Grundlagenwissen

Bilanz lesen und verstehen – Aufbau, Kennzahlen und Praxistipps

Die Bilanz ist das Herzstück des Jahresabschlusses. Sie zeigt auf einen Blick, wie ein Unternehmen aufgestellt ist: Welches Vermögen vorhanden ist, wie es finanziert wird und ob die Substanz stimmt. Hier lernen Sie, eine HGB-Bilanz systematisch zu lesen und zu interpretieren.

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Aufbau einer HGB-Bilanz

Aktiva und Passiva im Überblick.

Aktiva: Anlagevermögen

Langfristig genutzte Vermögenswerte: Immobilien, Maschinen, Beteiligungen, Patente. Sie werden über die Nutzungsdauer abgeschrieben.

Aktiva: Umlaufvermögen

Kurzfristig verfügbare Werte: Vorräte, Forderungen, Bankguthaben, Kasse. Sie dienen der laufenden Geschäftstätigkeit.

Passiva: Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital, Rücklagen und Gewinn-/Verlustvortrag. Eigenkapital zeigt, was den Eigentümern nach Abzug aller Schulden gehört.

Passiva: Fremdkapital

Rückstellungen und Verbindlichkeiten: Bankkredite, Lieferantenverbindlichkeiten, Steuerrückstellungen und sonstige Schulden.

Wichtige Bilanzkennzahlen

Diese Kennzahlen helfen bei der schnellen Einschätzung.

Eigenkapitalquote

Eigenkapital / Bilanzsumme. Zeigt die finanzielle Unabhängigkeit. Werte über 30 % gelten als solide.

Anlagendeckungsgrad I

Eigenkapital / Anlagevermögen. Werte über 100 % bedeuten, dass das Anlagevermögen vollständig aus Eigenkapital finanziert ist.

Liquidität 3. Grades

Umlaufvermögen / kurzfristige Verbindlichkeiten. Werte über 120 % gelten als unkritisch.

Weiterführende Seiten

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Häufige Fragen

Kurz und konkret zu Produkt, Ablauf und Einsatzbereich.

Die Bilanz zeigt die Vermögenslage eines Unternehmens zu einem Stichtag: Auf der Aktivseite steht das Vermögen (was das Unternehmen besitzt), auf der Passivseite die Finanzierung (Eigenkapital und Schulden).

Die Bilanzsumme ist die Summe aller Aktiva (oder gleichbedeutend aller Passiva). Sie gibt Aufschluss über die Größe des Unternehmens und ist eines der Kriterien für die HGB-Größenklasse.

Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital / Bilanzsumme) zeigt, wie viel Prozent des Vermögens aus eigenen Mitteln finanziert sind. Eine hohe Quote signalisiert finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit von Fremdkapitalgebern.

Vergleichen Sie kurzfristige Verbindlichkeiten mit dem Umlaufvermögen (Liquiditätsgrade). Übersteigen die kurzfristigen Schulden das Umlaufvermögen deutlich, kann ein Liquiditätsengpass bestehen.

Das ist das Grundprinzip der doppelten Buchführung: Jedes Vermögen (Aktiva) muss durch Eigenkapital oder Fremdkapital (Passiva) finanziert sein. Die Bilanz ist immer ausgeglichen.

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