Branche Hotel und Beherbergung

Hotel und Beherbergung: Jahresabschluss mit KI vom Gästezimmer bis zum Stellplatz

Im Jahresabschluss eines Beherbergungsbetriebs zählt, wer wie lange bleibt und was im Preis steckt: Das Zimmer trägt 7 %, Getränke, Internet und Wellness laufen anders, und eine Anzahlung für das nächste Jahr ist am Stichtag eine Schuld, kein Umsatz. Wie viel Buchführung daraus folgt, hängt am Haus. Die Pension der Familie rechnet oft mit Einnahmenüberschuss, das Tagungshotel als GmbH bilanziert. Zwölf Firmenprofile gehen je einen Haustyp mit Zahlen durch.

In der Software: Jahresabschluss.io erstellt Bilanz, GuV, Anhang und Lagebericht nach HGB aus der Saldenliste und erzeugt die Einreichungsdatei für das Unternehmensregister.

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Alle Firmenprofile: Hotel & Beherbergung

Zimmerpreis, Portal, Gemeinde: was jedes Haus mit Betten teilt

Der Preis wird zerlegt

Im Zimmerpreis stecken oft Frühstück, Parkplatz, WLAN oder Spa. Ermäßigt nach Nr. 11 ist nur, was unmittelbar der Vermietung dient. Für den Sammelposten der übrigen Leistungen in einem Pauschalpreis lässt die Verwaltung für Umsätze seit dem 1. Januar 2026 einen Ansatz von 15 % zu (Abschn. 12.16 Abs. 12 UStAE, BMF vom 22. Dezember 2025); für die Abschlüsse 2024 und 2025 gilt der damalige Wert des Erlasses. Im Abschluss stehen alle Teile in den Umsatzerlösen, die Aufteilung wirkt auf die Umsatzsteuer.

Das Portal

Zahlt ein Buchungsportal gesammelt aus und zieht seine Provision vorher ab, stehen Zimmererlös und Provision in der Gewinn- und Verlustrechnung trotzdem getrennt, denn Aufwendungen dürfen nicht mit Erträgen verrechnet werden (§ 246 Abs. 2 Satz 1 HGB). Sitzt das Portal im übrigen EU-Gebiet oder außerhalb der EU, schulden Sie die Umsatzsteuer auf die Provision selbst (§ 13b Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 1 UStG).

Die Gemeinde

Kurtaxe, Übernachtungsteuer oder Bettensteuer regeln Landesrecht und Satzung. Ziehen Sie den Betrag im Namen und für Rechnung der Gemeinde ein, ist er durchlaufend. Schulden Sie ihn selbst, gehört er zum Entgelt, auch wenn er gesondert auf der Rechnung steht (Abschn. 10.4 Abs. 3 UStAE), und eine selbst geschuldete Steuer steht in der GuV bei den sonstigen Steuern (§ 275 Abs. 2 Nr. 16 HGB).

Die Nacht zum 1. Januar

Aufenthalte, die bis zum 31. Dezember abgeschlossen sind, gehören ins alte Jahr, auch wenn die Sammelrechnung an die Firma erst im Januar hinausgeht (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB). Anzahlungen für Aufenthalte im neuen Jahr stehen als erhaltene Anzahlungen unter den Verbindlichkeiten. Ein Haus ohne Schließwochen zählt seine Vorräte an Getränken und Lebensmitteln im laufenden Betrieb.

Vom Gästezimmer bis zur Abschlussbilanz

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Wie lange, wofür, in wessen Haus: die Fragen hinter den zwölf Profilen

Was Beherbergungsbetriebe im Abschluss unterscheidet
FrageWas sie im Abschluss ändertProfile dazu
Bleibt der Gast Tage oder Monate?Steuerfrei ist die Vermietung, nicht aber die kurzfristige Beherbergung und die kurzfristige Vermietung auf Campingplätzen (§ 4 Nr. 12 UStG). Steuerfreie Dauerplätze und Langzeitmieten kosten den Vorsteuerabzug auf die Kosten, die auf sie entfallen.Campingplatz, Monteurzimmer-Vermieter
Verkauft das Haus mehr als das Bett?Wellnesspauschale, Tagungspauschale, Kur: Jeder Bestandteil hat seinen Satz. Heilbehandlungen können steuerfrei sein (§ 4 Nr. 14 UStG), dann ist die Vorsteuer aufzuteilen (§ 15 Abs. 4 UStG). Setzt das Haus im eigenen Namen Leistungen Dritter für den Gast ein, kann § 25 UStG greifen.Ferienhotel mit Wellness, Tagungshotel, Kurhotel mit Therapie
Gehört Ihnen das Haus?Pacht für das Gebäude geht zur Hälfte, für bewegliches Inventar zu einem Fünftel in die Summe der Finanzierungsanteile; vom Betrag über 200.000 € wird ein Viertel dem Gewerbeertrag hinzugerechnet (§ 8 Nr. 1 GewStG). Fremde Ferienhäuser, die Sie nur vermitteln, stehen nicht in Ihrer Bilanz.Hotelpächter, Ferienpark
Wer ist Träger des Hauses?Ein Verein oder eine gGmbH trennt Zweckbetrieb und wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Körperschaft- und Gewerbesteuer fallen auf die steuerpflichtigen Geschäftsbetriebe erst an, wenn deren Einnahmen einschließlich Umsatzsteuer insgesamt mehr als 50.000 € im Jahr betragen, so ab dem Veranlagungszeitraum 2026, für 2025 noch 45.000 € (§ 64 Abs. 3 AO). Die Umsatzsteuer berührt diese Grenze nicht.Jugendherberge
Wie viel Gaststätte steckt im Haus?Mit Restaurant und Stammtisch kommen Kasse, Inventur der Küche und der Eigenverbrauch des Inhabers dazu, den er mit dem amtlichen Pauschbetrag ansetzen darf, also die Fragen der Gastronomie.Landgasthof mit Zimmern, Stadthotel, Pension
Wer bucht und bezahlt?Firmen auf Sammelrechnung, Gäste über Portale, Baufirmen für ihre Monteure: Forderungen, Provisionen und offene Posten verteilen sich je nach Kundschaft anders auf die Bilanz.Stadthotel, Hostel, Monteurzimmer-Vermieter

Einnahmenüberschuss in der Pension, Bilanz im Tagungshotel

Ein Hotel oder eine Pension als Einzelkaufmann ist von der Buchführung befreit, solange an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen jeweils nicht mehr als 800.000 € Umsatz und 80.000 € Jahresüberschuss anfallen (§ 241a HGB). Wird ein Wert an einem Stichtag überschritten, endet die Befreiung, und über § 140 AO gilt die Pflicht auch steuerlich, ohne Mitteilung des Finanzamts. Wer kein Kaufmann ist, etwa die kleine Pension ohne kaufmännischen Geschäftsbetrieb und ohne Eintragung im Handelsregister, rechnet mit Einnahmenüberschuss, bis das Finanzamt nach § 141 AO mitteilt, dass Bücher zu führen sind; das setzt mehr als 800.000 € Gesamtumsatz im Kalenderjahr oder mehr als 80.000 € Gewinn im Wirtschaftsjahr voraus, und die Pflicht beginnt mit dem folgenden Wirtschaftsjahr.

GmbH und GmbH & Co. KG stellen einen Jahresabschluss nach HGB auf und legen ihn offen. Eine gGmbH bilanziert und legt offen wie jede GmbH, die Gemeinnützigkeit ändert daran nichts. Ein Verein schuldet keinen Abschluss nach HGB, solange er kein Handelsgewerbe betreibt; was er stattdessen aufzeichnet, zeigt das Profil Jugendherberge. Ob die Vermietung möblierter Zimmer überhaupt ein Gewerbe ist, klärt das Profil Monteurzimmer-Vermieter.

Lieferantenrechnungen im Journal, Belegung und Kurtaxe im Hotelsystem

Die Rechnung der Wäscherei, des Reinigungsdienstes oder des Getränkehändlers liest die KI aus: Betrag und Steuer übernimmt sie, für Konto und Steuerschlüssel macht sie einen Vorschlag. Ab Werk läuft die Automatik; sie verbucht von sich aus nur, was sie mit ausreichender Sicherheit zuordnen kann, und legt Ihnen den Rest vor. Eine Provisionsrechnung eines ausländischen Portals ohne Umsatzsteuer erkennt die Software als möglichen Fall der Steuerschuldumkehr und schlägt die Buchung vor; nach den werkseitigen Freigaben wird ein solcher Beleg nicht ohne Prüfung gebucht. Prüfen Sie dabei das Konto: Den Namen eines Buchungsportals ordnet die Kontierung den Reisekosten für Übernachtungen zu, die Provision gehört auf Verkaufsprovisionen (SKR03 4760, SKR04 6770).

Für Tagungen und Gruppen stellen Sie im Auftragsmodul Abschlagsrechnungen als Prozentsatz der Auftragssumme. Mit dem Zahlungseingang entstehen Anzahlung und Umsatzsteuer, in der Schlussrechnung werden die bezahlten Abschläge abgezogen. Das Kassenbuch für Restaurant oder Rezeption führen Sie in der Software; bei offener Ladenkasse ermittelt der Kassenbericht die Tageslosung aus Ihrem Zählbestand. An Ihr Kassensystem ist die Software nicht angebunden.

Eine Anbindung an Ihr Hotelsystem oder an Buchungsportale gibt es nicht, ebenso wenig einen Tagesabschluss oder eine eigene Kurtaxe-Führung. Portalauszahlungen stimmen Sie selbst mit den Buchungen ab, Pauschalpreise teilen Sie selbst in ihre Bestandteile, und die 15-%-Regel wendet die Software nicht an. Den Steuersatz Ihrer Zimmererlöse legen Sie fest.

Pacht mit Option, gemischte Pauschalen, Gemeinnützigkeit: Fälle für die Kanzlei

Ob ein Pachtvertrag zur Umsatzsteuer optiert, wie eine Kur- oder Wellnesspauschale aufzuteilen ist, ob für eingekaufte Leistungen Dritter § 25 UStG greift und wie eine Jugendherberge ihre Bereiche trennt, entscheiden Sie besser gemeinsam mit Ihrer Kanzlei. Das gilt auch für die BFH-Urteile vom 21. Mai 2026 zu Frühstück, Wellness und Parkplätzen: Der Umsatzsteuer-Anwendungserlass ist dazu noch nicht vollständig angepasst. Ihre Kanzlei kann im selben System mitarbeiten.

Quellen und Rechtsstand

Primärquellen für die zentralen Aussagen dieser Seite. Öffnen Sie im Zweifel immer die aktuelle Fassung.

Häufige Fragen

Kurz und konkret zu Produkt, Ablauf und Einsatzbereich.

Für die Speisen ja: Seit dem 1. Januar 2026 tragen Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen 7 % (§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG). Zur Beherbergung nach Nr. 11 gehört das Frühstück nach dem BFH-Urteil vom 21. Mai 2026 (V R 8/26) nicht. Kaffee, Saft und andere Getränke am Buffet bleiben bei 19 %, und in den Jahren 2024 und 2025 lag auch das Essen bei 19 %.

Ja, wenn das Portal im übrigen EU-Gebiet oder außerhalb der EU sitzt. Die Steuer geht dann auf Sie als Leistungsempfängerin über (§ 13b Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 und Abs. 5 UStG). Weil Ihre eigenen Umsätze seit 2025 nach § 19 Abs. 1 UStG steuerfrei sind, dürfen Sie diese Steuer nicht als Vorsteuer abziehen (§ 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG); bis 2024 schloss § 19 Abs. 1 UStG den Vorsteuerabzug selbst aus, im Ergebnis gleich. Die Provision kostet Sie so 19 % mehr, als auf der Rechnung steht.

Das entscheidet die Satzung Ihrer Gemeinde. Ziehen Sie die Kurtaxe im Namen und für Rechnung der Gemeinde ein, ist sie ein durchlaufender Posten und weder Entgelt noch Ertrag. Schulden Sie die Abgabe selbst, ist der Betrag, den Sie dem Gast berechnen, Teil Ihres Entgelts, auch bei gesondertem Ausweis (Abschn. 10.4 Abs. 3 UStAE).

Bis zur Tagung ist sie beim Bilanzierer eine erhaltene Anzahlung unter den Verbindlichkeiten, kein Erlös. Die Umsatzsteuer darauf entsteht trotzdem mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem das Geld eingeht, und nur für den vereinnahmten Teil (§ 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a Satz 4 UStG). Wer mit Einnahmenüberschuss rechnet, erfasst die Anzahlung bei Zufluss als Einnahme.

Der Landgasthof mit Zimmern, weil dort Küche und Zimmer aus einer Kasse laufen und der Inhaber selbst am Stammtisch isst. Wer ohne Restaurant nur Zimmer mit Frühstück vermietet, findet sich eher in der Pension wieder. Für die Küche selbst lohnt der Blick in die Branche Gastronomie.

Vom Gästezimmer bis zur Abschlussbilanz

Ihr Haus anzulegen kostet nichts; Lieferantenrechnungen und Kasse laufen von dort bis in den Abschluss.