Stripe im Hauptbuch
Stripe Gebühren buchen SKR03 und SKR04: Sammelauszahlung, Rechnung, Chargeback
Stripe-Gebühren buchen Sie im SKR03 auf 4970 und im SKR04 auf 6855 gegen das Verrechnungskonto 1361 bzw. 1464, und zwar je Saldo-Transaktion statt je Bankeingang. Die Auszahlung ist eine Summe aus Zahlungen, Gebühren, Erstattungen und Anfechtungen und muss in diese Teile zerlegt werden. Steuerlich ist der Fall offener als bei anderen Anbietern: Das Hilfe-Center sagt für Europa nur, dass die Leistung aus Irland kommt und bis auf wenige Länder keine Umsatzsteuer erhoben wird, und verweist für die Steuerschuld des Empfängers an Ihre Beratung.
In der Software: Jahresabschluss.io führt die doppelte Buchführung nach SKR03 oder SKR04: Belege, Bankumsätze und Rechnungen werden laufend verbucht; die KI kontiert und bucht eindeutige Vorgänge innerhalb Ihrer Freigaben selbst.
Stand: 2026-11-06
Stripe-Gebühren: Konto, Abzug und Rechnungssteller
Fällige Beträge kann der Anbieter laut Vertrag vom Saldo abziehen (Fassung vom 28. September 2026, Ziffer 7.2), und Zahlungen laufen abzüglich Gebühren ins Guthaben. Eine Zahlung über 100,00 € erscheint deshalb als Saldo-Transaktion mit Brutto, Gebühr und Netto. Gebucht werden Brutto und Gebühr getrennt, sonst wären Erlöse und Aufwand nach § 246 Abs. 2 Satz 1 HGB verrechnet.
Vertragspartner für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum ist die Stripe Payments Europe, Limited; die Stripe Technology Europe, Limited kommt nach dem Vertrag nur hinzu, wenn die Bedingungen es vorsehen. Laut Hilfe-Center bietet Stripe die Leistungen für Kontoinhaber in Europa von seiner Niederlassung in Irland aus an (Stand 6. November 2026, prüfen Sie den Kopf Ihres Abrechnungsdokuments).
Eine Stripe-Auszahlung in ihre Teile zerlegen
Frei gewählte Zahlen, kein aktueller Gebührensatz. Die Erlöse sind mit den Rechnungen schon gebucht.
- Probe: 52,36 + 119,00 + 59,50 + 20,00 + 2.129,14 = 2.380,00. Das Verrechnungskonto steht auf null.
- Zu den Erstattungen gehört eine Gutschrift, 8720 / 4720 an 1400 / 1200 über 119,00 €.
- Der Bericht zum Auszahlungsabgleich listet je automatischer Auszahlung die enthaltenen Transaktionen auf. Bei manuellen Auszahlungen ist diese Zuordnung laut Dokumentation nicht möglich; dann ist der Saldobericht der Weg.
Der Händleralltag: Auf der Bank kommen 2.129,14 € an, im Shop stehen 2.380,00 € Umsatz. Beispiel: Die Differenz besteht aus Bearbeitungsgebühren, zwei Erstattungen, einer Anfechtung und deren Gebühr.
| Bestandteil | Soll SKR03 / SKR04 | Haben SKR03 / SKR04 | Betrag |
|---|---|---|---|
| Kundenzahlungen (charge) | 1361 / 1464 | 1400 / 1200 | 2.380,00 |
| Bearbeitungsgebühren | 4970 / 6855 | 1361 / 1464 | 52,36 |
| Zwei Erstattungen (refund) | 1400 / 1200 | 1361 / 1464 | 119,00 |
| Anfechtung (adjustment) | 1400 / 1200 | 1361 / 1464 | 59,50 |
| Anfechtungsgebühr | 4970 / 6855 | 1361 / 1464 | 20,00 |
| Auszahlung (payout) | 1360 / 1460 | 1361 / 1464 | 2.129,14 |
| Ankunft auf der Bank | 1200 / 1800 | 1360 / 1460 | 2.129,14 |
Stripe-Monatsrechnung und § 13b UStG: belegt und offen
Das Hilfe-Center nennt Deutschland nicht eigens, sondern spricht von Kontoinhabern in Europa. Entscheidend ist, was auf Ihrem Abrechnungsdokument steht.
Belegt ist: Für Kontoinhaber in Europa erbringt Stripe die Leistungen von Irland aus und erhebt keine Umsatzsteuer auf die Gebühren, außer in Irland, Norwegen, der Schweiz oder Liechtenstein und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Wer meint, die Steuer als Empfänger selbst abrechnen zu müssen, soll sich laut Hilfe beraten lassen. Rechnungen mit Steuerausweis stehen laut Hilfe bis zum 10. des Folgemonats bereit; keine gibt es, wenn Angaben fehlen oder für den Monat keine Steuer erhoben wurde. Dann zeigen Saldenübersicht und Gebührenbericht die Gebühren. Offen ist, ob jede einzelne Gebühr steuerpflichtig ist. Denn Umsätze im Zahlungsverkehr sind nach § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG steuerfrei, reine technische Abwicklung nach UStAE 4.8.7 Abs. 2 Satz 6 nicht.
| Rechnung sagt | Rechtsfolge | Zusatzbuchung |
|---|---|---|
| Reverse Charge für die Gebühr | § 13b Abs. 1, Abs. 5 Satz 1 UStG: Sie schulden 19 % = 13,75 €; Vorsteuerabzug nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 UStG nur, soweit Sie abzugsberechtigt sind | Bei vollem Vorsteuerabzug: 1577 / 1407 an 1787 / 3837 über 13,75 €. Bemessungsgrundlage in Kennzahl 46, Umsatzsteuer in 47, abziehbare Vorsteuer in 67. Ohne Abzugsrecht ist die Steuer Aufwand; Kennzahl 67 entfällt. |
| Steuerfrei nach Zahlungsverkehrsregel | § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG, keine Steuerschuld | keine |
| Teile getrennt ausgewiesen | je Teil wie oben; zum Beispiel Software-Leistungen anders als Abwicklung | nur für den steuerpflichtigen Teil |
Chargeback bei Stripe: Anfechtung ist keine Erstattung
Fechtet ein Kunde eine Zahlung an, gehen Betrag und Anfechtungsgebühr vom Saldo ab. In den Daten steht das als Art adjustment mit einem Streitfall als Quelle. Das Verfahren kann laut Dokumentation zwei bis drei Monate dauern. In dieser Zeit ist der Anspruch nicht erledigt: Die Forderung lebt wieder auf, die Umsatzsteuer bleibt stehen, und erst bei Uneinbringlichkeit greift § 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG.
Gewinnen Sie, kommt der Betrag mit einer weiteren adjustment-Zeile zurück: 1361 / 1464 an 1400 / 1200. Ob die Gebühr ebenfalls zurückkommt, hängt laut Dokumentation von Land und Vertrag ab; maßgeblich ist, was die Saldo-Transaktion zeigt. Liegt der Streit zum Stichtag noch offen, gehört er in die Bewertung der Forderung (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB). Bei einer Erstattung kommt die Bearbeitungsgebühr nach der Dokumentation dagegen nicht zurück.
Stripe-Sonderfälle, die Sie prüfen müssen
Unsere Software liest charge, payment, refund, payout und die Gebührenspalte als Fakt. Für die folgenden Arten gibt es keine feste Zuordnung, oder die Zeile wird angehalten.
- adjustment: Anfechtungen und Korrekturen. Die Zeile läuft in die normale Prüfung; prüfen Sie den Vorschlag gegen den Streitfall.
- stripe_fee: Gebühren für Software und Zusatzdienste als eigene Saldo-Transaktion, nicht zu verwechseln mit der Gebührenspalte einer Zahlung. Sie sind nicht zwingend Zahlungsverkehr.
- tax_fee: laut Dokumentation typischerweise eine Steuer auf die Gebühren. Sie gehört nicht ungeprüft auf 4970 / 6855.
- refund_failure: Eine fehlgeschlagene Erstattung bringt Geld zurück. Die Richtung passt nicht zur Art, die Zeile wird als Prüffall angehalten.
- payout_failure und payout_cancel: Die Auszahlung kam nicht an, das Geld steht wieder im Saldo. Der Geldtransit muss zurückgenommen werden.
- Reserven: Einbehaltene Mittel bleiben Guthaben auf dem Verrechnungskonto.
Viele Stripe-Zahlungen: Tagesgrenze, Zahlername, Abruf
Bei hohem Volumen stimmen Monatssummen oft um einzelne Zahlungen nicht überein, ohne dass etwas fehlt. Die Berichte verwenden die angeforderte Zeitzone oder UTC, unsere Software legt jede Bewegung auf den Berliner Kalendertag. Eine Zahlung um 00:30 Uhr am 1. Januar gehört damit ins neue Jahr, im UTC-Bericht noch ins alte. Wählen Sie im Bericht deshalb dieselbe Zeitzone, bevor Sie abstimmen.
Die zweite Falle ist der Name. Bei Karten ist die Gegenseite der Karteninhaber, nicht unbedingt Ihr Rechnungsempfänger. Am zuverlässigsten ist darum die Rechnungsnummer in den Metadaten der Zahlung, denn die Software nimmt Beschreibung, Metadaten und Belegnummer in den Verwendungszweck auf. Ein Eintrag ohne Nummer bleibt oft ein offener Posten.
Der Abruf liest vom Neuesten bis zur letzten verarbeiteten Transaktion in begrenzten Seiten. Passt ein Rückstand nicht in einen Lauf, rückt die Marke nicht vor, und Sie sehen eine Meldung statt einer stillen Lücke. Der aktuelle Saldo aus verfügbar und ausstehend wird als Auszugssaldo neben das Verrechnungskonto gestellt, sodass Abweichungen in Summe sichtbar werden.
Prüfliste vor der Umsatzsteuer-Voranmeldung
- Monatsrechnung, sofern bereitgestellt, oder den Gebührenbericht holen und mit der Gebührensumme auf 4970 / 6855 vergleichen. Die Rechnung grenzt den Monat nach UTC ab.
- Entscheiden, welche Gebühren steuerpflichtig sind, und den § 13b-Teil im selben Voranmeldungszeitraum buchen: Die Steuer entsteht nach § 13b Abs. 1 UStG mit Ablauf des Zeitraums der Leistung. Die Software bucht die Gebührenzeile ohne Steuerschlüssel.
- Sind Sie Kleinunternehmer, schulden Sie eine § 13b-Steuer ebenfalls (UStAE 13b.1 Abs. 1 Satz 3), ohne Vorsteuerabzug. Dann wird die Einordnung zur echten Kostenfrage.
- Offene Anfechtungen und Prüffälle durchgehen.
- Die Einordnung der Gebühren ist der Punkt, an dem Ihre Kanzlei einmal mitentscheiden sollte; danach läuft sie monatlich gleich.
Von Stripe bis zur E-Bilanz
Verbunden wird mit einem eingeschränkten Schlüssel, empfohlen ist einer, der nur lesen darf; dazu gehört das Konto 1361 / 1464. Zahlung, Gebühr und Auszahlung schlägt die Software aus der Art vor, und die Ankunft auf der Bank verlangt denselben Betrag und den Anbieternamen. Eindeutige Rechnungstreffer bucht sie von selbst, solange die Automatik für Gesellschaft und Verbindung eingeschaltet ist; das ist die Voreinstellung, und Sie können sie abschalten. Das Journal führt weiter zu Voranmeldung, Saldenliste, Jahresabschluss und E-Bilanz. Die Abrechnung folgt der Gesellschaft und ihrer Größenklasse, nicht der Zahl der Zahlungen; Einzelheiten unter /preise.
Häufige Fragen
Wie buche ich Stripe-Gebühren in SKR03?
Soll 4970 Nebenkosten des Geldverkehrs, Haben 1361 Verrechnungskonto. Im SKR04 sind es 6855 und 1464. Die Gebühr wird getrennt von der Kundenzahlung gebucht, weil § 246 Abs. 2 Satz 1 HGB die Verrechnung von Aufwendungen und Erträgen untersagt.
Wie buche ich eine Stripe-Auszahlung?
Beim Abgang Soll Geldtransit (1360 / 1460), Haben Verrechnungskonto; beim Eingang Soll Bank, Haben Geldtransit. Die Auszahlung ist kein Umsatz, sondern eine Summe bereits gebuchter Vorgänge (§ 246 Abs. 2 Satz 1 HGB). Der Bericht zum Auszahlungsabgleich zeigt die Bestandteile bei automatischen Auszahlungen.
Muss ich auf Stripe-Gebühren Reverse Charge anwenden?
Das hängt davon ab, ob die Leistung steuerpflichtig ist. Stripe erhebt laut Hilfe-Center für Konten in Europa außer wenigen Ländern, zu denen Deutschland nicht gehört, keine Umsatzsteuer auf die Gebühren und empfiehlt bei der Frage nach der Steuerschuld des Empfängers eine Beratung. Steuerpflichtige Leistungen fallen unter § 13b Abs. 1 UStG, Umsätze im Zahlungsverkehr sind nach § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG steuerfrei. Maßgeblich ist Ihre Rechnung.
Wann stellt Stripe die Monatsrechnung bereit?
Laut Hilfe-Center bis zum 10. des Folgemonats unter Einstellungen, Pläne und Gebühren, Rechnungsverlauf. Keine Rechnung gibt es, wenn Angaben fehlen oder für den Monat keine Steuer erhoben wurde. Für die Voranmeldung zählt nach § 13b Abs. 1 UStG der Zeitraum der Leistung, nicht das Datum der Rechnung.
Bucht die Software Stripe-Anfechtungen automatisch?
Anfechtungen kommen als Art adjustment und haben keine feste Zuordnung durch die Zahlungsdienstleister-Regeln. Sie sind jedoch nicht generell für automatische Buchungen gesperrt: Allgemeine Buchungsregeln können greifen. Prüfen Sie die Zeile gegen den Streitfall. Eine gesonderte Gebühr erkennt die Software. Ob die Kundenforderung fortbesteht und ob eine Umsatzsteuerberichtigung nach § 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG nötig ist, prüfen Sie getrennt.
Warum stimmen Stripe-Bericht und Buchhaltung am Monatsende nicht überein?
Häufige Gründe sind die Zeitzone, Zahlungen im ausstehenden Saldo und Auszahlungen unterwegs. Die Berichte nutzen die gewählte Zeitzone oder UTC, die Software den Berliner Kalendertag. Das Verrechnungskonto muss dem Saldo aus verfügbar und ausstehend entsprechen (§ 239 Abs. 2 HGB).
Quellen und Rechtsstand
Primärquellen für die zentralen Aussagen dieser Seite. Öffnen Sie im Zweifel immer die aktuelle Fassung.
- Hilfe-Center: Globale Besteuerung der Stripe-Gebühren — abgerufen am 06.11.2026
- Hilfe-Center: Steuerrechnungen herunterladen — abgerufen am 06.11.2026
- Services Agreement — Fassung vom 28. September 2026, abgerufen am 06.11.2026
- Dokumentation: Arten von Saldo-Transaktionen — abgerufen am 06.11.2026
- Dokumentation: Bericht zum Auszahlungsabgleich — abgerufen am 06.11.2026
- Dokumentation: So funktionieren Zahlungsanfechtungen — abgerufen am 06.11.2026
- Dokumentation: Zahlungen zurückerstatten — abgerufen am 06.11.2026
- § 13b UStG — abgerufen am 06.11.2026
- § 17 UStG — abgerufen am 06.11.2026
- Umsatzsteuer-Anwendungserlass, Abschnitte 4.8.7 und 13b.1 — Stand 2. Juni 2026, abgerufen am 06.11.2026
Vom selben Anbieter: Jahresabschluss nach HGB – der komplette Leitfaden auf jahresabschluss.io.