?
Nein. Sie ist Gewinnverwendung, keine Betriebsausgabe. Die UG zahlt Steuer auf den vollen Gewinn — auch auf den Teil, den sie nicht ausschütten darf.
Muss eine UG ohne Gewinn abgeben?
Ja, und es ist in Ihrem Interesse: nur mit der Erklärung wird der Verlustvortrag festgestellt und lässt sich später nutzen.
Was kostet die Erklärung für eine UG?
Bei uns 50 € nur für eine serverseitig freigegebene direkte KSt-Abgabe; ohne Freigabe bleiben Vorbereitung und Prüfung kostenlos. Eine Kanzlei rechnet mit dem Mindestgegenstandswert von 8.000 € auch dann ab, wenn die UG Verlust gemacht hat.
Quellen und Rechtsstand
Primärquellen für die zentralen Aussagen dieser Seite. Öffnen Sie im Zweifel immer die aktuelle Fassung.
- Körperschaftsteuergesetz (KStG) – Gesetze im Internet — Aktuelle gesetzliche Grundlage der Körperschaftsteuer
- Abgabenordnung (AO) – Gesetze im Internet — Verfahrensrecht, Fristen, Mitwirkung und Steuerbescheide
Vom selben Anbieter: Körperschaftsteuererklärung online erstellen auf jahresabschluss.io.