EBK und SBK
Eröffnungsbilanzkonto (EBK): wie die Eröffnungsbilanz in die Konten kommt
Das Eröffnungsbilanzkonto (EBK) ist das Hilfskonto, über das die Anfangsbestände der Eröffnungsbilanz auf die einzelnen Bestandskonten gebucht werden. Es ist ihr Spiegelbild: Was in der Bilanz links steht, steht im EBK rechts. Am Jahresende übernimmt das Schlussbilanzkonto (SBK) die umgekehrte Aufgabe. Ein durchgehendes Beispiel mit sechs Konten führt vom ersten Eröffnungsbuchungssatz bis zum Schlussbilanzkonto.
In der Software: Jahresabschluss.io erstellt die E-Bilanz nach § 5b EStG aus der Saldenliste, prüft sie amtlich und übermittelt sie direkt über ELSTER an das Finanzamt – für 20 € je Wirtschaftsjahr, für GmbH, UG, AG, SE, eG, Einzelunternehmen und Personengesellschaften.
Stand: 2026-11-03
Wozu das Eröffnungsbilanzkonto dient
In der doppelten Buchführung braucht jede Buchung ein Gegenkonto. Zu Beginn eines Jahres gibt es aber keinen Geschäftsvorfall, der den Anfangsbestand eines Bankkontos oder eines Darlehens erklären würde – die Beträge kommen aus der Eröffnungsbilanz. Das Eröffnungsbilanzkonto ist das Gegenkonto für genau diese Buchungen. Es sammelt alle Anfangsbestände und ist ausgeglichen, sobald jeder Posten der Eröffnungsbilanz auf seinem Konto steht.
Die Bilanz zeigt Aktiva links und Passiva rechts, die Konten buchen aber nach Soll und Haben. Ein Aktivkonto beginnt mit einem Bestand im Soll; die Gegenbuchung landet im Haben des EBK. Ein Passivkonto beginnt mit einem Bestand im Haben; die Gegenbuchung landet im Soll des EBK. Wer das EBK ausdruckt, sieht deshalb die Eröffnungsbilanz seitenverkehrt.
Was das HGB vorschreibt und was nicht
Die Begriffe Eröffnungsbilanzkonto und Schlussbilanzkonto kommen im Handelsgesetzbuch nicht vor. Vorgeschrieben sind die Eröffnungsbilanz „zu Beginn seines Handelsgewerbes“ und die Bilanz „für den Schluß eines jeden Geschäftsjahrs“ (§ 242 Abs. 1 Satz 1 HGB), Bücher nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (§ 238 Abs. 1 Satz 1 HGB) und die Übereinstimmung der Eröffnungswerte mit der Schlussbilanz des Vorjahres (§ 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB). EBK und SBK sind die Technik, mit der Bücher und Bilanz verbunden werden; welches Konto diese Rolle übernimmt, legt der Kontenrahmen fest.
Die Buchführung muss so beschaffen sein, dass ein sachverständiger Dritter sich in angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und die Lage des Unternehmens verschaffen kann (§ 238 Abs. 1 Satz 2 HGB). Für die Eröffnung bedeutet das: Jeder Anfangsbestand lässt sich auf einen Posten der Eröffnungsbilanz zurückführen, und das Gegenkonto zeigt, dass nichts fehlt und nichts doppelt ist.
Beispiel: Eröffnungsbilanz und EBK eines Handelsbetriebs
Eingetragener Kaufmann, Eröffnung zum 1. Januar 2026, sechs Bestandskonten, ohne Umsatzsteuer.
Beispiel: Ein eingetragener Kaufmann beginnt das Jahr 2026 mit Betriebs- und Geschäftsausstattung von 14.000 €, Waren von 9.000 € und 21.000 € Bankguthaben. Dem stehen 30.000 € Eigenkapital, ein Bankdarlehen von 10.000 € und offene Lieferantenrechnungen von 4.000 € gegenüber. Die beiden linken Betragsspalten sind die Eröffnungsbilanz, die beiden rechten das EBK mit denselben Beträgen auf der jeweils anderen Seite.
| Posten | Bilanz Aktiva € | Bilanz Passiva € | EBK Soll € | EBK Haben € |
|---|---|---|---|---|
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 14.000,00 | — | — | 14.000,00 |
| Waren | 9.000,00 | — | — | 9.000,00 |
| Bank | 21.000,00 | — | — | 21.000,00 |
| Eigenkapital | — | 30.000,00 | 30.000,00 | — |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | — | 10.000,00 | 10.000,00 | — |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | — | 4.000,00 | 4.000,00 | — |
| Summe | 44.000,00 | 44.000,00 | 44.000,00 | 44.000,00 |
Der Kreislauf in sechs Schritten: EBK, Bestandskonten, SBK
Dasselbe Beispiel vom 1. Januar bis 31. Dezember 2026. Abschreibungen, Erfolgsvorgänge und Privatentnahmen sind weggelassen, damit allein die Bestandsbewegung sichtbar bleibt.
Nach den Schritten 1 und 2 steht das EBK mit 44.000 € im Soll und 44.000 € im Haben – es ist ausgeglichen und wird im Lauf des Jahres nicht mehr bebucht. Die Schritte 3 bis 5 sind gewöhnliche Geschäftsvorfälle zwischen Bestandskonten: zweimal eine Minderung auf beiden Bilanzseiten, einmal ein Tausch zwischen zwei Aktivposten.
| Schritt | Vorgang | Buchungssatz | Betrag € |
|---|---|---|---|
| 1 | Aktivkonten eröffnen | BGA an EBK; Waren an EBK; Bank an EBK | 14.000,00 / 9.000,00 / 21.000,00 |
| 2 | Passivkonten eröffnen | EBK an Eigenkapital; EBK an Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten; EBK an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 30.000,00 / 10.000,00 / 4.000,00 |
| 3 | Darlehensrate tilgen | Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten an Bank | 2.500,00 |
| 4 | Lieferantenrechnung zum Teil bezahlen | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an Bank | 2.500,00 |
| 5 | Regal per Überweisung kaufen | BGA an Bank | 3.000,00 |
| 6 | Konten zum 31. Dezember abschließen | SBK an Aktivkonten; Passivkonten an SBK | Schlussbestände laut nächster Tabelle |
Kontenstände am 31. Dezember 2026 und Schlussbilanzkonto
Das SBK nimmt die Schlussbestände spiegelbildlich zum EBK auf. Aktivkonten werden mit „SBK an Aktivkonto“ abgeschlossen – Ausstattung 17.000 €, Waren 9.000 €, Bank 13.000 €, zusammen 39.000 € im Soll des SBK. Passivkonten werden mit „Passivkonto an SBK“ abgeschlossen – Eigenkapital 30.000 €, Bankdarlehen 7.500 €, Lieferanten 1.500 €, zusammen 39.000 € im Haben. Das SBK ist ausgeglichen und deckt sich mit der Schlussbilanz zum 31. Dezember 2026. Am 1. Januar 2027 beginnt der Kreislauf mit einem neuen EBK, das genau diese Beträge spiegelt; so setzt die Buchhaltung § 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB um.
In einem echten Jahr kämen Erlöse, Wareneinsatz und Abschreibungen hinzu. Sie laufen über Erfolgskonten in das GuV-Konto; dessen Saldo verändert beim Einzelkaufmann das Eigenkapital und erscheint bei einer GmbH als Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag. Das SBK übernimmt dann den veränderten Eigenkapitalbestand, die Erfolgskonten selbst beginnen im neuen Jahr bei null.
| Konto | Anfangsbestand € | Zugang € | Abgang € | Schlussbestand ins SBK € |
|---|---|---|---|---|
| Betriebs- und Geschäftsausstattung (aktiv) | 14.000,00 | 3.000,00 | 0,00 | 17.000,00 |
| Waren (aktiv) | 9.000,00 | 0,00 | 0,00 | 9.000,00 |
| Bank (aktiv) | 21.000,00 | 0,00 | 8.000,00 | 13.000,00 |
| Eigenkapital (passiv) | 30.000,00 | 0,00 | 0,00 | 30.000,00 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (passiv) | 10.000,00 | 0,00 | 2.500,00 | 7.500,00 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (passiv) | 4.000,00 | 0,00 | 2.500,00 | 1.500,00 |
EBK, Eröffnungsbilanz, SBK und Schlussbilanz auseinanderhalten
Eröffnungsbilanz
Der Abschluss zu Beginn des Handelsgewerbes (§ 242 Abs. 1 HGB). Sie wird mit Datum unterzeichnet (§ 245 HGB, über § 242 Abs. 1 Satz 2 HGB entsprechend) und zehn Jahre aufbewahrt, und zwar nicht nur als Bildkopie (§ 257 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 3 und 4 HGB).
Eröffnungsbilanzkonto
Ein internes Hilfskonto, das nach den Eröffnungsbuchungen ausgeglichen ist. Es wird weder unterschrieben noch eingereicht; es belegt nur, dass jeder Anfangsbestand aus der Eröffnungsbilanz stammt.
Schlussbilanzkonto
Nimmt am Jahresende die Schlussbestände aller Bestandskonten auf. Abschreibungen, Rückstellungen und andere Abschlussbuchungen müssen vorher gebucht sein, sonst stimmt es nicht mit der Schlussbilanz überein.
GuV-Konto
Das Gegenstück für die Erfolgskonten. Sein Saldo ist der Gewinn oder Verlust des Jahres und verändert das Eigenkapital; Erlös- und Aufwandskonten haben im Folgejahr keinen Anfangsbestand.
In der Praxis: Konto 9000 übernimmt die Rolle des EBK
Buchhaltungsprogramme mit den Kanzlei Software-Kontenrahmen SKR03 und SKR04 führen kein Konto mit dem Namen EBK. Seine Aufgabe übernimmt 9000 „Saldenvorträge, Sachkonten“, für Kunden und Lieferanten ergänzt um 9008 und 9009. Die Logik bleibt gleich: Bank an 9000, 9000 an Darlehen. Ein Schlussbilanzkonto bucht dort niemand von Hand; Saldenliste und Bilanz entstehen aus den Kontensalden. Konkrete Buchungssätze mit Kontonummern und die Kontrolle der Vortragskonten stehen auf der Seite zum Buchen der Eröffnungsbilanz.
In dieser Software läuft der Vortrag zwischen zwei hier geführten Jahren ohne Buchung: Die Eröffnung wird aus dem Schlusssaldo des Vorjahres gerechnet und in den Berichten je Konto als Zeile gegen 9000 gezeigt, so als stünden dort gebuchte Eröffnungswerte; Erfolgskonten beginnen bei null. Selbst prüfen sollten Sie, dass Ihre Eröffnungsbilanz ausgeglichen ist und jeder Posten einem Konto zugeordnet ist. Bei Sacheinlagen, Einbringungen oder einer Umstellung mitten im Jahr lohnt die Abstimmung mit Ihrer Kanzlei. Für eine Gründung stellt der kostenlose Eröffnungsbilanz-Generator die Bilanz mit den Buchungen in SKR03 und SKR04 auf; die Eröffnungsbilanz fürs Finanzamt kostet in der Übermittlung 20 € oder ist mit der E-Bilanz desselben Wirtschaftsjahres enthalten.
Häufige Fragen
Was ist ein Eröffnungsbilanzkonto?
Ein Hilfskonto der doppelten Buchführung, gegen das zu Jahresbeginn alle Anfangsbestände gebucht werden. Es enthält die Posten der Eröffnungsbilanz seitenverkehrt und ist nach den Eröffnungsbuchungen ausgeglichen. Gesetzlich vorgeschrieben ist nicht das EBK, sondern die Eröffnungsbilanz selbst (§ 242 Abs. 1 HGB).
Warum stehen Aktivposten im EBK im Haben?
Weil das Aktivkonto seinen Anfangsbestand im Soll erhält („Bank an EBK“) und die Gegenbuchung dann zwingend im Haben des EBK steht. Bei Passivkonten ist es umgekehrt: Der Bestand steht im Haben des Passivkontos, die Gegenbuchung im Soll des EBK („EBK an Darlehen“).
Wie lautet der Buchungssatz für die Eröffnung eines Bankdarlehens?
EBK an Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, in Höhe der Restschuld laut Eröffnungsbilanz. Mit dem Saldenvortragskonto der Kanzlei Software-Kontenrahmen heißt das in SKR03 9000 an 0630, in SKR04 9000 an 3150. Der Betrag muss der Schlussbilanz des Vorjahres entsprechen (§ 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB).
Ist das Eröffnungsbilanzkonto dasselbe wie die Eröffnungsbilanz?
Nein. Die Eröffnungsbilanz ist ein Abschluss, den der Kaufmann mit Datum unterzeichnet (§ 245 HGB, über § 242 Abs. 1 Satz 2 HGB) und zehn Jahre aufbewahrt (§ 257 Abs. 4 HGB). Das EBK ist ein Konto innerhalb der Bücher, das nur die Gegenbuchungen der Anfangsbestände trägt.
Was ist das Schlussbilanzkonto?
Das Gegenstück zum EBK am Jahresende: Aktivkonten werden mit „SBK an Aktivkonto“, Passivkonten mit „Passivkonto an SBK“ abgeschlossen. Seine Salden ergeben die Schlussbilanz, und diese bestimmt nach § 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB die Eröffnungswerte des Folgejahres.
Gibt es das EBK in SKR03 und SKR04?
Nicht unter diesem Namen. In beiden Kontenrahmen übernimmt 9000 „Saldenvorträge, Sachkonten“ die Rolle, ergänzt um 9008 für Debitoren und 9009 für Kreditoren. Nach vollständigem Vortrag haben diese Vortragskonten zusammen den Saldo null, so wie ein ausgeglichenes EBK.
Quellen und Rechtsstand
Primärquellen für die zentralen Aussagen dieser Seite. Öffnen Sie im Zweifel immer die aktuelle Fassung.
- § 242 HGB – Eröffnungsbilanz und Bilanz — abgerufen am 03.11.2026
- § 238 HGB – Buchführungspflicht — abgerufen am 03.11.2026
- § 252 HGB – Bilanzidentität — abgerufen am 03.11.2026
- § 245 HGB – Unterzeichnung — abgerufen am 03.11.2026
- § 257 HGB – Aufbewahrung — abgerufen am 03.11.2026
Vom selben Anbieter: Jahresabschluss nach HGB – der komplette Leitfaden auf jahresabschluss.io.