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Etsy Buchhaltung: Monatsabrechnung, Gebühren und § 13b auch für Kleinunternehmer
Für eine saubere Etsy Buchhaltung buchen Sie Verkäufe, Gebühren und Steuern aus dem Zahlungskonto statt nur der Auszahlung, und Sie klären einmal, wer die Umsatzsteuer auf die Gebühren schuldet. Mit hinterlegter USt-IdNr. berechnet der Marktplatz Verkäufern in der EU außerhalb Irlands laut seiner Hilfe keine Umsatzsteuer auf Gebühren. Dann schulden Sie die Steuer selbst nach § 13b UStG, und zwar auch als Kleinunternehmer, nur ohne Vorsteuerabzug.
In der Software: Jahresabschluss.io führt die doppelte Buchführung nach SKR03 oder SKR04: Belege, Bankumsätze und Rechnungen werden laufend verbucht; die KI kontiert und bucht eindeutige Vorgänge innerhalb Ihrer Freigaben selbst.
Stand: 2026-11-06
Was auf der Etsy-Monatsabrechnung steht
Alles läuft über das Zahlungskonto (Payment account). Die Begriffe stammen aus der Hilfe des Anbieters, Menüs können sich ändern.
- Das Zahlungskonto rechnet Verkäufe, Gebühren und Steuern zu einem Saldo zusammen: verfügbar (Current), noch nicht verfügbar (Pending) und die Summe (Total).
- Die Monatsabrechnung (Monthly statements) schlüsselt Verkäufe und Gebühren je Monat auf und lässt sich als CSV-Datei abrufen. Die Datei hat unter anderem die Spalten Fee, Tax und Info.
- Gebühren, die zu einem Verkauf gehören, bleiben mit dessen Erlös im noch nicht verfügbaren Betrag; erst der Nettobetrag wird verfügbar. Andere Kosten wie Werbung und Versandetiketten gehen direkt vom verfügbaren Betrag ab.
- Gebührenarten sind Einstell-, Transaktions-, Zahlungsabwicklungs-, Werbe- und Versandetikettgebühren. In Konten übersetzt: 4760 bzw. 6770 für Gebühren aus dem Verkauf, 4970 bzw. 6855 für die Zahlungsabwicklung (ob sie nach § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG steuerfrei ist, klären Sie anhand der Rechnung), 4600 bzw. 6600 für Werbung, 4730 bzw. 6740 für Etiketten.
- Ist die Gesamtsumme am Monatsende negativ, wird der offene Betrag zum Monatsersten fällig; dann fließt Geld von Ihnen zum Marktplatz.
- Die Auszahlung übernimmt für Verkäufer im Europäischen Wirtschaftsraum die Etsy Payments Ireland Limited, die von der irischen Zentralbank beaufsichtigt wird. Die Marktplatzdienste erbringt weiter Etsy Ireland UC.
Etsy Ireland, § 13b und Ihre USt-IdNr.
Etsy Ireland UC sitzt in Dublin und ist nach den Nutzungsbedingungen Vertragspartner für Verkäufer außerhalb Nord- und Südamerikas. Erbringt ein Unternehmer aus dem übrigen Gemeinschaftsgebiet eine sonstige Leistung an Ihr Unternehmen, liegt der Ort nach § 3a Abs. 2 UStG bei Ihnen. Die Steuer entsteht dann nach § 13b Abs. 1 UStG mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums der Leistung, und Sie schulden sie nach § 13b Abs. 5 Satz 1 UStG, weil Sie Unternehmer sind.
Das schließt Kleinunternehmer ein. Das BMF schreibt zur Neufassung ab 2025: § 19 UStG hat „keine Auswirkung auf die nach § 13a Abs. 1 Nr. 6, § 13b Abs. 5, § 14c und § 25b Abs. 2 UStG von Kleinunternehmern geschuldete Steuer“ (Abschnitt 19.1 Abs. 1 Satz 3 UStAE). § 19 Abs. 1 Satz 2 UStG lässt § 18 Abs. 4a UStG ausdrücklich unberührt: Sie geben eine Voranmeldung ab, aber nur für die Zeiträume, in denen diese Steuer zu erklären ist, dazu eine Jahreserklärung.
Was auf der Rechnung steht, hängt an der hinterlegten Nummer. Haben EU-Verkäufer außerhalb Irlands eine USt-IdNr. eingetragen, heißt es in der Hilfe „you won't be charged“, und zum Monatsersten steht eine Rechnung bereit, dass keine Umsatzsteuer berechnet wurde. Ohne Nummer erscheint die Umsatzsteuer als Belastung im verfügbaren Betrag des Zahlungskontos. Eine USt-IdNr. bekommen auch Kleinunternehmer auf Antrag beim Bundeszentralamt für Steuern (§ 27a Abs. 1 Satz 1 UStG). Wurde bereits Steuer berechnet, klären Sie mit Ihrer Kanzlei, was daneben noch aus § 13b UStG folgt. Stand ist der Abruf vom 6. November 2026, Ihre eigene Rechnung geht vor.
Kleinunternehmer oder Regelbesteuerung im Vergleich
Dieselben Gebühren, zwei Ergebnisse. Der Unterschied ist nicht die Steuerschuld, sondern der Vorsteuerabzug.
| Frage | Regelbesteuerung | Kleinunternehmer |
|---|---|---|
| Umsatzsteuer auf Ihre Verkäufe | ja, im Preis enthalten | nein, steuerfrei nach § 19 Abs. 1 UStG |
| Steuer auf die Gebühren nach § 13b UStG | ja | ja |
| Vorsteuerabzug daraus | ja, § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 UStG | nein, § 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG |
| Wirkung auf Ihre Zahllast | null | volle Steuer als Kosten |
| Voranmeldung | laufend nach § 18 Abs. 1 und 2 UStG | nur für betroffene Zeiträume, § 18 Abs. 4a UStG |
| Kennzahlen der Voranmeldung | 46, 47 und 67 | 46 und 47 |
Beispiel: ein Etsy-Monat in beiden Besteuerungsarten
Beispiel mit frei gewählten Beträgen: 1.000,00 € Verkäufe an Kundschaft in Deutschland einschließlich Versand, 120,00 € Gebühren ohne Steuerausweis, Auszahlung 880,00 €, § 13b-Steuer 120,00 € × 19 % = 22,80 €. Bei Regelbesteuerung enthält der Preis 159,66 € Umsatzsteuer. Das Verrechnungskonto ist in beiden Fällen ausgeglichen; als Kleinunternehmer zahlen Sie die 22,80 € ans Finanzamt, ohne sie zurückzubekommen. Entgelt und Steuer stehen getrennt wie im Journal; läuft 8400 / 4400 als Automatikkonto, buchen Sie den Verkauf brutto in einer Zeile.
| Vorgang | Soll | Haben | Betrag |
|---|---|---|---|
| Regelbesteuerung: Verkäufe, Entgelt | 1388 / 1475 | 8400 / 4400 | 840,34 € |
| Regelbesteuerung: Verkäufe, Umsatzsteuer | 1388 / 1475 | 1776 / 3806 | 159,66 € |
| Regelbesteuerung: Gebühren, netto | 4760 / 6770 | 1388 / 1475 | 120,00 € |
| Regelbesteuerung: § 13b, Vorsteuer an Umsatzsteuer | 1577 / 1407 | 1787 / 3837 | 22,80 € |
| Regelbesteuerung: Auszahlung | 1200 / 1800 | 1388 / 1475 | 880,00 € |
| Summe Regelbesteuerung | 2.022,80 € | ||
| Kleinunternehmer: Verkäufe | 1388 / 1475 | 8192 / 4184 | 1.000,00 € |
| Kleinunternehmer: Gebühren, netto | 4760 / 6770 | 1388 / 1475 | 120,00 € |
| Kleinunternehmer: § 13b, nicht abziehbar | 4760 / 6770 | 1787 / 3837 | 22,80 € |
| Kleinunternehmer: Auszahlung | 1200 / 1800 | 1388 / 1475 | 880,00 € |
| Summe Kleinunternehmer | 2.022,80 € |
Stolperstellen zwischen Etsy-Saldo und Steuererklärung
- Umsatzgrenze: Der Gesamtumsatz nach § 19 Abs. 2 UStG ist die Summe der vereinnahmten Entgelte, nicht die Summe der Auszahlungen. Wer nur Geldeingänge addiert, rechnet sich unter die Grenzen von 25.000 € im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr.
- Währung: Laut Hilfe enthält die Monatsrechnung die Gebühren in US-Dollar. Steht das so auf Ihrer Rechnung, rechnen Sie für die Steuer grundsätzlich mit dem vom BMF bekanntgegebenen Monatsdurchschnittskurs um (§ 16 Abs. 6 Satz 1 UStG).
- Digitale Artikel: Für digitale Dateien an Kundschaft in der EU zieht der Marktplatz die Steuer nach eigener Aussage selbst ein und führt sie ab, sie geht ab, bevor das Geld Ihr Konto erreicht. Die Einordnung dieser Umsätze sprechen Sie mit Ihrer Kanzlei ab.
- Steuerausweis: Kleinunternehmer weisen keine Umsatzsteuer aus. Bei tatsächlich ausgeführten Leistungen fällt ein dennoch ausgewiesener Betrag seit 2025 grundsätzlich unter § 14c Abs. 1 UStG (Abschnitt 14c.1 Abs. 2 Satz 1 UStAE). Für nachweisliche Rechnungen an Endverbraucher ist die Ausnahme nach Abschnitt 14c.1 Abs. 1a UStAE zu beachten.
- Fernverkäufe an Privatkunden in anderen EU-Ländern: Die Ausnahme nach § 3c Abs. 4 UStG setzt unter anderem voraus, dass Sie nur in einem Mitgliedstaat ansässig sind, die gemeinsame Grenze von 10.000 € netto für innergemeinschaftliche Fernverkäufe und Leistungen nach § 3a Abs. 5 Satz 2 UStG im Vorjahr und im laufenden Jahr nicht überschreiten und nicht auf die Ausnahme verzichtet haben. Bei Versand aus Deutschland bleibt der Lieferort dann grundsätzlich im Inland. Andernfalls sind die Besteuerung im Bestimmungsland und gegebenenfalls OSS zu prüfen.
Wenn aus wenigen Verkäufen tausende Etsy-Zeilen werden
Ein Verkauf erzeugt mehrere Zeilen: den Erlös, die Transaktionsgebühr, die Zahlungsgebühr, oft noch eine Einstellgebühr. Bei wenigen Verkäufen reicht die Monatsabrechnung für eine Handvoll Buchungen. Bei tausenden Zeilen wird die Probe wichtiger als die einzelne Buchung: Stimmen Sie Anfangssaldo plus Verkaufsgutschriften und sonstige Einzahlungen minus Erstattungen, Gebühren, einbehaltene Steuern und Auszahlungen mit dem Endsaldo ab. Berücksichtigen Sie auch sonstige Korrekturen des Zahlungskontos. Eine Differenz allein zeigt noch nicht, welcher Posten fehlt.
Prüfen Sie die Umsatzgrenzen laufend, denn § 19 Abs. 1 Satz 1 UStG stellt für das laufende Jahr auf das Überschreiten von 100.000 € ab, nicht auf das Jahresende. Bewahren Sie die CSV-Dateien jedes Monats auf, damit jede Summe auf die Einzelzeilen zurückführt (§ 146 Abs. 1 Satz 1 AO, siehe Sammelbuchung). Wer bilanziert, weist ein Guthaben auf dem Zahlungskonto am Jahresende aus.
Was bei Ihnen bleibt, was die Kanzlei klären sollte
Diese Übersicht ersetzt keine Steuerberatung, gerade bei § 19 UStG lohnt die Rückfrage.
- USt-IdNr. beantragen und im Shop eintragen, wenn Sie die Gebühren ohne Umsatzsteuer erhalten wollen.
- Monatsrechnung und CSV-Datei abholen und ablegen.
- Schulden Sie auf Gebühren Steuer nach § 13b UStG, geben Sie die Voranmeldung für den zutreffenden Voranmeldungszeitraum ab; das gilt auch für Kleinunternehmer. Dieser Zeitraum ist grundsätzlich das Kalendervierteljahr und unter den Voraussetzungen des § 18 Abs. 2 UStG der Kalendermonat.
- Die Kanzlei ist der bessere Weg bei digitalen Artikeln in größerem Umfang, beim Wechsel von § 19 UStG zur Regelbesteuerung und wenn bereits Steuer berechnet wurde und zugleich § 13b UStG im Raum steht.
So kommt Etsy in die Software
Etsy ist direkt angebunden, aber mit eigenen Zugangsdaten: Sie brauchen die Shop-ID sowie aus Ihrer Etsy-Entwickler-App einen API-Schlüssel und ein Token mit Leserecht für Transaktionen. Die Software liest dann das Zahlungskonto in Zeiträumen von höchstens 31 Tagen, zerlegt längere Lücken selbst und übernimmt jede Bewegung mit Betrag, Datum und Beschreibung für das Konto 1388 bzw. 1475.
Zwei Grenzen gehören dazu. Einen Berichts-Import mit Verdichtung und Einordnung nach Land und Satz wie für Amazon oder eBay gibt es hier nicht. Und anders als bei Stripe oder PayPal wertet die Software die Art einer Zeile nicht als festen Fakt aus: Alle Etsy-Zeilen kommen bisher als Prüffall an, ohne Kontovorschlag und ohne KI, und Sie wählen das Konto selbst. Auch die Buchung nach § 13b UStG nehmen Sie dabei selbst vor; von selbst erzeugt die Software sie für diese Zeilen nicht.
Aus diesem Journal entstehen Voranmeldung und Jahresabschluss oder Einnahmenüberschussrechnung. Für Letztere gibt es das Abo Buchhaltung & EÜR zu 99 € je Arbeitsbereich und Monat; die übrigen Tarife stehen unter Preise, abgerechnet wird nirgends je Transaktion.
Häufige Fragen
Muss ich als Kleinunternehmer bei Etsy Umsatzsteuer zahlen?
Auf Ihre Verkäufe nicht, sie sind nach § 19 Abs. 1 UStG steuerfrei. Auf Etsy-Gebühren ohne Steuerausweis schulden Sie die Steuer aber nach § 13b Abs. 5 Satz 1 UStG, denn § 19 UStG ändert daran laut Abschnitt 19.1 Abs. 1 Satz 3 UStAE nichts. Ein Vorsteuerabzug steht Ihnen dafür nicht zu.
Muss ich als Kleinunternehmer wegen Etsy eine Voranmeldung abgeben?
Ja, für jeden Zeitraum, in dem Sie Steuer nach § 13b UStG zu erklären haben. § 18 Abs. 4a UStG verlangt das von Unternehmern, die ausschließlich solche Steuer zu entrichten haben, und § 19 Abs. 1 Satz 2 UStG lässt diese Pflicht unberührt. Hinzu kommt eine Jahreserklärung.
Brauche ich für Etsy eine USt-IdNr.?
Für die Steuerschuld nach § 13b UStG nicht, sie entsteht auch ohne Nummer. Sie entscheidet aber über die Rechnung: Mit eingetragener Nummer wird EU-Verkäufern außerhalb Irlands laut Hilfe keine Umsatzsteuer auf Gebühren berechnet. Die Nummer erteilt das Bundeszentralamt für Steuern auf Antrag (§ 27a Abs. 1 UStG).
Wo finde ich die Etsy-Rechnung für meine Gebühren?
Laut Hilfe im Zahlungskonto, am Computer und je Monat: Die Rechnung steht am Ersten des Folgemonats für den Vormonat bereit und fasst die Gebühren zusammen. Sie ist Ihr Beleg für die Buchung und für die Angaben nach § 13b UStG, auch wenn sie keine Steuer ausweist.
Zählt für die Kleinunternehmergrenze die Auszahlung oder der Verkaufspreis?
Der Verkaufspreis. Gesamtumsatz ist nach § 19 Abs. 2 Satz 1 UStG die nach vereinnahmten Entgelten berechnete Summe der Umsätze. Vor der Auszahlung einbehaltene Gebühren mindern ihn nicht. Addieren Sie deshalb die Verkäufe aus der Monatsabrechnung, nicht die Geldeingänge auf dem Bankkonto.
Welche Buchhaltungssoftware passt zu Etsy?
Das Buchungsmuster bleibt in jeder Software gleich, ob in lexoffice, sevdesk oder hier: Verkauf, Gebühr und § 13b-Steuer getrennt, Auszahlung gegen das Verrechnungskonto. Fragen Sie vor der Wahl, wie die Daten hineinkommen und ob die Steuer nach § 13b UStG in der Voranmeldung ankommt.
Quellen und Rechtsstand
Primärquellen für die zentralen Aussagen dieser Seite. Öffnen Sie im Zweifel immer die aktuelle Fassung.
- § 13b UStG — abgerufen am 06.11.2026
- § 19 UStG — abgerufen am 06.11.2026
- § 18 UStG — abgerufen am 06.11.2026
- § 15 UStG — abgerufen am 06.11.2026
- § 16 UStG — abgerufen am 06.11.2026
- § 27a UStG — abgerufen am 06.11.2026
- § 3c UStG — abgerufen am 06.11.2026
- § 14c UStG — abgerufen am 06.11.2026
- BMF-Schreiben vom 18.03.2025 zur Kleinunternehmerregelung — abgerufen am 06.11.2026
- Help Center: How VAT Is Collected on Seller Fees — abgerufen am 06.11.2026
- Help Center: Fees and Taxes for Selling — abgerufen am 06.11.2026
- Help Center: How to Calculate Your Deposit Amount — abgerufen am 06.11.2026
- Help Center: What is EPIL? — abgerufen am 06.11.2026
- Help Center: How VAT Works on Digital Items — abgerufen am 06.11.2026
- Etsy: Terms of Use — abgerufen am 06.11.2026
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