Lexikon: Kapitalflussrechnung

Kapitalflussrechnung – Cash Flow Statement nach HGB und DRS 21

Die Kapitalflussrechnung zeigt, woher das Geld kommt und wohin es fließt. Sie ergänzt Bilanz und GuV um die Zahlungsströme und macht die Liquiditätslage transparent. Hier erfahren Sie, wer sie aufstellen muss, wie sie gegliedert wird und was DRS 21 verlangt.

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Die drei Bereiche der Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung gliedert Zahlungsströme in drei Tätigkeitsbereiche.

Laufende Geschäftstätigkeit

Zahlungsströme aus dem Kerngeschäft: Einzahlungen von Kunden, Auszahlungen an Lieferanten und Mitarbeiter, Steuerzahlungen. Wird meist indirekt vom Jahresüberschuss abgeleitet.

Investitionstätigkeit

Ein- und Auszahlungen für Sachanlagen, immaterielle Vermögensgegenstände, Finanzanlagen. Ein negativer Cash Flow hier deutet auf Wachstumsinvestitionen hin.

Finanzierungstätigkeit

Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen und Kreditaufnahmen, Auszahlungen für Tilgungen und Dividenden. Zeigt, wie das Unternehmen sich finanziert.

Indirekte Methode

Start beim Jahresüberschuss, dann Bereinigung um nicht zahlungswirksame Posten: Abschreibungen zurückrechnen, Veränderungen im Working Capital berücksichtigen.

Free Cash Flow

Operativer Cash Flow minus Investitionsauszahlungen. Zeigt, wie viel Geld für Schuldenrückzahlung, Ausschüttungen oder neue Investitionen verfügbar ist.

DRS 21

Der Deutsche Rechnungslegungs Standard 21 definiert Gliederung und Mindestinhalt. Er ist für Konzernabschlüsse verbindlich und gilt als Leitlinie für Einzelabschlüsse.

Bedeutung für die Bilanzanalyse

Die Kapitalflussrechnung liefert Informationen, die Bilanz und GuV allein nicht zeigen.

Während die GuV auch nicht zahlungswirksame Posten (z.B. Abschreibungen, Rückstellungszuführungen) enthält, zeigt die Kapitalflussrechnung nur tatsächliche Geldbewegungen. Ein Unternehmen kann trotz Gewinn illiquide sein – die Kapitalflussrechnung deckt das auf.

Kennzahlen: Aus der Kapitalflussrechnung lassen sich wichtige Kennzahlen ableiten, z.B. der dynamische Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung / operativer Cash Flow) oder die Cash-Flow-Marge (operativer Cash Flow / Umsatzerlöse).

Für Banken und Investoren ist die Kapitalflussrechnung ein zentrales Instrument zur Beurteilung der Zahlungsfähigkeit und der nachhaltigen Ertragskraft eines Unternehmens.

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Häufige Fragen

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Die Kapitalflussrechnung (Cash Flow Statement) zeigt die Zahlungsströme eines Unternehmens während eines Geschäftsjahres. Sie gliedert die Mittelzu- und -abflüsse in drei Bereiche: laufende Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften müssen eine Kapitalflussrechnung als Teil des Jahresabschlusses aufstellen (§ 264 Abs. 1 Satz 2 HGB). Konzerne müssen sie im Konzernabschluss aufstellen (§ 297 Abs. 1 HGB). Für andere Unternehmen ist sie freiwillig.

DRS 21 (Deutscher Rechnungslegungs Standard Nr. 21) regelt die Aufstellung der Kapitalflussrechnung nach HGB. Er legt die Gliederung, den Mindestinhalt und die Berechnungsmethodik fest. DRS 21 ist für Konzernabschlüsse verbindlich und gilt als Best Practice für Einzelabschlüsse.

Bei der direkten Methode werden die Einzahlungen und Auszahlungen direkt erfasst. Bei der indirekten Methode wird vom Jahresüberschuss ausgehend um nicht zahlungswirksame Posten bereinigt. In der Praxis wird fast ausschließlich die indirekte Methode verwendet.

Der operative Cash Flow (Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit) zeigt, wie viel Geld das Unternehmen aus dem Kerngeschäft erwirtschaftet. Ein positiver operativer Cash Flow bedeutet, dass das Unternehmen aus eigener Kraft genügend Mittel generiert, um Investitionen und Schulden zu bedienen.

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