Periodenabgrenzung

Rechnungsabgrenzungsposten – aktive und passive RAP nach HGB

Rechnungsabgrenzungsposten sorgen dafür, dass Aufwendungen und Erträge dem richtigen Geschäftsjahr zugeordnet werden. Sie sind ein unverzichtbares Instrument der periodengerechten Gewinnermittlung nach HGB. Hier erfahren Sie, wie aktive und passive RAP funktionieren und wann sie gebildet werden müssen.

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Aktive vs. passive Rechnungsabgrenzungsposten

Die zwei Seiten der Periodenabgrenzung im Vergleich.

Aktive RAP (ARAP)

Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen. Beispiele: im Dezember vorausbezahlte Januarmiete, jährliche Versicherungsprämie (bezahlt im Oktober, Laufzeit bis September des Folgejahres), vorausbezahlte Leasingraten.

Passive RAP (PRAP)

Einnahmen vor dem Bilanzstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen. Beispiele: im Voraus erhaltene Miete vom Mieter, voraus erhaltene Abonnementgebühren, im Dezember erhaltene Jahreslizenzgebühr für das Folgejahr.

Praxisbeispiele für Rechnungsabgrenzungsposten

Typische Geschäftsvorfälle, die eine Abgrenzung erfordern.

Versicherungen

Eine am 01.07. bezahlte Jahresprämie von 12.000 EUR: 6.000 EUR sind Aufwand des laufenden Jahres, 6.000 EUR werden als ARAP aktiviert und im Folgejahr aufgelöst.

Mietvorauszahlungen

Im Dezember gezahlte Miete für Januar: Der Betrag wird als ARAP bilanziert, da die wirtschaftliche Zugehörigkeit im Folgejahr liegt.

Software-Lizenzen

Eine am 01.10. bezahlte Jahreslizenz von 2.400 EUR: 600 EUR Aufwand (Oktober-Dezember), 1.800 EUR ARAP für die restlichen 9 Monate.

Voraus erhaltene Miete

Ein Vermieter erhält im Dezember die Miete für Januar: Der Betrag wird als PRAP passiviert und im Januar als Ertrag erfasst.

Disagio bei Darlehen

Ein Disagio (Abgeld) bei der Darlehensaufnahme darf als ARAP aktiviert und über die Darlehenslaufzeit verteilt werden (Paragraph 250 Abs. 3 HGB).

Kfz-Steuer

Die am 01.04. für ein Jahr vorausbezahlte Kfz-Steuer: 9/12 des Betrags sind Aufwand des laufenden Jahres, 3/12 werden als ARAP ins Folgejahr abgegrenzt.

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Häufige Fragen

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Rechnungsabgrenzungsposten (RAP) dienen der periodengerechten Zuordnung von Einnahmen und Ausgaben. Sie stellen sicher, dass Aufwendungen und Erträge dem Geschäftsjahr zugerechnet werden, zu dem sie wirtschaftlich gehören (Paragraph 250 HGB).

Aktive RAP (ARAP) sind Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen (z. B. vorausbezahlte Miete). Passive RAP (PRAP) sind Einnahmen vor dem Stichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit danach darstellen (z. B. voraus erhaltene Mieteinnahmen).

Ein RAP muss gebildet werden, wenn eine Zahlung (Ausgabe oder Einnahme) vor dem Bilanzstichtag erfolgt und der zugehörige Aufwand bzw. Ertrag ganz oder teilweise in eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag fällt. Es müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein: Zahlung vor dem Stichtag, wirtschaftliche Zugehörigkeit nach dem Stichtag, bestimmte Zeit nach dem Stichtag.

RAP werden im Folgejahr erfolgswirksam aufgelöst. Der aktive RAP wird zum Aufwand, der passive RAP wird zum Ertrag. Bei mehrjährigen RAP erfolgt die Auflösung anteilig in jedem Jahr.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten stehen auf der Aktivseite der Bilanz (nach dem Umlaufvermögen). Passive Rechnungsabgrenzungsposten stehen auf der Passivseite (nach den Verbindlichkeiten).

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