Rücklage berechnen
Tragen Sie das Stammkapital und je Geschäftsjahr den Jahresüberschuss ein. Einen Jahresfehlbetrag geben Sie mit Minus an.
| Jahr | Jahresergebnis | Verlustvortrag Vorjahr | Einstellung Rücklage | Höchstens ausschüttbar | Rücklage kumuliert |
|---|---|---|---|---|---|
| 2022 | 12.000,00 € | 0,00 € | 3.000,00 € | 9.000,00 € | 3.000,00 € |
| 2023 | -4.000,00 € | 0,00 € | 0,00 € | 0,00 € | 3.000,00 € |
| 2024 | 20.000,00 € | 4.000,00 € | 4.000,00 € | 12.000,00 € | 7.000,00 € |
| 2025 | 30.000,00 € | 0,00 € | 7.500,00 € | 22.500,00 € | 14.500,00 € |
| 2026 | 40.000,00 € | 0,00 € | 10.000,00 € | 30.000,00 € | 24.500,00 € |
Ab 2026 erreichen Stammkapital und gesetzliche Rücklage zusammen 25.000,00 €. Für eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln auf das Mindeststammkapital müssten 24.000,00 € Rücklage in Stammkapital umgewandelt werden (§ 57c Abs. 1 GmbHG). Bis die Erhöhung eingetragen ist, bleibt die Pflicht bestehen.
Die Regel in drei Sätzen
§ 5a GmbHG ist kurz. Wer diese drei Sätze kennt, rechnet jede UG-Rücklage richtig.
Einstellen muss, wer einen Überschuss hat. Der Wortlaut des § 5a Abs. 3 Satz 1 GmbHG: „In der Bilanz des nach den §§ 242, 264 des Handelsgesetzbuchs aufzustellenden Jahresabschlusses ist eine gesetzliche Rücklage zu bilden, in die ein Viertel des um einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr geminderten Jahresüberschusses einzustellen ist." Die Rücklage entsteht also schon bei der Aufstellung des Abschlusses. Der Rechner rundet das Viertel auf den vollen Cent auf, damit die Einstellung nie unter dem gesetzlichen Viertel liegt.
Verwenden darf man sie nur für drei Zwecke. Nach § 5a Abs. 3 Satz 2 GmbHG für eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln, zum Ausgleich eines nicht durch einen Gewinnvortrag gedeckten Jahresfehlbetrags und zum Ausgleich eines nicht durch einen Jahresüberschuss gedeckten Verlustvortrags aus dem Vorjahr. Der Rechner verwendet die Rücklage nicht zum Verlustausgleich; er zeigt, wie sie wächst, wenn sie stehen bleibt.
Die Pflicht endet mit dem Stammkapital, nicht mit der Rücklage. § 5a Abs. 5 GmbHG: Erhöht die Gesellschaft ihr Stammkapital so, dass es den Betrag des Mindeststammkapitals nach § 5 Abs. 1 GmbHG erreicht oder übersteigt, finden die Absätze 1 bis 4 keine Anwendung mehr. Das Mindeststammkapital beträgt nach § 5 Abs. 1 GmbHG 25.000 Euro.
Den UG-Jahresabschluss mit der Rücklage erstellen
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Beispiel über fünf Jahre
Eine UG mit 1.000 Euro Stammkapital, einem Verlustjahr und danach wachsenden Gewinnen. Die Zahlen stammen aus demselben Rechenweg wie der Rechner oben.
| Jahr | Jahresergebnis | Verlustvortrag Vorjahr | Einstellung | Höchstens ausschüttbar | Rücklage kumuliert |
|---|---|---|---|---|---|
| Jahr 1 | 12.000,00 € | 0,00 € | 3.000,00 € | 9.000,00 € | 3.000,00 € |
| Jahr 2 | -4.000,00 € | 0,00 € | 0,00 € | 0,00 € | 3.000,00 € |
| Jahr 3 | 20.000,00 € | 4.000,00 € | 4.000,00 € | 12.000,00 € | 7.000,00 € |
| Jahr 4 | 30.000,00 € | 0,00 € | 7.500,00 € | 22.500,00 € | 14.500,00 € |
| Jahr 5 | 40.000,00 € | 0,00 € | 10.000,00 € | 30.000,00 € | 24.500,00 € |
Im ersten Jahr beträgt der Jahresüberschuss 12.000 Euro. Ein Viertel davon, 3.000 Euro, geht in die Rücklage. Im zweiten Jahr entsteht ein Fehlbetrag von 4.000 Euro; eingestellt wird nichts. Im dritten Jahr mindert dieser Verlustvortrag den Jahresüberschuss von 20.000 Euro auf eine Bemessungsgrundlage von 16.000 Euro, die Einstellung beträgt 4.000 Euro. In den Jahren vier und fünf wächst die Rücklage auf 24.500 Euro. Mit dem Stammkapital von 1.000 Euro sind dann 25.500 Euro vorhanden.
Das Beispiel nimmt an, dass der ausschüttbare Betrag eines Jahres jeweils ausgeschüttet wird. Tragen Sie den Gewinn des ersten Jahres vor, deckt der Gewinnvortrag den Verlust des zweiten Jahres; dann entsteht kein Verlustvortrag, und im dritten Jahr wird ein Viertel der vollen 20.000 Euro eingestellt.
Von der UG zur GmbH
Die Rücklage ist der vorgesehene Weg, das Stammkapital ohne neue Einlagen auf 25.000 Euro zu bringen.
| Schritt | Was gilt | Norm |
|---|---|---|
| Rücklage umwandeln | Das Stammkapital kann durch Umwandlung von Rücklagen in Stammkapital erhöht werden. | § 57c Abs. 1 GmbHG |
| Reihenfolge | Erst nach Feststellung des Jahresabschlusses für das letzte abgelaufene Geschäftsjahr und nach dem Beschluss über die Ergebnisverwendung. | § 57c Abs. 2 GmbHG |
| Bilanz | Dem Beschluss über die Erhöhung ist eine Bilanz zugrunde zu legen. | § 57c Abs. 3 GmbHG |
| Satzung | Die Erhöhung ist eine Änderung des Gesellschaftsvertrags; es gelten die §§ 53 und 54 GmbHG sowie die §§ 57d bis 57o GmbHG. | § 57c Abs. 4 GmbHG |
| Folge | Erreicht das Stammkapital 25.000 Euro, gelten § 5a Abs. 1 bis 4 GmbHG nicht mehr; die Firma darf beibehalten werden. | § 5a Abs. 5 GmbHG |
Wie der Wechsel praktisch abläuft, welche Kosten entstehen und wann sich neue Einlagen statt der Umwandlung lohnen, beschreibt der Ratgeber UG in GmbH umwandeln.
Häufige Fehler
Diese Punkte fallen bei der Durchsicht von UG-Abschlüssen immer wieder auf.
- Rücklage vergessen. Die Rücklage wird bei der Aufstellung gebildet. Wer den ganzen Jahresüberschuss ausschüttet, verteilt auch den gebundenen Teil.
- Verlustvortrag übersehen. Ein Verlust aus dem Vorjahr mindert die Bemessungsgrundlage. Wer ihn nicht abzieht, stellt zu viel ein und schüttet zu wenig aus.
- Rücklage bei 25.000 Euro einstellen. Die Pflicht endet erst mit der Kapitalerhöhung, nicht mit dem Betrag der Rücklage.
- Rücklage ausschütten. Die gesetzliche Rücklage ist keine freie Gewinnrücklage. Ihre drei Verwendungszwecke stehen in § 5a Abs. 3 Satz 2 GmbHG.
So läuft es in der Software
Was Jahresabschluss.io für eine UG übernimmt und was nicht.
Jahresabschluss aus der Saldenliste. Sie laden die Saldenliste hoch oder übernehmen sie aus der Buchhaltung. Daraus entstehen Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und bei Bedarf der Anhang nach HGB; die Einreichungsdatei für das Unternehmensregister erzeugt die Software, übermitteln Sie sie selbst. Der erste Jahresabschluss je Arbeitsbereich ist gratis.
Steuern aus denselben Zahlen. Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuererklärung sowie die E-Bilanz entstehen aus dem festgestellten Abschluss. Die E-Bilanz übermittelt die Software direkt an das Finanzamt; die Steuererklärungen gewöhnlicher Fälle ebenfalls, nachdem Fachprüfung und amtliche Prüfung bestanden sind.
Was nicht dazugehört. Die Software ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Die Kapitalerhöhung selbst beschließen die Gesellschafter mit dem Notar. Die laufenden Preise stehen auf der Preisseite.
Rechtsgrundlagen
Alle Normen in der geltenden Fassung auf gesetze-im-internet.de.
- § 5a GmbHG Unternehmergesellschaft, Abs. 3 gesetzliche Rücklage, Abs. 5 Ende der Sonderregeln
- § 5 GmbHG Stammkapital, Abs. 1 Mindeststammkapital 25.000 Euro
- § 57c GmbHG Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln
- § 242 HGB und § 264 HGB Pflicht zur Aufstellung des Jahresabschlusses
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