Rechtsform

Jahresabschluss GbR – Pflichten der Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist die einfachste Form der Personengesellschaft. In vielen Fällen genügt eine Einnahmenüberschussrechnung – doch bei wachsendem Geschäftsumfang können Bilanzierungspflichten entstehen. Hier erfahren Sie, welche Regeln für die GbR gelten.

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Rechnungslegung der GbR

Die Pflichten hängen von der Größe und der Art des Geschäftsbetriebs ab.

EÜR als Standard

Gewerbliche oder freiberufliche GbR ohne Buchführungspflicht können ihren Gewinn nach § 4 Absatz 3 EStG per EÜR ermitteln. Vermögensverwaltende GbR sind gesondert einzuordnen.

Schwellenwerte

Bei gewerblichen Unternehmen können mehr als 800.000 Euro Umsatz oder 80.000 Euro Gewinn § 141 AO auslösen. Der Beginn richtet sich grundsätzlich nach der Mitteilung des Finanzamts.

Übergang zur OHG

Betreibt die GbR ein Handelsgewerbe kaufmännischen Umfangs, wird sie automatisch zur OHG mit vollständiger HGB-Bilanzierungspflicht.

Gewinnverteilung

§ 709 Absatz 3 BGB: vereinbarte Beteiligungsverhältnisse, danach vereinbarte Beitragswerte, erst nachrangig gleiche Anteile. Die Software rechnet den vereinbarten Schlüssel samt Vorabgewinn und führt die Kapitalkonten je Gesellschafter fort.

Gesonderte Feststellung

Der Gewinn der GbR wird einheitlich und gesondert festgestellt (Paragraph 180 AO) und dann auf die Gesellschafter verteilt. Jeder Gesellschafter versteuert seinen Anteil.

eGbR seit 2024

Seit dem MoPeG kann sich die GbR ins Gesellschaftsregister eintragen lassen. Die Rechnungslegungspflichten ändern sich dadurch nicht, aber die Rechtsfähigkeit wird klarer geregelt.

GbR, OHG oder GmbH – Rechnungslegung im Vergleich

So unterscheiden sich die Pflichten je nach Rechtsform.

Die GbR hat die geringsten Rechnungslegungspflichten: In der Regel genügt eine EÜR, es gibt keine Offenlegungspflicht und keine Prüfungspflicht. Wächst das Unternehmen, kann ein Übergang zur OHG oder eine Umwandlung in eine GmbH sinnvoll sein.

Die OHG als Handelsgesellschaft muss bilanzieren, profitiert aber noch von Erleichterungen gegenüber Kapitalgesellschaften (kein Anhang, keine Offenlegung). Die GmbH unterliegt den strengsten Vorschriften: Bilanz, GuV, Anhang, Offenlegung und ab mittlerer Größe Abschlussprüfung.

Tipp: Planen Sie die Rechtsformwahl vorausschauend. Die Rechnungslegungspflichten sind ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung – neben Haftung, Steuerlast und Außenwahrnehmung.

Was Jahresabschluss.io für Ihre GbR erledigt

Von der laufenden Buchhaltung bis zur Erklärung beim Finanzamt — je nach Gewinnermittlung.

  • Einnahmenüberschussrechnung: Anlage EÜR mit AVEÜR sowie bei Bedarf je Beteiligtem die Anlagen SE, AVSE und ER — direkt an ELSTER übermittelt.
  • Bilanz und GuV nach Paragraph 247 HGB: aus Ihrer Saldenliste, mit den Kapitalkonten je Gesellschafter (Festkapital, variables Kapital, Verlustvortrag, Darlehen).
  • E-Bilanz nach Paragraph 5b EStG: mit Kapitalkontenentwicklung je Gesellschafter, geprüft und direkt an ELSTER übermittelt.
  • Feststellungserklärung (Paragraph 180 Abs. 1 Nr. 2a AO): Anlage FB je Beteiligtem, FE-G bei gewerblicher, FE-S bei freiberuflicher Tätigkeit, FE-V bei Vermietung — samt Mitteilung für die Einkommensteuererklärung jedes Gesellschafters.
  • Gewerbesteuer und Umsatzsteuer: GewSt 1 A mit Freibetrag und Anlage EMU, Voranmeldung, Jahreserklärung und Zusammenfassende Meldung.

Eine rein vermögensverwaltende GbR (Vermietung und Verpachtung) erstellt keine Bilanz und keine Anlage EÜR: ihre Einkünfte sind ein Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten (Paragraph 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2, Paragraph 21 EStG) und werden mit der Anlage FE-V festgestellt.

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Rechtsgrundlagen: § 709 BGB, § 120 HGB, § 141 AO und § 264a HGB.

Häufige Fragen

Kurz und konkret zu Produkt, Ablauf und Einsatzbereich.

Das hängt davon ab, ob die GbR ein Handelsgewerbe betreibt. Eine betrieblich tätige GbR ohne Buchführungspflicht kann eine EÜR erstellen. Bei gewerblichen Unternehmen können mehr als 800.000 Euro Umsatz oder 80.000 Euro Gewinn § 141 AO auslösen; die Pflicht beginnt grundsätzlich im Wirtschaftsjahr nach Bekanntgabe der Mitteilung des Finanzamts. Freiberufliche und vermögensverwaltende Tätigkeiten sind gesondert einzuordnen.

Wenn die GbR ein Handelsgewerbe betreibt, das nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert, wird sie automatisch zur OHG (Paragraph 105 HGB). Dann gelten die strengeren Buchführungs- und Bilanzierungspflichten des HGB.

Nach § 709 Absatz 3 BGB zählen vorrangig vereinbarte Beteiligungsverhältnisse, danach die vereinbarten Werte der Beiträge. Erst wenn beides fehlt, gelten gleiche Anteile. Der Gesellschaftsvertrag ist daher zuerst zu prüfen.

Seit dem 1. Januar 2024 gilt das Gesetz zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts (MoPeG). Die GbR kann sich nun in das Gesellschaftsregister eintragen lassen (eGbR). Dies ändert nichts an den Rechnungslegungspflichten, schafft aber Rechtssicherheit im Rechtsverkehr.

Ja. Eine freiwillige Bilanzierung ist jederzeit möglich und kann sinnvoll sein, wenn die GbR wachsen möchte, Bankkredite benötigt oder die Gesellschafter ein genaueres Bild der Vermögens- und Schuldenlage wünschen.

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